Cortisol Detox: 8 einfache Wege um euer Stresshormon zu senken

Cortisol Detox: 8 einfache Wege um euer Stresshormon zu senken

Schlaft ihr schlecht? Fühlt ihr euch tagsüber müde? Habt ihr das Gefühl, dass euer Körper einfach nicht mehr so mitspielt wie früher? Nehmt ihr kontinuierlich zu (besonders im unteren Bauchbereich)? Dann könnte chronisch erhöhtes Cortisol der Übeltäter sein. Ich beschäftige mich schon länger mit unterschiedlichen Gesundheitsthemen und war selbst überrascht, wie groß die Auswirkungen des Hormons auf den Körper sind. In diesem Beitrag habe ich für euch zusammengefasst, was Cortisol überhaupt ist und wie ihr es mit 8 konkreten Maßnahmen auf natürliche Weise senken könnt. Konkret geht es in diesem Beitrag um folgende Punkte:

 

  • Was ist Kortisol und warum kann es uns krank machen?
  • Konkrete Symptome, die für chronisch erhöhtes Cortisol sprechen
  • 8 natürliche Wege, um den Cortisolspiegel zu senken
  • FAQ zum Thema Cortisol

Hinweis: Dieser Beitrag gibt meine persönliche Meinung wieder und stellt keine medizinische Beratung dar. Bei gesundheitlichen Fragen wendet euch bitte an einen Arzt eures Vertrauens.

 

 

Was ist Kortisol und warum kann es uns krank machen?

Kortisol bzw. Cortisol ist ein Hormon (= ein chemischer Botenstoff), das in der Nebennierenrinde gebildet wird. Es wird oft als Stresshormon bezeichnet, weil es in Stresssituationen ausgeschüttet wird. Es mobilisiert Energie, schärft den Fokus und hilft euch, schnell zu reagieren.

Im Alltag folgt Cortisol einem natürlichen Tagesrhythmus: Morgens, kurz nach dem Aufwachen, erreicht der Cortisolspiegel seinen Tageshöchststand. Das ist absolut sinnvoll, denn der sogenannte Cortisol Awakening Response (=CAR) weckt euch auf und macht euch wach und leistungsbereit. Im Laufe des Tages sinkt der Cortisolspiegel dann langsam ab, damit ihr abends zur Ruhe kommen und gut schlafen könnt.

Kritisch wird es, wenn der Cortisolspiegel dauerhaft zu hoch bleibt – also abends nicht richtig absinkt, nachts die Regeneration stört und morgens bereits auf einem zu hohen Ausgangsniveau startet. Genau das passiert bei chronischem Stress, der sich zum Beispiel durch schlechten Schlaf, das Gefühl ständig erreichbar sein zu müssen, Druck auf der Arbeit, Probleme in der Beziehung, zu viele Bildschirmreize (Smartphone, TV, PC), finanzielle Sorgen oder einfach zu wenig echte Erholung aufbaut. Der Körper unterscheidet dabei nicht zwischen echten Gefahren und modernem Alltagsstress. Er reagiert auf beides gleich.

 

 

 

 

Konkrete Symptome, die für chronisch erhöhtes Cortisol sprechen

Symptome für dauerhaft erhöhtes Cortisol können so aussehen:

∙ Schlechter, unruhiger Schlaf bzw. Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf
∙ Schlechtere Erholung nach Sport
∙ Gewichtszunahme, besonders am Bauch (!)
∙ Beschleunigter Zellabbau und schnellere Hautalterung
∙ Niedrigere Libido
∙ Geschwächtes Immunsystem
∙ Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit

Kurz gesagt: Chronisch hohes Cortisol verschlechtert eure Lebensqualität und lässt euren Körper schneller altern

 

 

8 natürliche Wege, um den Cortisolspiegel zu senken

Um euren Cortisolspiegel zu senken, ist es wichtig, Stressquellen zu identifizieren und diese bewusst zu reduzieren, indem ihr Grenzen setzt, lernt „Nein“ zu sagen und soziale Verbindungen pflegt (echte Gespräche und Nähe setzen Oxytocin frei, das Cortisol direkt entgegenwirkt). Zusätzlich können diese 8 Tipps hilfreich sein:

 

  1. Schlaf optimieren: 7-9 Stunden. Fester Schlafrhythmus auch am Wochenende, Nasenatmung, Magnesium am Abend.
  2. 10 Minuten Tageslicht am Morgen
  3. Blaulichtfilter und Kerzenlicht am Abend, ruhige Aktivitäten.
  4. Moderates Training, keine zu langen / zu schnellen Läufe.
  5. NSDR-Meditation
  6. Sauna
  7. 4-7-8 Atmung
  8. Kaffee nicht direkt nach dem Aufstehen und kein Koffein mehr nach 14 Uhr

 

Im Detail sieht das so aus:

#1 Schlaf optimieren

Guter Schlaf sollte aus unterschiedlichsten Gründen die #1 Priorität haben, denn nichts wirkt sich so positiv auf eure Gesundheit und eure Lebensqualität aus, wie 7 bis 9 Stunden guter, erholsamer Schlaf. Ein Grund: Der Körper baut Cortisol in der Tiefschlafphase ab. Wer chronisch schlechter schläft, hat dauerhaft oft erhöhte Cortisolwerte. Tipp: Achtet auf feste Schlaf- und Aufstehzeiten. Auch am Wochenende.

Gut zu wissen: Ein unterschätzter Faktor ist die Mundatmung im Schlaf. Wer nachts durch den Mund atmet, hat weniger Tiefschlaf und einen höheren Cortisolspiegel am nächsten Morgen. Auch tagsüber hat die Mundatmung zahlreiche negative Auswirkungen. Weitere Infos zu diesem Thema findet ihr hier auf meinem Blog.

#2 Morgendliches Sonnenlicht

Geht innerhalb von 30 Minuten nach dem Aufstehen für mindestens 10 Minuten nach draußen und schaut in Richtung Himmel. Ihr braucht dafür weder Sonnenschutz noch Sonnenbrille. Der Effekt: Das Tageslicht am Morgen verankert euren zirkadianen Rhythmus (= die innere Uhr des Körpers) und sorgt dafür, dass Cortisol morgens zum richtigen Zeitpunkt ansteigt und abends wieder sinkt. Wenn ihr diesen Rhythmus stabilisiert, fördert das tieferen Schlaf, mehr Energie und eine bessere Stimmung.

 

#3 Entspannter Abend (= Low-Stimulation-Abendroutine)

Unser Gehirn kann nur sehr schlecht auf Knopfdruck abschalten. Es braucht klare Signale, dass der Tag vorbei ist. Helles Licht, Bildschirme (Smartphone, TV) und Lärm am Abend sind das Gegenteil davon: Sie treiben das Cortisol hoch und verzögern die Ausschüttung von Melatonin (= Schlafhormon). Um abends zur Ruhe zu kommen, kann es helfen das Licht ab 20 Uhr zu dimmen (oder gegen Kerzen zu ersetzten), Bildschirme zu reduzieren oder Blaulichtfilter nutzen und ruhige Aktivitäten zu bevorzugen.

 

#4 Moderates (!) Training

Bewegung kann Cortisol senken – aber nur, wenn die Intensität stimmt. Regelmäßiges Krafttraining (2 bis 3 Mal pro Woche) und moderate Ausdauer (!) wie Spazierengehen, gemütliche Läufe oder lockeres Radfahren sind die effektivsten Bewegungsformen. Lange, intensive Läufe (10 km +) oder anstrengendes Intervalltraining können einen gegenteiligen Effekt haben und das Cortisol nach oben treiben.

 

#5 NSDR (Non-Sleep Deep Rest)

NSDR (= tiefe Ruhe ohne zu schlafen) klingt komplizierter als es ist. Gemeint ist damit Yoga Nidra (= eine geführte Entspannungsübung) oder eine einfache geführte Meditation von 10 bis 20 Minuten. Es gibt hierzu zahlreiche kostenlose Videos auf YouTube. Der Vorteil gegenüber klassischer Meditation: Ihr müsst euren Geist nicht „leer“ machen, sondern folgt einfach einer Stimme. Das Nervensystem schaltet trotzdem in den Erholungsmodus. Cortisol sinkt messbar. Ich habe davon zum ersten Mal im Podcast des Standford-Professors Andrew Huberman gehört, der diese Methode der Tiefenentspannung ebenfalls empfiehlt. Ich habe hier mal zwei konkrete Videos verlinkt:

 

 

 

 

#6 Sauna

Die Sauna ist ein kontrollierter Stressor (= eine Belastung, die der Körper kennt und auf die er sich einstellt). Kurzfristig steigt das Cortisol beim Saunagang zwar leicht an, Studien deuten aber darauf hin, dass es langfristig sinkt, weil der Körper lernt, besser auf den leichten Stress zu reagieren. Regelmäßige Saunagänge (2-3 x p.W.) verbessern außerdem möglicherweise die Insulinsensitivität (= wie gut der Körper auf das Hormon Insulin reagiert), fördern die Ausschüttung von Wachstumshormon und verbessern den Schlaf.

 

#7 Die 4-7-8 Stmung

Langsame, bewusste Atmung ist eines der mächtigsten Werkzeuge gegen Stress. Die 4-7-8 Methode wirkt SOFORT und geht so: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden die Luft anhalten, 8 Sekunden ausatmen. Das Ganze 4 bis 5 Mal wiederholen. Warum es wirkt: Die langsame Ausatmung aktiviert den Parasympathikus (= den Teil des Nervensystems, der für Ruhe und Erholung zuständig ist) und bremst die Cortisolausschüttung. Wichtig ist auch hier die korrekte Atmung durch die Nase.

 

 

#8 Ernährung und Nahrungsergänzung

„Du bist, was du isst“. Das gilt auch für das Thema Cortisol. Koffein erhöht den Cortisolspiegel messbar. Auf Kaffee müsst ihr dennoch nicht komplett verzichten. Ihr könnt aber mal probieren,  Euren Kaffee so wie Andrew Huberman nicht direkt nach dem Aufstehen zu trinken, sondern erst 60 bis 90 Minuten später, wenn der natürliche Cortisolanstieg zum Tagesbeginn nachgelassen hat. Ich habe mir außerdem angewöhnt, nach 14 Uhr keinen Kaffee mehr zu trinken. Das gleiche gilt auch für Cola, Energy Drinks etc. (falls ihr diese trinkt).

Was sonst noch helfen kann: Mehrere Studien zeigen Hinweise auf eine dämpfende Wirkung von Omega 3 auf die Stressachse des Körpers. Gute Quellen sind fetter Fisch oder hochwertiges Omega 3 Öl. Magnesium kann cortisolsenkend wirken, beruhigt das Nervensystem und verbessert den Schlaf. Dosierung: 300 bis 400 mg  Magnesiumglycinat oder Magnesium-L-Threonat am Abend.  Ob Ashwagandha den Cortisolspiegel wirklich signifikant senken kann, ist noch nicht abschließend geklärt. Vor der Einnahme unbedingt mit einem Arzt sprechen.

–> Hier könnt ihr nachlesen, welche Nahrungsergänzungsmittel wir aktuell nehmen (und wo ich sie kaufe)

 

 

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Kortisol

 

Ist es sinnvoll, den genauen Cortisolspiegel zu ermitteln?

Kurze Antwort: Aus meiner Sicht eher nicht. Zumindest nicht, solange die klassischen Symptome (= schlechter Schlaf, Bauchfett, Erschöpfung, Reizbarkeit, Heißhunger) nicht zu stark ausgeprägt sind und auf die gleich folgenden Lifestyle-Maßnahmen ansprechen. Sind die Symptome stark und dauerhaft, ist eine Testung sinnvoll. Neben Bluttests (u.U. Kassenleistung bei konkretem Verdacht) gibt es auch Speichel-Selbsttests für zu Hause.

 

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Stimmt es, dass man durch einen hohen Cortisolspiegel besonders häufig am Bauch zunimmt?

Ja, das stimmt. Und dafür gibt es gleich mehrere Gründe:

  • Das viszerale Fett (= das tiefe Bauchfett) hat besonders viele Kortisol-Rezeptoren. Wenn der Kortisolspiegel durch Stress chronisch erhöht ist, signalisiert das dem Körper Gefahr. Der Körper beginnt, Energie zu sichern. Er lagert Fett bevorzugt dort ein, wo er am schnellsten drauf zugreifen kann: Am Bauch.
  • Kortisol hebt den Blutzucker an, damit Muskeln und Gehirn im Notfall schnell Energie haben. Als Reaktion darauf schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus (die Zusammenhänge habe ich hier in meinem Beitrag über Typ2 Diabetes erklärt) .  Chronisch erhöhte Insulinwerte blockieren den Fettabbau und fördern die Fettspeicherung, die wiederum bevorzugt am Bauch erfolgt.
  • Kortisol kann dazu führen, dass der Körper Muskeln abbaut, um die Aminosäuren der Muskelmasse in stressigen Zeiten als Energiequelle zu verwenden. Weniger Muskeln = niedrigeren Grundumsatz -> die Fettzunahme wird weiter begünstigt.
  • Cortisol triggert Heißhunger. Der  Appetit auf zucker- und fettreiche Lebensmittel steigt an.

 

 

 

Mein Fazit

Cortisol ist nicht unser Feind. Es ist ein wichtiges Hormon, das unseren Körper am Laufen hält. Das Problem ist der Dauerstress unseres modernen Alltags, der – ebenso wie die permanente, einfache Verfügbarkeit von Dopamin (darüber habe ich vor einiger Zeit ebenfalls auf dem Blog bereichtet) einfach nicht „artgerecht“ ist. Wenn man das erstmal verstanden hat, kann man damit anfangen, die persönlichen Stellschrauben so zu drehen, dass der Stresspegel spürbar sinkt und die Lebensqualität deutlich zunimmt. Ich finde das spannend und kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass es sich lohnt.

 

Nun würde mich mal interessieren, wie ihr dieses Thema seht.  Ich freue mich über eure Erfahrungen in den Kommentaren!

Viele Grüße,

mamablog ruhrgebiet

 

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Über Patricia 645 Artikel
Ich heiße Patricia, bin 47 Jahre alt und lebe mit meinem Mann und unseren 18 und 20 Jahre alten Kindern am Rande des Ruhrgebiets. Dieser Blog ist mein„digitales Notizbuch“. Schön, dass du hier bist!

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