Ich habe diesen Beitrag zwar schon  am 08.01.2015 geschrieben –  finde aber er passt sehr gut zur Blogparade #geschichtenvomscheitern von grosseköpfe:

 

Ich  bin  grundsätzlich kein ängstlicher Mensch und gebe auch nicht all zu viel darum, was andere Menschen von mir denken könnten. Um so erstaunlicher ist es eigentlich, wie sehr mich der Gedanke „zu scheitern“ stressen kann (bzw. konnte). Vielleicht liegt es an dem relativ hohen Anspruch, den ich selbst an mich und meine Leistung stelle  – zumindest in einigen Bereichen….

 

Der Haushalt gehört zum Glück (oder leider…) nicht dazu. Ich kann also ohne Weiteres auch mal ganz entspannt ins Bett gehen, wenn sich in der Spüle das Geschirr stapelt, die Decke auf der Couch nicht ordentlich gefaltet ist und die leere Chipstüte zwischen den Abdrücken von den Cola Gläsern auf dem Wohnzimmertisch liegt.

 

Und selbst in der Kindererziehung habe ich es mittlerweile geschafft, mich nicht von anderen verrückt machen zu lassen, sondern meinem Bauchgefühl zu vertrauen (von kurzen Stressphasen beim Wechsel auf die weiterführende Schule mal abgesehen): Jedes Kind hat sein eigenes Tempo und wer im Miniclub zuerst laufen oder sprechen konnte interessiert im Kindergarten schon niemanden mehr… so geht es dann weiter: Wen interessiert es in der Schule noch, wann welches Kind trocken war? Wer fragt auf dem Gymnasium danach, welches Kind den Schreibschriftlehrgang als erstes abgeschlossen hatte? NIEMAND!

 

Und was soll Scheitern im Bezug auf die Kindererziehung überhaupt bedeuten? Das man einmal nicht so geduldig, gerecht oder motiviert war, wie man sich das in der Schwangerschaft vorgenommen hat? Ich finde es menschlich… und sympathisch! Und die Kinder können etwas sehr wichtiges daraus lernen: Nämlich, dass niemand immer perfekt funktionieren kann/ muss – und sie selbst also auch nicht immer funktionieren müssen sondern Fehler machen dürfen!

 

Bliebe noch zu klären, wo dieser hohe Anspruch an mich selbst in anderen Bereichen her kommt... Leider weiss ich es gar nicht so genau, denn es gab  eigentlich nie einen Grund, das Scheitern zu fürchten: Meine Eltern waren immer sehr entspannt und ich kann mich auch nicht erinnern, eine schlechte Erfahrung diesbezüglich gemacht zu haben… Es muss also ein „interner error“ sein… 😉 Jedenfalls nervte es mich: Dieses schlechte Gefühl, das immer dann aufkam, wenn es darum ging, dass ich etwas nicht schaffen könnte…

 

Also habe ich mir am 31.12.2014 vorgenommen, etwas dagegen zu tun und mir für das neue Jahr bewusst vorgenommen, Fehler zu machen!

 

Es folgt mein Beitrag vom 08. Januar 2015:

 

Heute ist der 08.01.2015 und das neue Jahr ist schon eine Woche alt.

Eine Woche, in der ich weder auf Süßigkeiten verzichtet habe noch täglich ein kurzes Sportprogramm absolviert habe (noch nicht mal  für das 7 Minuten Workout auf dem iPhone hatte ich Zeit). Ich habe es versäumt,  5 neue Englischvokabeln pro Tag zu lernen (was meinen Wortschatz innerhalb eines Jahres innerhalb immerhin um 1825 Wörter erweitert hätte), im Restaurant habe ich das Steak mit Pommes & Mayo bestellt (statt der Low-Carb Variante mit Fitness-Salat). Mehr Obst und Gemüse habe ich natürlich auch nicht gegessen. Außerdem habe ich die Bügelwäsche nicht sofort weg gebügelt und auch nicht jeden Abend mit den Kindern Gesellschaftsspiele gespielt statt sie vor dem Fernseher zu parken – und das sind nur die Punkte, die mir spontan einfallen… 😉

 

Zum Glück musste ich diese ganzen Punkte auch gar nicht erfüllen, denn dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, mir nichts vorzunehmen.

 

Ich habe natürlich trotzdem Ideen und Ziele für 2015 – eine ganze Menge sogar (ein entsprechender Beitrag folgt) – aber eben keine „Vorsätze“. Warum sollte man sich auch erst selbst unter Druck setzen um dann direkt den ersten Misserfolg des Jahres zu verbuchen, wenn nach wenigen Tagen (oder Stunden?)  der innere Schweinehund vor der Tür steht und  den Enthusiasmus so schnell vertreibt, wie er gekommen ist?

 

Dann bin ich auf Facebook über einen Post mit dem Titel: Ich hoffe ihr macht dieses Jahr Fehler gestolpert – und fand die Idee so toll, das ich mir doch noch etwas vorgenommen habe:

 

Ich habe mir vorgenommen, 2015 Fehler zu machen und nach Möglichkeit sogar zu scheitern!

 

Denn wenn man Fehler macht, bedeutet das, dass man etwas macht. Dass man sich traut, etwas Neues zu probieren. Etwas, das man noch nicht perfekt beherrscht. Dass man seine Komfortzone verlässt, sich ins Leben stürzt, sich nicht von Angst leiten lässt, sondern lernt loszulassen und die Dinge auf sich zukommen zu lassen.

 

 

’’Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.‘‘ Dietrich Bonhoeffer

 

Die Angst vor Fehlern lähmt. Und der hohe Anspruch an die eigene Leistung führt dazu, Dinge in einem negativen Licht zu betrachten und im Zweifel vielleicht lieber nicht zu machen, um  ein „Versagen“ zu vermeiden. Dabei helfen gerade Fehler  dabei, uns weiterzuentwickeln, neue Erfahrungen zu machen, den Horizont zu erweitern und Spaß zu haben.

 

Deshalb finde ich die Idee so gut, umzudenken: Man sollte Fehler nicht persönlich nehmen, sondern als Erfahrung abhaken und sich darüber zu freuen, dass man mutig genug war sich zu trauen! Das Leben ist kurz und am  Ende des Lebens bereut man (angeblich) besonders die Dinge, die man NICHT gemacht hat. Also: Worauf wartet ihr noch?!

 

P.S.: Stand heute, 21.03.2015: Es ist mir noch nie leichter gefallen, mich an einen guten Vorsatz zu halten! 🙂

 

 

 

 

 

 

Ich freue mich, wenn du meinen Beitrag teilst:

7 comments on “Wieso ich mir für 2015 vorgenommen habe, Fehler zu machen! #geschichtenvomscheitern”

  1. Hallo,
    bin gerade auf deinen Blog gestossen,durch die Suche nach einem Wochenspeiseplan.Deiner gefällt mir sehr gut und werde ihn verwenden.Danke dafür.Freue mich auf regen Austauch.
    Liebe Grüße Pippi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.