Familienalltag im Jahr 2018!

 

„Es könnt´alles so einfach sein, isses aaaber nicht!“ Die Fantastischen Vier haben es schon vor Jahren auf den Punkt gebracht: Eigentlich könnte das Leben so einfach sein, irgendwie ist es aber manchmal ganz schön kompliziert. Warum eigentlich? Ich glaube ja, dass wir uns das Leben selber schwer machen. Wir lassen uns verrückt machen von all´ den Informationen, die täglich auf uns einprasseln und all´ den Ansprüchen, die wir an uns selber stellen. Irgendwie wollen wir es richtig machen: Uns gesund ernähren, Sport machen, uns strukturieren, Zeit für Freunde und unsere Familie haben, informiert sein, achtsam sein, die Umwelt schonen, uns selbst verwirklichen und ganz nebenbei das Leben genießen. Die Realität sieht irgendwie anders aus – bei mir jedenfalls… nämlich ungefähr so:

 

Ein ganz normaler Tag im Jahr 2018

Ich werde morgens vom Wecker meines Smartphones geweckt. Der Schlaf war erholsam, behauptet zumindest meine Sleepcylce App, mit der ich seit ein paar Tagen wieder meinen Schlafrythmus analysiere, weil ich morgens so schwer aus dem Bett komme. 4 Tiefschlafphasen und eine Schlafqualität von 81% werden mir beim Blick auf´s Display angezeigt. Das klingt besser als es sich anfühlt. Nun gut.

 

Whatsapp & Spam-Mails

Ich schließe die App und checke kurz meine Whatsapp Nachrichten: Ein paar lustige Bilder und Videos warten darauf, gelöscht angeschaut zu werden. Außerdem gibt es ca. 20 neue Gruppenchat-Nachrichten („danke“, „dir auch“, „supi“, „schönen Abend Euch“), die ich inzwischen nicht mal mehr durchscrolle. Ich sollte WIRKLICH aus diesen Gruppen austreten! Neue Emails gibt es natürlich auch: Ein Angebot für eine neue Küche ist dabei, einige „Letzte Chancen“ für einmalige Schnäppchen und eine Mitteilung darüber, dass mein Amazon Konto angeblich eingeschränkt wurde und ganz einfach per Klick auf einen Link und die Eingabe meiner persönlichen Daten wieder freigeschaltet werden kann! Ist klar!

 




Streaming?!

Während ich dusche läuft im Hintergrund MEINE Spotify Playlist. Zumindest kurz, denn schon wenige Sekunden später übernimmt meine Tochter mit ihrem Smartphone virtuell die Kontrolle und so wird  „Portugal The Man“ zu Selena Gomez. Auch gut. Im Kinderzimmer Nr. 2 wird währenddessen Alexa auf dem Echo Dot (-> Amazon Affiliate Link) herumkomandiert. „Alexa, erzähl einen Witz“ „Alexa, starte den Pups Generator“ „Alexa, spiel ein Lied“ „Stop, Alexa! Mach das nie wieder“.  Ich überlege kurz, ob Alexa wohl wirklich nur die Dinge mithört, die auch für ihre Ohren bestimmt sind, oder ob nun jeder Familienstreit auf einem Server in den USA abgelegt wird (?). Der Gedanke verfliegt aber schnell wieder, denn in meinem Kopf schwirren bereits die nächsten Gedanken herum: „Ob sich das Spotify Abo überhaupt noch lohnt?“ „Sollten wir nicht lieber zu Aldi life Musik wechseln? Oder zu Apple Music?“ Irgendwann muss ich mal in Ruhe die Angebote vergleichen! Im Prinzip würden ja auch die 2 Millionen Songs, die in Amazon Prime Music enthalten sind, reichen. Das zahlen wir ja sowieso, damit die Pakete noch schneller ankommen und die Kinder Gortimer Gibbon und das Magische Kochbuch über den Fire HD Stick (-> Amazon Affilate Link) im Schlafzimmer gucken können, den wir bestellen „mussten“ nachdem DVB-T abgeschaltet wurde. Eigentlich könnten wir ja nun zumindest das Netflix Abo kündigen, „The Good Wife“ läuft schließlich auch auf Amazon Prime. Suits aber nicht… verdammt! Und warum kann man eigentlich nirgends Game of Thrones streamen?! Außer bei Sky… aber das lohnt sich wirklich nicht!

Wie auch immer: Auf dem Handy poppt ein Fenster auf und erinnert mich an´s Trinken, die Apple Watch vibriert: Ich habe mein Bewegungsziel nicht erreicht und soll zumindest mal aufstehen. Die Dropbox meldet sich: Sie ist fast voll! Es müssen Daten gelöscht oder der Speicherplatz erweitert werden. Das würde ich ja vielleicht sogar tun… wenn mir mein Passwort einfallen würde…  HIIILFEE! Schon sind wir bei einem weiteren Lieblingsthema angelangt:

 

Passwörter

Der Passwort-Terror! Man soll ja NIEMALS nur EIN Passwort für unterschiedliche Seiten verwenden – denn wenn dieses geknackt wird, haben Kriminelle gleich Zugriff auf alle Konten. Notieren soll man sich die Passwörter lieber auch nicht, schließlich könnten Einbrecher sie finden. Was bleibt da noch? Man könnte die Passwörter z.B., hinter Fantasie-Namen versteckt, im Telefonbuch abspeichern. Das wäre sicher ziemlich originell! Noch origineller wäre es, die Passwörter in der Notizen App zu speichern. Das ist besonders sicher, wenn sich diese ohne das eigene Wissen mit dem Computer und allen anderen Telefonen, die über den gleichen Apple Account laufen, synchronisiert. Da kann man die Passwörter auch gleich aufschreiben und in eine Schublade im Wohnzimmer legen – oder auf einem Zettel im „Geheimfach“ des Portemonaies verstecken… da findet man sie zumindest selbst wieder! Ein Vorteil, der nicht zu unterschätzen ist! Datenschutz hin- oder her: Ich bin inzwischen soweit, dass ich meine privatesten Daten einer Passwort-App anvertraue. *deren Masterpasswort ich im Sommer kurz vergessen hatte. #truestory

 

Captcha Codes

Ähnlich schlimm wie Passwörter sind für mich übrigens Captcha-Codes – und zwar insbesondere die, bei denen man z.B. alle Bilder anklicken soll, auf denen ein Haus abgebildet ist. Ich sitze dann minutenlang vor meinem Smartphone und frage mich z.B., ob ein Stück von einem Klingelschild als rangezoomtes Haus gilt oder nicht. Und wenn ich brav alle Bilder nach bestem Wissen ausgewählt habe, kommt das nächste Bild, und noch eins… Grauenvoll! Und das alles nur, damit ein Computer herausfinden kann, ob ICH wirklich ein Mensch bin. Das ist doch fast schon wieder lustig, oder?! Kommen wir zum nächsten Thema:

 

Datensicherung! 😱

Ich versuche ja, meine Daten (und vor allem meine Fotos) REGELMÄßIG zu sichern! Also nicht bloß alle 2 Jahre beim Versuch das neue Smartphone mit dem alten zu synchronisieren. Das Problem: Es nervt! Inzwischen haben sich mehrere TB Daten angesammelt, die im Prinzip wertlos sind, weil die wenigen WIRKLICH schönen Bilder in der Masse untergehen. Vermutlich werde ich diese Datenmüll-Deponien sowieso irgendwann entsorgen. Spätestens, wenn die Festplatte defekt oder nicht mehr kompatibel ist (so wie die alten Camcorder Bänder….). Wie auch immer: Ich habe  angefangen, diese Daten zu sichten und zu sortieren und  rechne damit, dass ich bis 2030 damit fertig bin. Das wäre toll, denn dann bliebe  mir endlich wieder etwas Zeit um mich intensiv mit dem Thema Ernährung zu befassen:

 

Ernährung

Abgesehen von der täglichen „Was koche ich heute“ (-> hier geht´s zu meinem Wochenspeiseplan Vordruck) Problematik, geht es dabei vor allem um das Thema: WAS IST EIGENTLICH GESUND?! Wo kann man sich darüber informieren? Wer möchte was mit seinen Aussagen bezwecken (wo fließen Gelder)? Und wem kann man glauben? Erst war das Fett das größte Problem, dann war es plötzlich gar nicht mehr so schlimm, dafür waren die Kohlenhydrate die „Bösen“. Inzwischen ist Zucker (inkl. Obst) ganz oben auf der Liste der meistgehassten Dinge und Bücher wie Goodbye Zucker (<- Amazon Afflilate Link) sind entsprechend beliebt. Aber brauchen wir nun wirklich glutenfreies, veganes, zuckerfreies bio  Superfood, um unseren Körper mit den wichtigsten Nährstoffen zu versorgen? Ganz ehrlich: Seit ich den FIlm „What the health“ auf Netflix gesehen habe, weiß ich noch nicht mal mehr theoreitsch, was ich essen soll. In jedem Fall weder Fleisch noch Fisch und auch keine Eier oder Milchprodukte. Aber: Was bleibt da noch? Mein Fazit lautet daher: Ich esse, was mir schmeckt (also intuitiv) und verzichte so oft es geht auf Süßstoffe und Zusatzstoffe. Das macht mich zumindest schonmal glücklich und das ist in jedem Fall förderlich für die Gesundheit.

 

 

Schule

Dann wäre da noch das Thema Schule. Ein Thema, das viele Fragen aufwirfft: Welche Schule ist die richtige für mein Kind? Wieviel Unterstüzung ist hilfreich? Sollte man mit den Kindern wirklich den halben Nachmittag darüber diskutieren, dass Hausaufgaben nunmal gemacht und Vokabeln gelernt werden müssen, oder ist es sinvoller, sich rauszuhalten und die Kinder ihre eigenen Erfahrungen (inkl. Scheitern) sammeln zu lassen? Brauchen 5. Klässler wirklich schon ein eigenes Smartphone, um dem Klassenchat (und dem Clash Royal Stamm) der 5 c beitreten zu können? (die Antwort lautet: Ja!). Und überhaupt: Ist ein (wenn auch privates) Instagram-Konto wirklich unverzichtbar für 10-jährige? Was hat es mit diesen „tellonym-Links“ auf sich, die man dort in vielen Profilen findet? Wie verhindere ich, dass meine Kinder youtube Videos gucken, die nicht für ihre Augen bestimmt sind? Und: Warum verstehe ich Snapchat eigentlich immer noch nicht?! Fragen über Fragen!

 

Mein Fazit:

Diese ganze Informationsflut nervt und es ist nicht möglich, ihr Herr zu werden! Es ist, als würde man in einem kleinen Boot sitzen, dass ein ziemlich großes Loch hat und während man mit einer Tasse Wasser aus dem Boot schöpft, kippt mindestens eine Person für jede Tasse einen großen Eimer nach. Mein Lösungsansatz ist daher ganz einfach: Ich versuche es nicht länger, sondern beschränke mich einfach noch stärker auf die wesentlichen Dinge. Ich habe meine Smartwatch ausgezogen und mein Fitnessarmband verschenkt, das ist schon mal ein Anfang. Die „Trinken“ App habe ich gelöscht (angeblich wird dieses ganze Thema nämlich total überbewertet), ich bleibe bei der Kombination aus Spotify, Amazon Prime und Netflix („never change a running system“), die Daten sortiere ich einmalig und speichere sie dann regelmäßig – eine Erinnerung im Google-Kalender, der mit meinem iPhone Kalender und dem iPhone meines Mannes synchronisiert ist, sollte dazu reichen. Das ist übrigens tatsächlich praktisch, so haben wir nämlich beide immer alle Termine im Blick. Mit meiner Passwort App bin ich zufrieden (ich nutze Enpass), die darf also bleiben. Aus den Whatsapp Gruppen bin ich ausgetreten. Die Whatsapp-Bilder und Videos werden nun zumindest nicht mehr automatisch in meinem Smartphone gespeichert und ich nehme mir fest vor, mein Smartphone zumindest vor dem Einschlafen gegen ein Buch zu tauschen und mich nicht länger künstlich stressen zu lassen. Ob das klappt? Ich werde es euch berichten.

 

Liebe Grüße,

 

PS: Kennt ihr schon die Beiträge zu meinem aktuellen Minimalismus Projekt? Ihr findet sie hier!

Ich freue mich, wenn du meinen Beitrag teilst:

6 comments on “Passwörter, gesunde Ernährung und Co: Familienalltag im Jahr 2018! ”

  1. Hahaaaa 🙂
    Ungefähr alle Punkte kenne ich nur zu gut, bis auf die Alexa, die haben wir (noch) nicht!
    Diese Klassengruppen in denen sich alle ständig ein schönes Wochenende oder gute Besserung wünschen habe ich verlassen. Es nervt!
    Hab uns mal „Hello fresh“ bestellt jetzt, weil mir die Kocherei auch gegen den Strich geht und diese Schlafapp werde ich mir auch mal besorgen, denn mein Schlaf ist derzeit gesundheitsschädlich.
    Meditation macht mich tatsächlich ruhiger und inzwischen merke ich, wenn ich es mal wieder „vergesse“
    Es ist also überall das Gleiche.
    Ganz liebe Grüße
    Anke

  2. Richtig so, fokussieren auf das Wesentliche. Das ist auch mein Ansatz für die Zukunft. Was nicht kompatible ist, fliegt raus. Was Zeit, Kraft oder Nerven kostet wird reduziert. Ich bin wieder ganz bei Dir, wir sollte unbedingt mal wieder einen Kaffee zusammen trinken, notfalls über Skype…;-) Lg Kerstin

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