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Bevor meine Tochter zur Welt kam, habe ich das Thema „gesunde Ernährung“ belächelt. Obst oder Gemüse gab es höchstens mal am Wochenende und die Mittagspause habe ich im Wechsel bei div. Fastfood-Läden verbracht.

Die Hinweise, dass das auf Dauer nicht gesund sein kann, habe ich überhört – schließlich fühlte ich mich ja fit und gesund!

 

Nach der Geburt meiner Tochter vor 11 Jahren änderte ich meine Meinung.

Das lag vermutlich vor allem daran, dass ich mich aus einem Verantwortungsgefühl für meine Tochter heraus zum ersten Mal in meinem Leben wirklich mit dem Thema Ernährung auseinander setzte. Plötzlich erkannte ich welchen Einfluss die Ernährung auf jede einzelne Zelle unseres Körpers hat.

 

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Warum gesunde Ernährung wichtig ist:

 

Bei gesunder Ernährung geht es  nicht nur darum, Übergewicht zu vermeiden und den Körper mit Nährstoffen zu versorgen.

Ernähren wir uns „schlecht“, nehmen also Produkte mit vielen Zusatzstoffen zu uns, so können diese Zusatzstoffe in die Zellen eindringen und  diese schädigen.

Das gilt für Erwachsene und Kinder gleichermaßen!

Nehmen wir aber gesunde Dinge (besonders Gemüse ->Sekundäre Pflanzenstoffe) zu uns, so können diese winzigen Stoffe ebenfalls in die Zellen eindringen, und diese positiv beeinflussen, also quasi die Zellschädigung reparieren. Wie das genau funktioniert und welche Lebensmittel besonders wirksam sind, wird z.B.in dem Buch Krebszellen mögen keine Himbeeren* gut erklärt.




 

Das Problem: Das Reparieren funktioniert  nur bis zu einem bestimmten Punkt!

Das die Zellveränderungen von der gesunden Zelle zur Krebszelle auch schon mal mehrere Jahre dauern kann, macht es nicht gerade einfacher sich gesund zu ernähren – denn die Vorteile bzw. negativen Folgen sind nicht immer sofort spürbar.

 

Zusatzstoffe:

Unabhängig von der Zellschädigung glaube ich inzwischen, dass Zusatzstoffe (also alle Stoffe, die keine „natürlichen Zutaten“ sind, Aromastoffe, Geschmacksverstärker, Süßstoffe etc.) nicht nur die Zellen eines Menschen sondern auch den Stoffwechsel bzw. das natürliche Sättigungsgefühl beeinflussen können.

 

 

Intuitive Eating – beim Essen auf den Körper hören!

 

 

Ich halte die Natur für ziemlich genial und glaube, dass sie den Körper grundsätzlich so konzipiert hat, dass man ein natürliches Gespür dafür hat, was man braucht und was nicht. 

 

Wenn dem Körper Salz fehlt, hat man Appetit auf etwas herzhaftes, wenn er Energie braucht auf etwas Süßes etc.. Wichtig ist es aber in diesem Fall, wirklich auf den Körper zu hören, und nicht Kuchen zu essen, nur weil es gerade Sonntag nachmittag ist oder weil er gerade im Angebot ist (also ohne Appetit darauf zu haben).

TIPP: Übrigens kann der Körper einige Vitamine Wochen bis Monate speichern! Man braucht sich also nicht mit dem Gedanken stressen, jeden Tag eine bestimmte Dosis an Vitaminen zu sich nehmen  zu müssen!

Süßstoffe und Lightprodukte:

 

Süßstoffe und Lightprodukte bringen das natürliche Sättigungsgefühl aus dem Gleichgewicht: Man isst 2 Scheiben Light-Käse (die wie Esspapier schmecken) und stellt fest, dass man immer noch Hunger auf Käse hat. Statt dessen hätte man auch einfach 1 Scheibe 40 % Gouda essen. Ein echter Genuss, man ist glücklich und tatsächlich satt.

Leider dauert es eine Zeit (bis zu einem Jahr) bis der Körper sich wieder an ein „normales“ Essverhalten gewöhnt hat.

 

Wir haben mittlerweile alle Lightprodukte aus unserem Haus verbannt!

 

Es gibt 3,8 % ige Biomilch, Camembert mit 60 % Fett, 3,5 % Bio-Joghurt und  Butter statt Margarine!



 

Kinder & Kochen:

Ich versuche so oft wie möglich frisch zu kochen. Keine Sterne-Menüs sondern einfache Gerichte aus wenigen, frischen  Zutaten, die ich hauptsächlich beim Discounter kaufe.

 

Das ist nicht nur gesund, es schmeckt auch besser und ist günstiger!

 

Soweit die Theorie – aber wie das funktioniert das im Alltag? Ich finde schon! 🙂

 

Ich war nämlich irgendwann so genervt von der täglichen Frage:

 

WAS KOCHE ICH HEUTE?!

 

dass dringend eine Lösung her musste – und die sah so aus:

 

  1. Auf einen Zettel habe ich unsere 30 Lieblingsgerichte geschrieben (z.B. Pfannkuchen, Pizza, Gulasch mit Nudeln, etc.) – die Kinder durften natürlich mit auswählen.
  2. Aus diesen Gerichten wählen wir jeden Sonntag 7 Gerichte aus und erstellen einen Wochen-Speiseplan (die kostenlose Druckvorlage könnt ihr euch hier downloaden).
  3. Montags mache ich dann einen Wocheneinkauf und habe dann den Rest der Woche ein Problem weniger 😉

 

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Natürlich halten wir uns nicht immer an den Plan: Mal gehen wir spontan zu Mc Donalds, oder haben totalen Heißhunger auf eine Dose Ravioli – dann switchen wir spontan um. Aber grundsätzlich bin ich sehr zufrieden mit unserer Lösung.

 

Besonders auch, weil die Diskussionen um´s Essen weniger geworden sind, seit die Kinder mitbestimmen und sich darauf einstellen können, wann es was zu essen gibt.

 

Einige unserer Lieblingsrezepte findet ihr hier.

 

 

Nun habe ich schon viel zur Organisation des Essens geschrieben  – was macht man aber, wenn das Essen auf dem Teller bleibt?

 

Wir haben Familienregeln zum Thema Essen aufgestellt, die wie folgt aussehen:

 

  • Wir versuchen mind. 1 Mahlzeit am Tag gemeinsam zu Essen
  • Handys, TV etc. sind bei dieser Mahlzeit Tabu!
  • Neue Dinge werden probiert, sonst gibt es keinen Nachtisch.
  • Wenn etwas nicht schmeckt, muss es nicht gegessen werden.
  • Aussagen wie „Ihhh“ oder „ekelhaft“ sind überflüssig!
  • Wer satt ist, darf aufhören, bleibt aber am Tisch sitzen.
  • Es wird nicht nach Nachtisch gefragt, solange andere Kinder am Tisch noch essen
  • Zum Durst löschen trinken wir Wasser
  • 1 Portion Obst & Gemüse am Tag wäre gut – egal ob roh oder als Beilag zum Essen

 

Falls man viel Zeit & Geduld hat, kann man Kindern das Essen natürlich auch schmackhaft machen, indem man die Zutaten nett gestaltet:

 


Grundsätzlich habe ich  festgestellt, dass es auch beim Thema Ernährung nicht DIE EINE Lösung gibt:

 

Phasen in denen die Kinder fast alles essen und Phasen, in denen sie plötzlich fast nichts mehr mögen wechseln sich ab und gehören einfach dazu. Je mehr man versucht die Kinder dazu zu bringen, etwas bestimmtes zu tun (bzw. zu essen), desto geringer ist die Chance, dass sie es auch tun. (->Schon aus Prinzip).

 

Wenn ich also eine leckere Soße gekocht habe und die Kinder diese verweigern steigt die Chance, dass sie die Soße doch noch probieren wenn ich einfach sage:

 

„O.k., hier sind eure trockenen Nudeln, dann bleibt mehr von der leckeren Soße für mich“ und genüßlich anfange zu essen.

 

Ich habe von Anfang an versucht, den Kinder das Thema gesunde Ernährung spielerisch näher zu bringen und z.B. erklärt, dass die „Körperpolizei“ viel stärker gegen Erkältungsviren kämpfen kann, wenn sie Vitamine bekommt, weil sie das stark macht etc. (-> wie in der Serie „Es war einmal das Leben“, die ich als Kind sehr gerne gesehen habe).

 

 

Außerdem ist es wie immer so, dass weniger die „Erziehung“ als vielmehr die Vorbildrolle der Eltern eine Rolle spielt. Wenn man also den Kindern gekochte Möhren auf den Tisch stellt und selbst die Pizza Reste vom Vortag vertilgt wird das (leider) wenig Aussicht auf Erfolg haben.

 

Andererseits bringt es auch nichts, Zucker, Fastfood & Co. zu verteufeln: Alles in Maßen ist für mich DIE Lösung!

 

Mein Fazit:

Ich traue es mich ja kaum zu sagen, aber die Kinder sind zur Zeit sehr unkomplizierte Esser. Sowohl zu Hause als auch unterwegs ist es kein Problem, sie satt zu bekommen: Gnocci, Bauernsalat, Oliven, Brokkoli,  Döner, Frühlingsrollen, Steak, Sushi – sie essen eigentlich fast alles. Das Durchhalten hat sich also gelohnt 😉

Eine Vorliebe für Nudeln mit Ketchup,  Kinder Maxi King  und Nutella haben sie dennoch und Zucchini & gekochte Möhren essen sie z.B. nur, wenn ich sie püriere und heimlich unter die Soße für die Fajitas mische (was ich gut verstehen kann).

 

So, dass war mein recht ausführlicher Bericht zum Thema Essen. Ich hoffe er hat euch gefallen. Habt ihr noch Tipps oder Ideen für mich? Ich freue mich über Kommentare!

 

 

patricia

 

 

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade von Mama on the Rocks #MissionFood4Kids teil – einem meiner Lieblingsblogs, auf dem Séverine (selbständige Verlegerin, Journalistin und Mama von LadyGaga (6) und Copperfield (1)) sehr sympathisch und humorvoll aus ihrem Leben berichtet.

 

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Ich freue mich, wenn du meinen Beitrag teilst:

9 comments on “Kinder & gesunde Ernährung: So klappt es bei uns!”

  1. Danke für die tollen Tipps. Der Speiseplan funktioniert bei uns auch super. Zum „überlisten“ hilft es manchmal auch das Essen in kreative Formen zu verpacken oder in Gesichter zu schneiden 😉 Auch wenn das leider mehr Arbeit macht…

  2. Finde ich klasse, dass du deinen Kindern einfach eine Auswahl zwischen 30 leckeren Gerichten gibst und dann einen Wochenplan zusammenstellst, wirklich geniale Idee, da darf dann keiner mehr beim Mittagstisch meckern! 🙂

  3. Schön Artikel, ich finde auch man sollte wieder richtig kochen und das mit seinen Kindern. Weg von fertig Zeug. Gerade mit einem Essensplan weiß jeder was es gibt und man spart sich das ewige überlegen was es heute zu essen gibt.
    Däumchen hoch

  4. Hallo Patricia,

    toller Beitrag, vielen Dank! Den Wochen Speiseplan finde ich klasse! Ich werde demnächst ebenfalls solch einen Plan für die Familie zusammenstellen. LG, Finja

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