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Endlich: Fotografie Grundlagen einfach erklärt!

 

Interessiert ihr euch für das Thema Fotografie, wisst aber nicht, wie ihr damit anfangen sollt? Betreibt ihr einen Blog und würdet gerne bessere Bilder machen? Seid ihr auf der Suche nach einer guten und günstigen Spiegelreflex-Kamera? Oder wollt ihr einfach bessere Schnappschüsse eurer spielenden Kinder machen? Dann seid ihr hier richtig!  Ich habe nämlich mal die wichtigsten Grundlagen der Fotografie mit eigenen Worten zusammengefasst und zeige euch heute, mit welcher Kamera ihr spontan solche Schnappschüsse mit unscharfem Hintergrund (= Bokeh)machen könnt:

 

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Mit diesen Grundlagen werdet ihr auch als absolute Anfänger innerhalb kürzester Zeit in der Lage sein, richtig tolle Fotos zu machen und den Sinn hinter den wichtigsten manuellen Kameraprogrammen verstehen. Im Detail geht es heute um folgende Punkte:

 

  • Fotografie Grundlagen einfach erklärt
  • Der Zusammenhang zwischen Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert
  • Übungen für erste Fotos ohne das Automatikprogramm der Kamera
  • Tipps zur Ausrüstung & Kaufempfehlungen

 

Damit ihr nicht den Überblick verliert, konzentriere ich mich in meinem Beitrag auf die wichtigsten Punkte. Falls euch das Thema Fotografie interessiert und ihr gerne mehr darüber lernen möchtet, kann ich euch -> diesen Beitrag meiner Bloggerkollegin Nicola empfehlen. Nicola ist ein echter Fotografie-Profi und hat nicht nur ein umfangreiches -> eBook zum Thema Fotografieren für Anfänger verfasst , sondern veranstaltet auch Foto-Workshops & Fotoreisen für Anfänger & Fortgeschrittene.

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Mit dem richtigen Objektiv gelingen Fotos ganz einfach!

 

Fotografie Grundlagen einfach erklärt: Blende, Verschlusszeit & ISO-Wert

 

Im Grunde geht es beim Fotografieren um die richtige Kombination von 3 Dingen:

 

  1. Blende
  2. Verschlusszeit / Belichtungszeit
  3. ISO-Wert

 

Legst du einen dieser Werte fest, ergeben sich daraus – je nach Foto – automatisch die anderen beiden Werte. Dazu gleich mehr. Zunächst möchte ich euch kurz erklären, was hinter diesen 3 Begriffen steckt.

 

 

1. Die Blende

Die Blende bestimmt, wie viel Licht durch das Objektiv auf den Sensor der Kamera trifft. Das ist eigentlich ganz logisch, denn wenn ihr die Kamera vorne komplett öffnet, kommt viel mehr Licht hinein als wenn ihr sie fast vollständig schließt, und nur eine kleinen Öffnung übrig bliebt.

Merken müsst ihr euch nur, dass der Blenden-Wert umso größer wird, ja weiter die Blende geschlossen ist.

Je höher der Blendenwert, desto dunkler wird also das Bild. Zwei Beispiele: Bei einem Blendenwert von 1.2 ( f/1.2) ist die Blende vollständig geöffnet. Es trifft also viel Licht auf den Sensor. Bei einem Blendenwert von 22 (f/22) ist die Blende hingegen fast vollständig geschlossen und es gelangt nur wenig Licht auf den Kamerasensor.

Außerdem hat die Blendenöffnung einen Einfluss auf die Tiefenschärfe – also darauf,  wie scharf der Vordergrund bzw. der Hintergrund eures Bildes dargestellt werden.  Je weiter die Blende geschlossen ist (je größer also ihr Wert ist), umso größer ist der Bereich der Schärfe vor und hinter dem Objekt. Merken könnt ihr euch das mit diesem Satz: Für Schärfe ohne Ende, nimm die kleinste Blende!

 

 

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Grundsätzlich gilt:

Landschaften: Großer Blendenwert = weit geschlossene Blende = das komplette Bild ist scharf!
Portraits: Kleiner Blendenwert = offene Blende = die Person im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund verschwimmt!

 

2. Die Verschlusszeit / Belichtungszeit

Die Verschlusszeit bestimmt, wie lange Licht auf den Sensor eurer Kamera fällt und wird in Bruchteilen von Sekunden angegeben. Sie spielt eine wichtige Rolle, wenn ihr Motive fotografieren möchtet, die sich bewegen. Mit einer sehr kurzen Verschlusszeit (z.B. 1/1000 Sekunde) könnt ihr Momente einfrieren. Entscheidet ihr euch für eine lange Belichtungszeit (z.B. 1/2 Sekunde), dann verschwimmen die Bewegungen. So könnt ihr z.B. beim Fotografieren von Wasserfällen tolle Effekte erzielen oder die Lichter von Autos im Dunkeln zu leuchtende Linien werden lassen.

Tipp: Um scharfe Fotos zu erhalten, sollte die Belichtungszeit beim Fotografieren ohne Stativ mindesten 1/50 betragen. Ist die Verschlusszeit länger, führt jede noch so kleine Bewegung von euch dazu, dass das Foto verwackelt.

 

 

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3. Der ISO-Wert

Der ISO-Wert liegt je nach Kamera zwischen 50 und 64.000 und gibt an, wie empfindlich der Kamerasensor auf Licht reagiert. Je höher der Wert, desto lichtempfindlicher ist der Sensor! Falls du Fotos in einer dunklen Umgebung ohne Blitz aufnehmen möchtest, solltest du also den ISO Wert erhöhen. Aber Achtung: Ein hoher ISO-Wert kann zum sogenannten Bildrauschen führen. Das Bild wird unscharf bzw. „pixelig“.

 

Zusammenhang zwischen Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert

 

  • Je weiter du die Blende öffnest, desto mehr Licht fällt auf den Sensor der Kamera. Du kannst entsprechend eine kürzere Belichtungszeit wählen.
  • Möchtest du die Blende weiter schließen, kannst du mit einer längeren Verschlusszeit verhindern, dass dein Bild zu dunkel wird. 
  • Alternativ kannst du auch den ISO -Wert erhöhen, damit dein Sensor weniger Licht benötigt.

 

Brennweite

Jetzt möchte ich noch kurz auf die Brennweite und die Wahl des richtigen Objektivs eingehen. Eigentlich beschreibt die Brennweite den Abstand zwischen der Linse und ihrem Brennpunkt, also dem Punkt, an dem sich die Lichtstrahlen treffen. Je größer dieser Abstand ist, desto kleiner ist der Bildausschnitt und umgekehrt.

Bezogen auf eure Kamera beschreibt die Brennweite, wie groß der Bildausschnitt ist, der auf eurem Foto dargestellt wird. Möchtet ihr ein Bild aufnehmen, dass in etwa der Sicht eures Auges entspricht, ist ein Objektiv mit der Normal-Brennweite von 50 mm gut geeignet. Entscheidet ihr euch für ein Objektiv mit 18 mm, zeigt dieses einen sehr großen Ausschnitt eures Bildes (z.B. für große Gruppen oder Architekturfotos). Nutzt ihr hingegen ein 300 mm Teleobjektiv, dann seht ihr nur einen sehr kleinen Bereich. Das Motiv wird somit „rangezoomt“, was z.B. bei Tieraufnahmen interessant sein kann.

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Was bedeuten die Zahlen auf dem Objektiv

Vielleicht habt ihr euch schon mal gefragt, was die Zahlen auf eurem Objektiv (z.B. 40 – 150 mm 1:4-5.6) bedeuten. Also: Der erste Wert gibt die Brennweite der Kamera an (-> bei Festbrennweiten steht ihr nur ein Wert, weil sich die Brennweite nicht verändern lässt – ihr also nicht „zoomen“ könnt). Das zweite Zahlenpaar gibt die Lichtstärke an. Je kleiner dieser Wert ist (z.B. 1,8), desto größer ist die größtmögliche Blendenöffnung und desto mehr Licht kann auf den Sensor gelangen, was dann wiederum zu besseren Ergebnissen bei schlechten Lichtverhältnissen führt.

 

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Foto für einen Blogpost  mit offener Blende: Der Vordergrund ist scharf, der Hintergrund verschwimmt!

 

 

Was bedeuten die Buchstaben auf dem Auswahlrad der Kamera?

Bevor ihr nun euer 1. Foto macht, möchte ich euch noch kurz die wichtigsten Einstellungen eurer Kamera vorstellen:

 

A = Du wählst eine Blende (= engl. für Aperture) und die Kamera wählt automatisch die dazu passende Zeit.
S = Du stellst die Verschlusszeit (engl. Shutter priority) aus und die Kamera wählt die dazu passende Blende.
M =  Bei dieser Einstellung wählst du sowohl die Blende als auch die Belichtungszeit aus.
P = Die Kamera wählt die Einstellung (Blende, Verschlusszeit, ISO-Empfindlichkeit, etc.)  automatisch.

 

Was ihr sonst noch wissen solltet:

 

  • Belichtungsmessung: Moderne Kameras messen die Belichtung (genauer gesagt: die von eurem Motiv reflektierte Lichtmenge) mit einem Sensor. Dieser wird aktiv, wenn ihr den Auslöser halb durchdrückt. Ihr könnt selbst festlegen, ob bei der Belichtungsmessung das gesamte Bild oder nur ein bestimmter Punkt berücksichtigt werden soll. Für normale Fotos ist die Mehrfeldmessung zu empfehlen. Bei starkem Gegenlicht kann die sogenannte Punktmessung empfehlenswert sein. Wählt ihr diese, könnt ihr selbst festlegen, an welcher Stelle die Belichtung eures Motivs gemessen werden soll. So wird euer Motiv heller dargestellt und der extrem helle Hintergrund wird ignoriert. Tipp: Profis benutzen einen Belichtungsmesser / Luxmeter, denn dieser misst nicht das reflektierte Licht, sondern die einfallende Lichtmenge, was zu einem realistischeren Ergebnis führt.
  • Fokus: Der S-AF (= Einmaliger Autofokus) eignet sich für Motive, die sich nicht bewegen. Das Motiv wird dabei einmalig scharf gestellt, sobald ihr den Auslöser halb durchdrückt. Anschließend könnt ihr den Bildausschnitt verändern. Der C-AF (= Kontinuierlicher Autofokus) eignet sich hingegen für Objekte, die sich bewegen. Hier wird das Motiv nämlich so lange automatisch scharf gestellt, bis das Foto gemacht wurde.

 

 

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Gegenlicht Foto am Strand

 

Dein 1. Foto ohne das Automatikprogramm der Kamera  

Nachdem ihr nun die Grundlagen kennt, ist es höchste Zeit für einen ersten Praxistest. Um die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Einstellungen zu verstehen, würde ich euch empfehlen, nicht zu lange zu zögern, sondern gleich loszulegen. Wie gut die Ergebnisse werden, hängt dabei in erster Linie vom Objektiv ab, das ihr verwendet. Dazu gleich mehr.

 

  • Die 1. Übung: Wähle für den Anfang das Programm A deiner Kamera aus. In diesem Programm kannst du selbst die gewünschte Blende auswählen. Die Kamera wählt dann automatisch eine passende Belichtungsdauer. Suche dir ein Motiv mit einem gewissen Abstand zum Hintergrund und wähle die größtmögliche Blendenzahl (z.B f/22) . Das Ergebnis: Die Blende ist weit geschlossen und das komplette Bild wird scharf dargestellt. Ändere nun die Blendenzahl, bis diese so klein wie möglich ist und fotografiere das Motiv erneut. Siehst du den Unterschied? Je nach Objektiv (-> mehr dazu erfahrt ihr weiter unten) ist dein Motiv im Vordergrund nun richtig scharf und der Hintergrund verschwimmt. Das sogenannte Bokeh entsteht!
  • Die 2. Übung: Gehe in einen Raum mit schlechter Beleuchtung und wähle eine möglichst große Blende. Mache dann ein 2. Foto mit einer möglichst kleinen Blendenzahl. Das 2. Foto ist deutlich heller, stimmt´s? Das kommt daher, dass weniger Licht durch die weit geschlossene Blende zum Sensor der Kamera gelangt.
  • Die 3. Übung: Wähle nun das Programm S deiner Kamera und suche dir ein Motiv, dass sich schnell bewegt. Das kann z.B. ein vorbeifahrendes Auto sein, oder dein rennendes Kind. Im Programm S wählst du die Verschlusszeit aus – die Kamera wählt dann eine dazu pasende Blende. Wähle nun eine möglichst kurze Verschlusszeit (-> einen möglichst hohen Wert, z.B. 1/1000 S) und mache das 1. Foto. Verkürze nun die Verschlusszeit und drücke erneut auf den Auslöser. Seht euch den Effekt an: Ein Bild ist scharf, das andere verschwommen!

 

bessere_kinderfotos_Machen
Ganz einfach: Natürliche Kinderfotos!

 

Fotografieren für Anfänger: Was ihr sonst noch wissen solltet!

 

  • Geht möglichst nah an euer Motiv heran „Wenn du denkst, du bist nah dran: Geh noch einen Schritt näher ran!“
  • Benutze nicht den digitalen Zoom – dieser verschlechtert – im Gegensatz zum optischen Zoom eure Bildqualität!
  • Portraits und Produktfotos werden mit einem Festbrennweite Objektiv (z.B. 50 mm) extrem gut / professionell!
  • Vermeidet direktes Sonnenlicht zur Mittagszeit. Dieses führt zu harten Schatten. „Zwischen 11 und 3 hat der Fotograf frei!“
  • Benutzt bei langer Belichtung unbedingt ein Stativ!
  • Nutzt den RAW Modus eurer Kamera, wenn ihr die Bilder anschließend nachbearbeiten möchtet.
  • Nutzt den Weißabgleich der Kamera, um unterschiedliche Farbtemperaturen auszugleichen.

 

 

Tipps zur Ausrüstung & Kaufempfehlungen

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es in 1. Linie auf das Objektiv ankommt –  und dass man auch mit einer sehr günstigen Vollformat Kamera und einem extrem günstigen 50 mm Festbrennweite Objektiv (-> bzw. 80 mm Objektiv bei einer Spiegelreflexkamera mit einem Crop-Faktor*  von 1,6) in kürzester Zeit professionelle Ergebnisse erzielt.

Wenn ihr also nach einer günstigen, leicht zu bedienenden und lichtstarken digitalen Spiegelreflex Kamera für unter 200 € sucht,  kann ich euch die Kombination der digitalen Spiegelreflexkamera Canon EOS 1100D mit dem sehr günstigen YONGNUO YN50mm F1.8 Autofokus Objektiv für knapp 45 € Amazon Affiliate Link  empfehlen. Danke nochmal für den Tipp, liebe Kati! 

 

 

Wenn es ein aktuelleres Modell sein soll, ist die Canon EOS 2000D inkl. Objektiv EF-S 18-55 IS II Kit ein gute Wahl. Auch hier würde ich dazu raten, das YONGNUO YN50mm F1.8 Autofokus Objektiv Amazon Affiliate Link für ca. 45 € hinzuzubestellen. So habt ihr für knapp 400 € eine richtig gute Ausrüstung ink. WLAN Funktion zum Teilen der Bilder.

 

 

*Crop-Faktor

Nun möchte ich noch schnell versuchen, den Begriff Crop-Faktor einfach zu erklären. Also: Der Crop-Faktor (auch Verlängerungsfaktor genannt) gibt an, wie stark verkleinert eure Bilder im Vergleich zum Vollformat (24 x 36 mm) dargestellt werden. Das heißt: Wenn ihr eine Kamera mit einem Crop-Faktor von 1,6 in Kombination mit einem 100 mm Objektiv benutzt, erhaltet ihr einen kleineren Bildausschnitt, als wenn ihr eine Vollformat Kamera verwendet. Der Ausschnitt entspricht dann einem 160 mm Objektiv einer Vollformat Kamera (Crop-Faktor 1,6 x 100 mm).

 

 

So, ich hoffe der Beitrag zum Thema Fotografie Grundlagen hat euch gefallen. Falls ihr noch Fragen, Tipps oder Anregungen habt: Schreibt mir gerne!

Ansonsten heißt es wie immer: Übung macht wie immer den Meister! Also: Try! Try! Try! 🙂

 

Liebe Grüße,

Für eure Pinterest Pinnwand:

 

 

 

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