
7 Tipps gegen Hitze in einer Dachgeschosswohnung die wirklich helfen
Wohnt ihr im Dachgeschoss und sucht gerade nach Möglichkeiten, um die Temperatur abzusenken und die heißen Tage zu überstehen? Dann dürfte euch mein heutiger Beitrag interessieren. Ich habe nämlich mal meine Leser nach ihren besten Tipps gefragt und außerdem unsere Tipps (wir haben einige Jahre in einer Dachgeschosswohnung gewohnt) ergänzt.
Tipp #1: Fenster mit dieser reflektierenden Folie vor Hitze schützen
Der wichtigste Tipp überhaupt: Sobald die Außentemperatur über der Innentemperatur liegt (also meistens ab 9 oder 10 Uhr morgens), solltet ihr alle Fenster komplett schließen. Und zwar insbesondere, wenn ihr tagsüber nicht zu Hause seid.
Wenn ihr keine Außenrollos habt, helfen DIY-Lösungen, die ihr von außen an die Dachfenster klebt um zu verhindern, dass die Hitze überhaupt in die Zimmer kommt. Von einer Leserin wurden mir die Laminatunterlage Basic Foam Plus von POCO mit Alu-Beschichtung empfohlen, die man gut zuschneiden kann. Eine 25 m² Rolle kostet nur 4,99 €. Ich war vorhin bei POCO – da war die Folie leider ausverkauft. Ich konnte aber mit einer Frontscheibenabdeckung für die Windschutzscheibe Affiliate Link für 1,99 € pro Stück improvisieren. Aufgrund der Fensterbreite musste ich zwei Folien mit Panzerband aneinander befestigen. Der Effekt ist absolut spürbar. Ihr könnt die Folie von außen am Fenster festkleben oder mit Fliegengitter-Magneten befestigen.
Alternativ eignet sich auch eine Rettungsdecke(silberne Seite nach außen anbringen). Diese hat den Vorteil, dass man noch durch das Fenster herausschauen kann. Last Minute Notlösung: Alufolie auf die nasse Scheibe legen.

Von Außen sieht das in etwas so aus (Symbolbild):
Wenn keine Außenlösung möglich ist, sind solche Thermo-Innenrollos Affiliate Link eine gute und günstige Alternative. Eine helle Außenseite ist sinnvoll. Achtet darauf, das komplette Fenster zu verschatten, damit keine großen Temperaturunterschiede entstehen. Diese können das Glas übermäßig strapazieren bzw. beschädigen und zwar besonders dann, wenn es Vorschäden gibt.
UPDATE: Wir haben Innenrollos und aufgrund der extremen Temperaturen, die fürs Wochenende angekündigt sind, zusätzlich eine Außenisolierung angebracht.

Wichtiger Hinweis für ältere Personen: Komplett geschlossene Fenster sind nicht immer ideal. Ohne Luftaustausch steigt die Luftfeuchtigkeit im Raum durch Atmung, Schwitzen und Kochen kontinuierlich an. Hohe Luftfeuchtigkeit lässt Hitze noch drückender wirken. Das kann gefährlich werden – und zwar besonders dann, wenn Menschen durch Medikamente (Entwässerungstabletten, Blutdrucksenker etc.) die Körpertemperatur schlechter regulieren können. Ein kurzes, bewusstes Lüften für 10 bis 15 Minuten kann hier sehr sinnvoll sein. Bei Anzeichen wie starker Verwirrtheit, Kreislaufproblemen oder extremer Schwäche kann das auf einen Hitzschlag hindeuten. Das ist ein medizinischer Notfall-> sofort den Notruf wählen.
Tipp #2: Früh morgens und nachts richtig lüften (= querlüften)
Diesen Tipp kennt ihr vermutlich. Ich möchte ihn hier trotzdem kurz auflisten: Lüftet nur, wenn es draußen spürbar kühler ist als drinnen. Querlüften (= Fenster auf gegenüberliegenden Seiten der Wohnung weit öffnen, damit Luft durchzieht) bringt den größten Effekt. Wenn ihr mehrere Etagen oder sehr unterschiedliche Fensterhöhen habt, öffnet ein tief gelegenes Fenster und ein hohes Dachfenster gleichzeitig. Die warme Luft steigt nach oben und zieht dadurch besonders schnell ab (= Kamineffekt).
Tipp #3: Nutzt ein mobiles Klimagerät oder noch besser: Eine Split-Klimaanlage
Eine Klimaanlage ist die mit Abstand wirksamste Lösung. Ich habe dazu einen ausführlichen Blogbeitrag geschrieben, der Klima-Splitgeräte, mobile Klimageräte und Verdunstungskühler vergleicht. Mein klarer Favorit: Klima-Splitgeräte. Diese kühlten extrem effizient und die zusätzliche Heizfunktion könnte mittelfristig eine gute Alternative zur Heizung sein. Portable Splitgeräte habe ich ebenfalls verlinkt. Diese könnt ihr selbst installieren und ohne Kernbohrung nutzen. Ideal für Mieter.
Auf Platz 2: Klimageräte mit Abluftschlauch. Affiliate LinkNicht empfehlen würde ich einfache Klimageräte ohne Schlauch. Hier steht der Energieverbrauch in keiner Relation zum Effekt. Da würde ich lieber zum Ventilator greifen.

Tipp #4: Nutzt diese Ventilator-Tricks
Ein Ventilator kühlt die Luft nicht wirklich ab, er sorgt aber für Bewegung auf der Haut. Das lässt Schweiß schneller verdunsten und führt zu einem angenehmeren Gefühl. Zwei Tricks meiner Leser solltet ihr kennen: Eis-Trick aka DIY-Klimaanlage: Stellt 2-3 gefrorene 1,5 l Wasserflaschen direkt vor den Ventilator. Der Luftstrom transportiert die kalte Luft in eure Richtung. Noch effektiver wird das ganze, wenn ihr einen Karton ohne Deckel und Boden vor den Ventilator stellt.
UPDATE: Ich habe den Tipp inzwischen getestet und muss sagen, dass der Effekt so gering ist, dass sich der Aufwand nicht lohnt.

Einer Leserin schrieb mir, dass sie eine halbierte 1,5 l Wasserflasche mit dem Kopf nach unten mit Kabelbinder am Ventilator befestigt und gibt oben Eiswürfel reingibt. Wenn sie geschmolzen sind, öffnet sie den Deckel, lässt das Wasser ablaufen und füllt neue Eiswürfel nach. Ich habe das noch nicht ausprobiert, finde aber, es klingt interessant.
Fenster Trick: Wenn es abends draußen kühler ist als in eurer Wohnung, solltet ihr den Ventilator mal so vors offene Fenster stellen, dass er nach draußen zeigt. Der Grund: So bläst er die warme Luft von drinnen nach draußen.
Tipp #5: Feuchtigkeit raus: Entfeuchter + Ventilator
Auch wenn sich die Kombi aus Wasser und Wind kurz gut anfühlt: Viele unterschätzen, wie sehr hohe Luftfeuchtigkeit im Raum die Hitze verschlimmert. Ein günstiger Luftentfeuchter (= Gerät, das Feuchtigkeit aus der Raumluft zieht) senkt die gefühlte Temperatur oft stärker als zusätzliche Ventilatoren. Besonders in Kombination mit einem Ventilator macht sich der Unterschied schnell bemerkbar.
Wir sind mit unserem Deckenventilator Affiliate Link im Wohnzimmer seit vielen Jahren sehr zufrieden. Der Effekt ist deutlich spürbar.
Tipp #6: Wärmflasche umfunktionieren
Ein Video mit diesem Trick wurde mir von mehreren Lesern auf Instagram weitergeleitet: Füllt eine Wärmflasche mit kaltem Wasser und legt sie für ein paar Stunden in den Kühlschrank. Dieses Kühlpad sorgt für angenehme Temperaturen im Bett. Noch effektiver ist es, eine gefrorene Plastik-Wasserflasche oder Kühlakkus ins Bett zu legen.
Achtung: Legt die Flasche nicht ins Eisfach. Die meisten Wärmflaschen sind aus Naturkautschuk (Gummi) und werden bei Kälte spröde. Das Material verliert seine Elastizität, dadurch können feine Risse entstehen. Wird die Flasche dann wieder erwärmt oder mit heißem Wasser befüllt, ist das Risiko für Undichtigkeiten höher.

Tipp #7: Nutzt solche kleinen Kühl-Tools
Ein aufladbarer Handventilator ist tatsächlich eine gute Option. Zum Beispiel fürs Büro.
Sonstige Tipps:
- Duscht lauwarm! Bei eiskaltem Wasser ziehen sich die Gefäße zusammen, danach heizt der Körper extra, um nicht zu unterkühlen. Lauwarmes Wasser entspannt und hält die Poren offen.
- Kühlt eure Handgelenke: Lasst zwischendurch kaltes Wasser über eure Handgelenke laufen. Das kühlt den gesamten Kreislauf schnell herunter.
- Schaltet Elektrogeräte ab. Jedes Gerät, das läuft, gibt Wärme ab.
- Setzt an heißen Tagen lieber auf kalte Gerichte wie Salate oder Wraps, oder nutzt die Mikrowelle bzw. Heißluftfritteuse. Der Ofen gibt nämlich zusätzliche Hitze ab.
- Trocknet Wäsche draußen. Drinnen erhöht sie die Luftfeuchtigkeit. Falls ihr sie doch unbedingt drinnen trocknen wollt: Stellt sie in euerer Nähe vor den Ventilator und nutzt zumindest den „Soforteffekt“.
- Trinkt reichlich. Am besten Elektrolyte. Ein einfaches Rezept für selbstgemachte Elektrolyte: 1 Liter Wasser, 1/2 Teelöffel Salz (am besten unraffiniertes Salz wie Himalayasalz, wegen der enthaltenen Spurenelemente), 2-3 Esslöffel Zitronensaft (frisch gepresst), , 1-2 Esslöffel Honig (für Geschmack und schnelle Energie, unterstützt die Wasseraufnahme über den Natrium-Glukose-Transport). Optional: eine Prise Backpulver für zusätzliche Puffer-Elektrolyte und etwas Magnesiumcitrat-Pulver unterrühren.
So, nun hoffe ich, dass euch dieser Beitrag gefallen hat. Wenn ihr weitere Tipps habt: Schreibt mir gerne.
Liebe Grüße,

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