
*enthält Werbung
ETF-Grundlagen einfach erklärt: Das sollten Anfänger wissen
Erinnert ihr euch noch an meinen Blogpost Schritt-für-Schritt-Anleitung: So bekommt ihr eure Finanzen garantiert in den Griff? Darin habe ich erklärt, wie JEDER mit 7 konkreten Schritten langfristig und ohne teure Berater bzw Provisionen Schulden abbauen und Ausgaben senken kann, sodass mehr Geld im Monat zur Verfügung steht. In meinem Beitrag: Vermögensaufbau einfach erklärt, so klappt es ohne hohe Gebühren ging es dann um den konkreten Vermögensaufbau.
Heute möchte ich mal näher auf das Thema ETFs eingehen, zu dem mich regelmäßig Fragen erreichen. Ich habe die wichtigsten Grundlagen so erklärt, dass ihr sie auch ohne Vorkenntnisse verstehen könnt.
Dieser Beitrag dient außerdem als Ergänzung zu Punkt #38 in meinem Blogpost 100 Dinge, die du mit 18 Jahren können solltest: Die ultimative Life-Skill-Bucketlist!
Zur Transparenz: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar und ersetzt keine individuelle Beratung durch einen zugelassenen Finanzberater. Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Investitionen in ETFs sind mit Risiken verbunden: Der Wert kann steigen und fallen. Vergangene Wertentwicklungen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Kurze Zusammenfassung, falls ihr den Beitrag nicht komplett lesen möchtet
Falls ihr einfach nur wissen möchtet, welche Vorgehensweise ich aktuell z.B. meinen Kindern empfehlen würde, folgt hier die Kurzform: Eröffnet ein Depot für das Konto bei z.B. Comdirect Affiliate Link) oder eurer aktuellen Bank (= Gebühren für ETF Sparplan?) oder ein Trade Republic Konto (= kostenlose Sparpläne). Richtet einen Freistellungsauftrag ein (= findet ihr über die Hilfe Funktion der Bank) -> sucht den Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1C mit der WKN A1XB5U im Online-Banking Bereiche „Investieren/Depot“ (da wo ihr auch Aktien kaufen könnt) -> richtet einen Sparplan über den gewünschten Betrag ein (z.B. 100 € pM). Am besten: Mindestens 10-15 Jahre laufen lassen. Fertig! Falls ihr das Thema besser verstehen möchtet, würde ich euch das Lesen des Beitrags empfehlen.
ETF? Was ist das denn?
Ich fange mal ganz von vorne an: ETF steht für Exchange Traded Fund. Das heißt übersetzt so viel wie: Börsengehandelter Fonds. Einen Fonds könnt ihr euch wie einen Suppentopf vorstellen, in dem sich Aktien (= Anteile an Unternehmen) von vielen unterschiedlichen Unternehmen befinden. Indem ihr ETFs kauft, kauft ihr jeden Monat quasi eine „Suppenkelle“ aus dem großen Topf.

3 Vorteile von ETFs im Vergleich zu Aktien bzw. klassischen Aktienfonds
#1 Das Risiko wird verteilt
Wenn ihr in eine einzelne Aktie investiert, und das Unternehmen dann pleite geht, ist euer Geld weg (!). ETFs minimieren dieses Risiko, denn ihr investiert z.B. nicht 100 € pro Monat in ein einzelnes Unternehmen, sondern kauft jeden Monat winzige Anteile an hunderten oder tausenden von Unternehmen. Der ETF MSCI World enthält z.B. über 1.400 Unternehmen aus der ganzen Welt. Der Ausfall eines einzigen Unternehmens ist kaum spürbar, die positive Entwicklung der Summe der Unternehmen aber langfristig schon.
#2 Der Aufwand ist deutlich geringer
Wer einzelne Aktien kaufen und damit Gewinn machen möchte, muss viel Zeit investieren: Unternehmen müssen analysiert werden, Geschäftsberichte gelesen werden, es muss zum richtigen Zeitpunkt gekauft bzw. verkauft werden. Bei einem ETF fällt das alles weg. Man entscheidet sich einmal und lässt den Sparplan dann über Jahre oder besser sogar Jahrzehnte laufen. Es werden nun jeden Monat neue Anteile gekauft. Ohne weiteren Aufwand.

#3 Der Preis ist deutlich günstiger
Klassische Investmentfonds werden von teuren Fondsmanagern verwaltet, die versuchen, klüger als der Markt zu sein. Das klingt erstmal gut, aber über 80% dieser Manager schaffen es langfristig nicht, einen einfachen ETF zu schlagen (!). Trotzdem verlangen sie Gebühren von 1,5 bis 2,5% pro Jahr. Ein ETF kostet oft nur 0,10 bis 0,20% jährlich und erzielt trotzdem bessere Ergebnisse.
Das funktioniert, indem ein ETF automatisch einen sogenannten Index nachbildet. Im MSCI World werden z.B. die größten Unternehmen (nach Börsenwert) aus 23 Industrieländern zusammengefasst. Die automatische Zusammenstellung führt zu einem sehr geringen Aufwand und extrem niedrigen Kosten.

ETFS im Überblick
Der mit Abstand beliebteste ETF ist der MSCI World. MSCI World ETFs investieren in die größten Unternehmen aus 23 stabilen Industrieländern wie den USA, Deutschland und Japan. Wenn ihr nicht zu tief in das Thema einsteigen wollt, könnt ihr an dieser Stelle aufhören zu lesen. Ein vernünftiger MSCI World ETF reicht aus meiner Sicht aus, um Geld mit einem vernünftigen Preis-/Leistungsverhältnis anzulegen.
Falls ihr tiefer in das Thema einsteigen möchtet, könnt ihr euch z.B. den Emerging Markets ETFs anschauen. Diese investieren in Unternehmen aus Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien. Also: Länder mit hohem Wachstumspotenzial, aber auch größeren Schwankungen.
Grundsätzlich gibt es ETFs zu unterschiedlichsten Themen, die immer nach dem oben genannten Prinzip funktionieren: Es werden Aktien aus einem bestimmten Bereich gebündelt und dann in kleinen Anteilen zusammen verkauft. Ob Technologie, erneuerbare Energien, Gesundheit oder künstliche Intelligenz: Für all diese Bereiche gibt es eigene ETFs, die gezielt in eine Branche investieren. Sie eignen sich aus meiner Sicht aber höchstens als Beimischung von 10 bis 20%. Die solide Basis sollte ein Welt-ETF bleiben.
ETF Klassiker: Mein aktueller MSCI World Favorit
Es gibt zwar nur einen einzigen MSCI World Index, der immer dieselben rund 1.400 Unternehmen enthält. Es gibt aber inzwischen zahlreiche Anbieter, die diesen zu unterschiedlichen Konditionen verkaufen. Wenn ihr euch die Suche sparen wollt, verrate ich euch nun erstmal, welcher ETF meine erste Wahl wäre, wenn ich mich auf einen ETF beschränken wollte:
- MSCI World: Der Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1C erfüllt alle Kriterien (-> siehe Punkt ETFS vergleiche und bewerten). Er kostet nur 0,12% TER und ist damit einer der günstigsten MSCI World ETFs überhaupt, hat ein Fondsvolumen von über 17 Mrd Euro, ist seit 2014 am Markt, physisch repliziert und thesaurierend. Er erfüllt alle Kriterien überdurchschnittlich gut. Ihr findet ihn unter der WKN Nummer: WKN A1XB5U
Falls ihr zusätzlich in Schwellenländer investieren wollt, würde ich 70% in den MSCI World und 30 % in diesen Emerging Markets ETF investieren:
- Emerging Markets: iShares MSCI EM UCITS ETF (WKN: A0RPWJ). Er kostet 0,18 % TER, , physisch repliziert und thesaurierend. Fondsvolumen über 7 Mrd Euro, seit 2009 am Markt.
Also z.B. 100 € in den MSCI World oder: 70 € pro Monat in den MSCI World und 30 € in den Emerging Markets ETF.
ETFs vergleichen und bewerten? So gehts!
Falls ihr richtig tief in das Thema eintauchen und euch eine eigene Meinung bilden möchtet, könnt ihr eine kostenlose ETF Suchmaschine wie justETF.com verwenden, auf der man nach Index, Anbieter, Kosten, Fondsvolumen und Sparplanverfügbarkeit filtern kann. Die Vorgehensweise sollten aus meiner Sicht so aussehen:
- Gewünschten Index auswählen (z.B. MSCI world oder Emerging Markets)
- TER (=Gesamtkostenquote) unter 0,25% (ideal: 0,15% ). Der TER ist der jährliche Prozentsatz, den der ETF-Anbieter automatisch vom Fondsvermögen abzieht.
- Fondsvolumen (= Summe aller Gelder, die alle Anleger zusammen in diesen ETF investiert haben): Mindestens 100 Millionen Euro, besser über 500 Millionen, um das Risiko einer Fondsschließung zu minimieren.
- Alter: Mindestens 5 Jahre am Markt (= Stabilität)
- Replikationsmethode (= Wie bildet der ETF seinen Index nach?): Physisch repliziert bevorzugen, weil der ETF dann wirklich die Aktien kauft und nicht nur Verträge mit Banken abschließt, die die Rendite künstlich nachbilden.
- Thesaurierend oder ausschüttend? Bei einem thesaurierenden ETF werden Dividenden automatisch wieder in den Fonds reinvestiert. Bei einem ausschüttenden ETF wird die Dividende aufs Konto überwiesen. Es entsteht mehr Aufwand, wenn man das Geld weiter anlegen möchte und es ist steuerlich etwas komplizierter.
ETFs günstig kaufen: So macht ihr das ganz konkret
Klickt im Online-Banking Bereich auf „Investieren/Depot“ (da wo ihr auch Aktien kaufen könnt) und gebt dort die WKN Nummer des gewünschten ETFS (z.B. A1XB5U )ins Suchfeld ein. Richtet nun einen Sparplan über den gewünschten Betrag ein (z.B. 100 € pM) und lasst diesen am besten mind. 10-15 Jahre laufen. Fertig!
Achtung: Denkt daran, einen Freistellungsauftrag einzurichten, um die Steuerfreigrenzen zu nutzen. Ihr findet diesen Menüpunkt über die Hilfe Funktion eurer Bank bzw. eures Brokers.
Lohnt sich ein Anbieter wie Trade Republic oder Revolut?
Um einen ETF zu kaufen, könnt ihr entweder ein Depot bei eurer Bank (z.B. Comdirect, ING DIBA, etc.) eröffnen oder einen Anbieter wie Trade Republic verwenden. Achtet hier unbedingt auf die Kosten, die sich im Lauf von Jahrzehnten summieren!!
Während ihr bei der Comdirect z.B. eine Sparplangebühr von 1,5% pro Ausführung zahlt (-> Bei 100 € monatlich also 1,50 € Gebühr pro Monat, bei 1000 € 15 € pM bzw. 3.600 € in 20 Jahren), läuft derselbe Sparplan bei Trade Republic komplett kostenlos. Bei der ING Diba gibt es eine Aktionsliste, mit einigen kostenlosen ETF Sparplänen. Für alle anderen Sparpläne zahlt ihr 1,75 % pro Monat.
Meine persönliche Meinung: Ein Trade Republic Konto lohnt sich, wenn ihr regelmäßig günstig investieren wollt und derzeit keine kostenlosen Sparpläne nutzen könnt. Denkt auch hier an den Freistellungsauftrag und teilt diesen bei Bedarf z.B. in 500 € für euer Depot bei eurer Bank und 500 e für Trade Republic auf. Gut zu wissen: Zum Investieren würde ich zu deutschen Brokern raten. Bei Revolut (nutzen wir sehr gerne für Reisen) oder anderen ausländischen Brokern bekommt ihr nämlich keine automatische deutsche Steuerbescheinigung. Das heißt: Ihr müsst alle Gewinne, Verluste und Dividenden selbst berechnen und in der Steuererklärung angeben. Außerdem gibt es hier nur eine eingeschränkten BaFin-Regulierung.
ETFS und Steuern
Beim Investieren in ETFs müsst ihr als Anfänger eigentlich nicht viel über Steuern wissen, denn das meiste läuft bei deutschen Banken automatisch. Der wichtigste Schritt ist der Freistellungsauftrag. Den stellt ihr einmalig bei Eurer Bank oder Eurem Broker ein und legst fest, dass die ersten 1.000 € Gewinn pro Jahr steuerfrei bleiben. Ohne diesen Auftrag ziehen die Bank oder der Broker automatisch 25% Steuern ab, auch wenn ihr darunter liegt. Wenn ihr Gewinne macht und Anteile verkauft, berechnet und überweist er die Steuer automatisch ans Finanzamt.
Steuern fallen erst an, wenn ihr verkauft. Solange euer ETF läuft und ihr nichts anfasst, wächst das Geld weiter. Das ist einer der größten Vorteile von langfristigem Investieren: Je länger ihr wartet, desto länger arbeitet euer gesamtes Kapital ohne Abzüge für euch.
Wichtig zu wissen: Einmal im Jahr (im Januar ) zieht der Broker eine kleine Steuer auf eine fiktive Mindestrendite ab, die sogenannte Vorabpauschale. Der Betrag ist meist gering. Stellt aber sicher, dass immer etwas Guthaben auf dem Verrechnungskonto liegt.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema ETFs
Wann ist der beste Zeitpunkt, um einzusteigen?
Aus meiner Sicht: Jederzeit. Niemand kann den perfekten Einstiegszeitpunkt vorhersagen. Aber: Wer wartet, verliert Zeit.
Wie lange sollte ich einen ETF halten?
Mindestens 10 bis 15 Jahre – je länger desto besser. Historisch hat jeder Anleger, der mindestens 15 Jahre in den MSCI World investiert hat, am Ende mehr Geld gehabt als am Anfang.
Was passiert wenn ich das Geld zwischendurch brauche?
Man kann ETFs jederzeit verkaufen, aber wenn die Börse dann zufällig gerade schlecht steht, macht man Verluste. Deshalb ist es sinnvoll, Geld langfristig zu investieren und einen separaten Notfallpuffer auf dem Tagesgeldkonto zu halten.
Muss ich Steuern auf ETF-Gewinne zahlen?
Ja. Auf realisierte Gewinne fallen 25% Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag an, bis zu 1.000 € pro Jahr greift jedoch der Sparerpauschbetrag.
So, nun hoffe ich, dass euch dieser Beitrag gefällt. Sind noch Fragen offen geblieben? Dann schreibt mir gerne. Ich freue mich wie immer sehr über euer Feedback.
Interessante Links:
- Verbraucherzentrale NRW zu den Vor- und Nachteilen von ETFs
- Zinsrechner
- Ein konkretes Beispiel dafür, wie sich die Rendite eines ETFs entwickeln kann, wenn ihr konsequent spart, könnt ihr euch hier anhören:
Viele Grüße,

Weitere lesenswerte Beiträge findet ihr hier auf meinem Blog:
- Vermögensaufbau einfach erklärt, so klappt es ohne hohe Gebühren
- So reichen 100 € Haushaltsgeld für 1 Woche
- 23 Ideen für super leckere und einfache Familienessen
- Wochenspeiseplan: Keine Diskussion mehr ums Mittagessen
- 50 konkrete Spartipps, mit denen Familien viel Geld sparen können
- Taschengeld-Tabelle: So viel Taschengeld sollten eure Kinder bekommen, um einen vernünftigen Umgang mit Geld zu lernen.
Und hier gibts wie immer die passende Vorlage für eure Pinterest Pinnwand:


Hinterlasse jetzt einen Kommentar