Es gibt viele Menschen die davon träumen, ein eigenes Buch zu schreiben und dieses dann im Idealfall sogar zu veröffentlichen. Julia Reiter hat sich diesen Traum erfüllt und hält mittlerweile ihr 1. eigenes Buch in den Händen. Es heisst: „Mein kleiner Fisch“ und ist im Sonderfarbe Verlag erschienen, den Julia selbst gegründet hat.

 

 

Ich finde die Idee toll und habe Julia deshalb um ein Interview gebeten!

 

Hallo Julia, wie bist du auf die Idee gekommen, ein eigenes Buch zu schreiben?

Ich bin Designerin. Irgendwann hat es mich gepackt: Ich wollte all‘ die Kreativität die man im Job nicht 100%ig  anwenden kann ausleben! (Ohne Rücksicht auf Kundenwünsche) 🙂

Worum geht es in deinem Buch?

Das Buch erzählt die fantasievolle Geschichte eines Katers, der sich eines Tages mit einem kleinen Fisch anfreundet. Die Bilder sind so aufgebaut, dass die Fantasie angeregt wird. Das Buch soll auch Atmosphäre schaffen und zum Träumen einladen.

 

Hast du Texte und Illustrationen selbst gemacht?

Ich habe die Illustrationen gemacht und den Texter Nico Schroth gebeten, eine Geschichte nach meinen Vorstellungen zu formulieren.

 

Wie hast du einen Verlag gefunden 

Die meisten Verlage weisen einen ab ohne das Buch gesehen zu haben. Wenn sie es sich doch ansehen, wollen sie an allen Stellschrauben drehen um das Buch möglichst günstig produzieren zu können. Das war für mich jedoch keine Option. Eines meiner Hauptziele war es, ein qualitatives Produkt zu entwickeln, das den Leuten Freude bereitet. Daher habe ich selbst einen Verlag gegründet.

 

Du hast einen eigenen Verlag gegründet? Das klingt kompliziert… kannst du mal kurz zusammenfassen, wie das funktioniert?

Im Grunde reicht es beim Ordnungsamt einen Gewerbeschein zu beantragen und schon kann man loslegen.

Und wie geht es dann weiter?

Dann geht es um die Details:

  • Man muss sich z.B. entscheiden, ob man die Bücher mit oder ohne ISBN Nummern drucken lassen möchte. Der Vorteil einer ISBN Nummer ist, dass die Informationen, die man beim VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher) hinterlegt, von jedem Buchhändler abgerufen werden können (zumindest theoretisch, praktisch klappt das nicht immer).

  • Man braucht z.B. AGB´s (hier kann man sich bei der IHK beraten lassen)

  • Man muss sich, wie jeder Selbständige, mit dem Finanzamt auseinander setzten.

  • Wenn alle Fragen geklärt sind,  muss eine Druckerei gefunden werden.

  • Die Abstimmungen mit dem Drucker sind nicht zu unterschätzen, denn es müssen: Vorsatzpapier, Papier, Druckart, Prägung, Sonderfarben etc. besprochen werden.

  • Bevor das Buch gedruckt wird, sollte der Text noch unbedingt von einem Lektor geprüft werden

  • Und am Ende kommt der aufwendigste Teil: Vermarktung!

 

Hast du auch über B.o.d. nachgedacht? Also die Möglichkeit, die Bücher ohne eigenen Verlag online drucken zu lassen?

Das ist für mich nicht in Frage gekommen. Die Druckqualität lag mir am Herzen. Mir war es wichtig das das Buch in Deutschland produziert wird und möglichst ökologisch ist. Das Papier ist FSC verifiziert und den Drucker kenne ich mittlerweile ganz gut. Einige Arbeitsschritte wurde in der Druckerei sogar in Handarbeit gemacht. Entsprechend hat mich das alles mehr gekostet, jedoch finde ich das es sich lohnt 🙂

Du sagtest, dass du  mehr Geld investieren musstest… Würdest du denn verraten, wie viel Geld man ungefähr einplanen muss?

Über Geld reden Verlage nicht, musste ich lernen.


Kein Problem, verstehe ich! Dann lass´ uns mal über die Produktionsdauer sprechen. Wie viel Zeit ist denn von der Idee bis zum fertigen Buch vergangen?

Letztes Jahr im Sommer habe ich angefangen. Das Buch an sich ist nur ein kleiner Bruchteil der Arbeit. Die ganzen Plannungsdinge – Verlagsgründung – Finanzamt – Druckabsprachen – Werbung und vieles mehr haben mich allein ein 3/4 Jahr geskostet.

Nun würde mich noch interessieren, wie du dein Buch bekannt machst?

Ich gehe auf Messen und mache Lesungen. Das kommt immer sehr gut an. Außerdem nutze ich die Möglichkeiten des Online-Marketings (Facebook, etc.) Am liebsten werbe ich aber perssönlich für mein Buch  – da habe ich  den direkten Kontakt zum Leser und sehe gleich, wie die Leute auf das Buch reagieren

 

Wo kann man dein Buch kaufen?

zum Beispiel auf Amazon:
 

Habt ihr Tipps zum Thema: Ein eigenes Buch schreiben? Ich freue mich über Kommentare!

Ich freue mich, wenn du meinen Beitrag teilst:

1 comment on “Von der Idee zum Kinderbuch – Interview mit Julia Reiter”

  1. Hallo zusammen 🙂 Ähnlich wie Julia bin auch ich Designerin und habe jetzt den Entschluss gefasst ein eigenes Kinderbuch zuschreiben, zu entwerfen. Es gibt mir so die Möglichkeit kleine Lesefans glücklich zumachen und eine Geschichte zu erzählen die es vorher nicht gegeben hat. Ich freue mich schon sehr darauf! Julia, verlegst Du auch anderer Leuts Bücher?

    Liebe Grüße, Anika

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