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Herzstillstand: Ein Leben retten – durch Herzdruckmassage!

 

Diesen Beitrag habe ich zwar schon Ende  2014 geschrieben – weil diese Woche aber die „Woche der Wiederbelebung“ ist, habe ich mich dazu entschieden ihn wieder nach oben zu schieben.

 

Ich finde es  extrem wichtig über die Themen Herzstillstand bzw. Herzdruckmassage zu informieren, damit möglichst viele Menschen wissen, wie schnell und einfach sie im Notfall helfen können und wie einfach es sein kann, ein Menschenleben zu retten.

 

 

Jedes Jahr sterben in Deutschland über 60.000 Menschen am plötzlichen Herztod nach einem Kreislaufstillstand. Die hohe Sterberate liegt auch daran, dass sich nur 35 % der Zeugen zutrauen, eine Herzdruckmassage durchzuführen

 

Das bedeutet: 65 % der Menschen trauen sich nicht oder wissen nicht wie es geht –  dabei ist es so einfach, ein LEBEN ZU RETTEN:



So funktioniert die Herzdruckmassage

Kurz zusammengefasst muss man einfach mittig in Höhe der Brustwarzen zum Takt des Liedes „staying alive“ kräftig auf den Brustkorb drücken, bis der Notarzt eintrifft!

Mir selbst hilft die Eselsbrücke zum Lied „staying alive“ von den Bee Gees (passt nicht nur vom Titel ) – das Lied hat nämlich exakt den richtigen Rhythmus für eine Herzdruckmassage und dieser ist leichter umzusetzen als die Vorgabe „100 x pro Minute drücken“.

Wichtig ist noch, dass der Untergrund möglichst hart sein sollte (also z.B. keine weiche Matratze), damit der Druck auch wirklich ankommt und nicht abgefedert wird.

 

 

Was bewirkt die Herzdruckmassage

Die „Herzdruckmassage“ hilft dem Herzen dabei, Blut durch den Körper zu pumpen und das Gehirn mit Sauerstoff zu versorgen. Sie verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschancen, denn ohne Herzdruckmassage ist das Gehirn nicht mit Sauerstoff versorgt und mit jeder Minute die es länger dauert bis der Notarzt eintrifft, sinken die Überlebenschancen enorm!

 

Obwohl es eine große Überwindung ist,  die einfach klingende Theorie im Notfall umzusetzen, sollte man sich vor Augen halten, dass man nichts falsch machen kann! Der Patient ist ja bereits tot! Es besteht jedoch die Chance, dass man ihm das Leben rettet bzw. ihn ins Leben zurück holt!

 

 

Muss ich eine Mund-zu-Mund Beatmung durchführen?

Die Mund zu Mund Beatmung ist zweitrangig – auch eine reine Herzdruckmassage erhöht die Überlebenschancen enorm. Im Körper befindet sich noch für ca. 8 Minuten Sauerstoff, der durch die Herzdruckmassage zum Gehirn transportiert wird.

 

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Wozu benötigt man einen Defibrillator?

Die Herzdruckmassage versorgt das Gehirn zwar kurzzeitig weiter mit Sauerstoff, ein Defibrillator (auch AED genannt = automatisierter externer Defibrillator) kann aber noch viel mehr:

Während bei einer Herzdruckmassage die Pumpleistung des Herzens von außen für einen gewissen Zeitraum übernommen werden kann, ist ein Defibrillator in der Lage, das Herz quasi „neu zu starten“, so dass es wieder von alleine im richtigen Rhythmus schlagen kann!

Falsch machen, kann man auch hier nichts!  Die Geräte sind so programmiert, dass sie dem Helfer genau sagen, was er machen muss. Außerdem schreibt der Defibrillator erst automatisch ein EKG des Patienten bevor ein Stromstoß ausgelöst wird.

 

 

Was muss ich bei einer Herzdruckmassage bei Kindern beachten?

Bei Kleinkindern / Säuglingen wird die Herzdruckmassage mit  2 Fingerkuppen durchgeführt, indem das Brustbein ca. 4 cm tief nach unten gedrückt wird. Auch hier kann man sich am Takt des Liedes „staying alive“ orientieren.

 

 

 

Hier  ist noch mal eine Zusammenfassung:

Was mache ich, wenn ich Zeuge eines Herzstillstandes werde?

 

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Die Vorgeschichte zu diesem Beitrag:

 

Ich bin selbst letztes Jahr  Zeugin eines Herzstillstandes geworden, als ich meinen Sohn zur Schule gefahren habe. Ich sah plötzlich einen Menschen, der auf dem Bürgersteig lag, umgeben von Zeugen, die auf den Krankenwagen warteten.

Weil der Krankenwagen dann aber direkt nach mir eintraf und ich mit meinem Auto den Weg versperrte, musste ich  weiter fahren. Ich sah noch, wie die Rettungskräfte eine Herzdruckmassage durchführten –  leider vergebens, denn wie ich am nächsten Tag aus der Zeitung erfuhr, ist der Mann verstorben.

Ich habe anschließend noch lange über die Situation nachgedacht, denn mir ist  bewusst geworden, wie groß der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist: Theoretisch hätte ich nämlich nicht gedacht, dass mich eine solche Situation so extrem stressen könnte.

 

Theoretisch ist es einfach zu helfen, praktisch kommt man aber immer dann in eine solche Situation, wenn man am wenigsten damit rechnet – also zum Beispiel morgens um kurz vor 8 Uhr auf dem Weg zur Schule.

 

Um in einer plötzlichen Extremsituation wie einem Herzstillstand den Mut zu finden, die Theorie auch in die Praxis umzusetzen, sollte man sich regelmäßig mit dem Thema 1. Hilfe beschäftigen. Dann braucht man im Notfall nicht lange nachdenken, sondern kann das Wissen einfach „abzuspulen“ und anwenden.

 

In diesem youtube Video wird erklärt,  wie man im Notfall reagieren sollte:

 

 

Falls ihr noch Fragen, Tipps oder Ergänzungen zu diesem Beitrag habt, freue ich mich über Kommentare.

 

Liebe Grüße,

 

patricia

P.S.: Wer nicht auf die Mund-zu-Mund Beatmung verzichten möchte, kann übrigens eine solche  Schutzmaske verwenden – ich habe die kleine Version nun immer in meiner Handtasche.

 

Ich freue mich, wenn du meinen Beitrag teilst:

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