Warum Elternblogs mehr sind als „Hippes Heim, Glück allein“

Warum Elternblogs mehr sind als Melonen-Pizza, Bügelperlen & Eulenhosen!

 

„Hippes Heim, Glück allein“ – so lautet der Titel eines Textes von Anne Lemhöfer. In ihrem Beitrag befasst sie sich mit diversen Fragen rund um das Lebensmodell der knapp 2000 deutschen Mütterbloggerinnen. Sie fragt, woher die Annäherung an eine Rollenverteilung aus den 50er Jahren kommt, in der Frauen ohne Erlaubnis ihres Mannes nicht arbeiten durften und vermutet, dass das Bloggen ein Rückzug auf „sicheres Terrain“ sei, auf dem die gelangweilten Mamas ihren Geltungsdrang ausleben können, während ihre Hipster – Männer die Brötchen verdienen.

Ich fand den Beitrag irgendwie interessant. Fast schon lustig. So hatte ich meine Situation nämlich noch gar nicht betrachtet (und meine Fantasie hätte ehrlich gesagt auch nicht ausgereicht, um von selbst auf ein solches Szenario zu kommen).

Im Gegenteil: Ich fand es bisher eigentlich ziemlich clever, die Möglichkeiten, die durch die technische Entwicklung entstanden sind zu nutzen, um mein Wissen zu teilen, mich zu vernetzen und mir so nebenbei eine eigene Existenz aufzubauen.

 




 

Das Blogger-Leben mag von außen betrachtet ziemlich einfach erscheinen – blickt man aber hinter die Kulissen sieht man, dass die erfolgreichen Blogger/innen hart für ihren Erfolg arbeiten müssen:

 

  • Texte schreiben
  • Fotos machen & bearbeiten
  • Design (vom Logo bis zur Website)
  • Videos schneiden
  • den Blog technisch auf dem aktuellen Stand halten
  • Anfragen beantworten &  Angebote erstellen
  • Preise aushandeln
  • Werbepartner akquirieren
  • die Social Media Kanäle pflegen
  • Buchhaltung (Rechnungen schreiben etc.)

 

All das geht nur durch konsequentes Engagement und Weiterbildung. In Firmen (bzw. Verlagen) gibt es für jeden einzelnen dieser Punkte eine eigene Fachabteilung. Die meisten Blogger/innen betreiben ihren Blog als „One-Man-Show“. Sie sind kreative junge Frauen und Männer, die voller Energie stecken und mutig genug sind, ein eigenes Business (so würde ich die erfolgreichen Blogs inzwischen bezeichnen) aus dem Boden zu stampfen, weil sie spüren, das ihre Idee Potential hat. Belohnt werden sie dafür mit Unabhängigkeit! Nicht nur finanziell, sondern auch bei der Themenauswahl, bezüglich der Arbeitszeiten, des Arbeitsortes, etc. Ich würde sagen: Weniger 50er Jahre Feeling geht nicht!

 

Politische Relevanz von Elternblogs

Nun möchte ich noch auf eine weitere Äußerung von Frau Lemhöfer eingehen, die mich ziemlich irritiert hat, nämlich auf die Aussage, dass sich in kaum einem der etwa 2000 deutschen Mütter-Blogs ein Spurenelement dessen findet, was gemeinhin für einen elementaren Teil der Gesellschaft gehalten wird: Politik und Wirtschaft. Das Politik & Wirtschaft auf den ersten Blick nicht die dominierenden Themen in der Welt der Elternblogger sind, liegt wohl daran, dass Blogger (wie auch Zeitungen) für ihre Zielgruppe schreiben. Würde man den fehlenden Wirtschaftsteil in der Auto, Motor, Sport kritisieren? Eher nicht.

Dennoch haben Elternblogger einen hohen politischen Einfluss, denn sie werden von Millionen von Menschen täglich gelesen. Dabei geht es um weit mehr als um Retro Gläser und Schnittmuster. Elternblogs sind ein bunter Mix aus dem, was Familienleben heute ausmacht! Schon ein „Spurenelement“ mehr Recherche hätte ausgereicht um zu bemerken, dass es auf vielen Mamablogs neben Rezepten, DIY Ideen und Home-Stories auch immer wieder um aktuelle politische Themen geht (z.B. hier: Stadtlandmama.de oder hier:  Berlin Mitte Mom), dass es Elternblogs gibt, die sich mit dem Thema Inklusion oder der Rolle der Frau in der Gesellschaft auseinandersetzen (wie z.B. hier:  Das Nuf oder hier: Mama-Notes ). Dass es Bloggerinnen wie Christine Finke gibt, die sich auf ihrem  Blog Mama arbeitet mit unfassbar viel Energie für die Rechte von Alleinerziehenden einsetzt – um nur mal ein paar Beispiele zu nennen (eine gute Zusammenfassung zum Thema „politische Relevanz von Elternblogs“ gibt es aber auch hier: Großeköpfe).

Was diese Bloggerinnen gemeinsam haben? Sie äußern ihre Meinung öffentlich, klären auf, beziehen Stellung, regen zum Nachdenken an und sind somit auch politisch relevant.

Liebe Grüße,

 

 

P.S.: Aktuell gibt es eine Aktion von Tollabea, die unter dem Hashtag #dubistdemokratie zeigen möchte, wie einflussreich Elternblogs sind! Falls ihr einen Text zu dieser Aktion geschrieben habt, könnt ihr diesen gerne in den Kommentaren verlinken.

 

 

Ich freue mich, wenn du meinen Beitrag teilst:

2 Kommentare auf Warum Elternblogs mehr sind als „Hippes Heim, Glück allein“

  1. Lisa von MamaKreativ
    3. Mai 2017 at 9:03 (3 Wochen ago)

    Hallo liebe Patricia!
    Ich fand den Beitrag auch wahnsinnig lustig… Es wird alles durcheinander geschmissen – Instamamas, Blogerinnen, DaWanda-Mamas… Obwohl das sind alle selbständige mutige Frauen, die ganz viele Stunden täglich arbeiten! Und manche von diesen Frauen verdienen nicht weniger als ihre Männer;)
    Mit bunten Grüßen,
    Lisa von MamaKreativ

    Antworten
    • patricia92
      3. Mai 2017 at 12:35 (3 Wochen ago)

      Hallo Lisa,
      danke für deinen Kommentar. Genau so ist es!!

      Liebe Grüße,
      Patricia

      P.S.: Einen schönen Blog hast du! 🙂

      Antworten

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