Jetzt geht sie wieder los, die Erkältungszeit!


Ich sehe dieser Zeit mittlerweile recht gelassen entgegen, denn wenn man als Erwachsener ein gesundes Immunsystem haben möchte, muss man dafür schließlich als Kind eine gewisse Anzahl an Infekten durchgemacht haben.

 

Das war bei mir nicht immer so, denn obwohl ich eigentlich ziemlich entspannt bin was das Thema Bakterien angeht  („Dreck reinigt den Magen“) und wir bei uns zu Hause weit von einer sterilen Umgebung entfernt sind, hatten mich die Viren kurzzeitig im Griff. 

 

 

 

Das ging so weit, dass ich das Wartezimmer des Kinderarztes eigentlich am liebsten mit einem Seuchenschutzanzug  betreten hätte, nur um meine Tochter vor den dort herumschwirrenden Viren zu schützen (->und mich vor einer weiteren Woche in der häuslichen Isolation).

 

 

Irgendwann machte es dann zum Glück aber doch noch „klick“ und ich verstand:

 

Ohne Infekte geht es nicht!

 

 

Hält man sich von allen Viren fern, so verschiebt man die Infekte im Prinzip nur nach hinten  – das Kind fehlt dann also in der Schule statt im Kindergarten – das ist auch nicht die Lösung.

 

 

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Was kann man aber machen, damit die Kinder möglichst schnell wieder gesund werden?

 

Weniger als man denkt!

 

Jedenfalls gibt es keine „Wundermittel“ gegen einen grippalen Infekt, welches  man in der Apotheke kaufen könnte. Hustensäfte und Co. haben jedenfalls oft mehr Nebenwirkungen, als dass sie helfen.

 

 

Die grippalen Infekte werden durch Viren ausgelöst und die kann der Körper nur selbst bekämpfen.

 

 

Trotzdem gibt es Einiges was man tun kann, um den Körper bei diesem Kampf zu unterstützen!

 

 

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Diese Dinge helfen meinen Kindern wirklich, wenn sie krank sind:

 

1. Ruhe! Der Körper braucht Kraft um den Infekt zu bekämpfen. Medikamente (wie Fiebersaft) geben dem Körper ein falsches Signal, denn das Kind fühlt sich fitter als es eigentlich ist und schont sich nicht ausreichend

 

2. VIEEEEL trinken! Die zusätzliche Flüssigkeit verflüssigt den Schleim, so dass dieser besser abgebaut werden kann.

3. Vitamine! Vitamine helfen dem Immunsystem beim Kampf gegen die Viren. Künstliche Vitamine (aus Tabletten/Säften) sind weniger wirksam und teilweise sogar schädlich – frisches Obst & Gemüse sind am besten!


4. Hühnersuppe! Hühnersuppe wärmt nicht nur von innen und ist gut für die Seele – die Stoffe, die bei einer frischen Hühnersuppe aus den Knochen ausgekocht werden, unterstützen vermutlich die Abwehrkräfte zusätzlich, indem sie bestimmte Eiweiße blockieren, die für die Entzündung verantwortlich sind (zumindest ist dies in Labortests bewiesen worden).

Was bei einem grippalen Infekt hingegen nie hilft ist ein Antibiotikum – denn grippale Infekte werden (wie auch die echte Grippe) durch Viren ausgelöst – und Antibiotika wirken nur gegen Bakterien!

 

 

Wirklich sinnvoll sind Antibiotika aber, wenn es (z.B. im Rahmen eines Infektes) zu einer bakteriellen Entzündung kommt (z.B. eine bakterielle Hals- oder Mittelohrentzündung).

 

 

 

 

Auch wenn man den eigentlichen Erkältungsvirus nicht medikamentös behandeln kann, so gibt es natürlich dennoch einige Medikamente, die gegen die Symptome helfen.

Von meinen persönlichen Erfahrungen der letzten 11 Jahre möchte ich hier berichten:

 

 

Was meinen Kindern bei Halsschmerzen hilft:

 

Bei Halsschmerzen tut es gut, den Hals zu befeuchten – also z.B. Bonbons zu lutschen (Salbeibonbons helfen besonders gut) oder (bei stärkeren Schmerzen) auch Halstabletten. Wir haben in den letzten Jahren schon viele Halsschmerztabletten getestet und sind mit Lemocin-Halstabletten sehr zufrieden, weil sie angenehm nach Zitrone schmecken und den Schmerz betäuben.

 

Was macht man aber, wenn die Kinder noch so klein sind, dass sie sich an einem Bonbon verschlucken könnten?

 

Bei kleinen Kindern, die sich an einer Tablette noch verschlucken könnten, finde ich die Kinder Em-Eukal Lutscher praktisch (gibt es in der Apotheke) – gegen stärkere Halsschmerzen gibt es mittlerweile Sprays und Säfte für Kinder ab 2 Jahren die man in den Rachen sprüht welche dann wiederum lokal den Schmerz lindern.

Was sonst noch hilft: Ein warmer Tee & ein Schal/Tuch um den Hals.

 

Achtung: Halsschmerzen können auf eine eitrige Mandelentzündung, eine Streptokokken-Infektion (kann der Kinderarzt mit einem Rachenabstrich feststellen) oder Kinderkrankheiten wie Scharlach oder Mumps hindeuten.

 

Ich leuchte bei Halsschmerzen übrigens grundsätzlich in den Hals der Kinder und schaue wie es dort aussieht. Wenn die Schmerzen sehr stark sind, die Mandeln sehr geschwollen sind oder eitrige Beläge zu sehen sind, fahre ich zum Kinderarzt, damit dieser entscheiden kann, ob ein Antibiotikum sinnvoll ist.

 

Bei bakteriellen Entzündungen im Kopfbereich ist es nämlich wichtig diese möglichst schnell mit einem Antibiotikum zu bekämpfen!

 

Was meinen Kindern bei Ohrenschmerzen hilft:

 

Bei Ohrenschmerzen zögere ich nicht lange – denn dieses sind oft ein Zeichen für eine Mittelohrentzündung, welche wiederum durch Bakterien ausgelöst wird und dringend antibiotisch behandelt werden sollte!

Wenn sich die Möglichkeit bietet, suche ich bei Ohrenschmerzen immer lieber einen HNO-Arzt als einen Kinderarzt auf, denn dieser hat ganz andere Möglichkeiten in das Ohr der Kinder zu schauen und eine viel bessere Sicht auf das Trommelfell. Nachdem er das Ohr gereinigt hat, kann er auch gut zwischen einem Paukenerguss, einem Tubenkatarrh und einer Mittelohrentzündung unterscheiden.

Dadurch fällt die Diagnose viel genauer aus und es kam auch schon vor, dass es sich trotz Ohrenschmerzen, nur um eine Reizung im Ohr handelte, die sich durch Nasenspray + viel Trinken wieder normalisierte und wir kein Antibiotikum brauchten.


Was meinen Kindern bei Husten hilft:

 

Viel trinken (z.B. warmen Tee) ist im Prinzip das wichtigste Mittel gegen Husten, weil es hilft den Schleim zu lösen. Chemische Hustenlöser bringen nach meiner Erfahrung tatsächlich kaum einen Vorteil und haben mehr Nebenwirkungen als dass sie helfen. Hustenstiller gebe ich nur nach Absprache mit dem Kinderarzt bei sehr starkem Reizhusten in der Nacht.

Der absolute Lieblingstee meiner Kinder ist übrigens dieser Sidroga Bio Kinder Hustentee*:

 

 

 

 

Einen Hustensirup ohne Nebenwirkungen kann man übrigens ganz einfach selber machen.

 

Rezept für selbst gemachten Zwiebel-Hustensaft:

 

  • 1 Zwiebel fein hacken
  • in ein sauberes Marmeladenglas geben
  • so viel  Zucker (am besten braunen Zucker) dazu geben, dass die Zwiebel bedeckt ist.

 

Dann: Gut schütteln und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Morgen hat sich ein Sirup gebildet, den mein Sohn zumindest sehr lecker findet (meiner Tochter schmeckt er gar nicht!).

 

 

 

Was meinen Kindern bei Schnupfen hilft:

 

Schnupfen! Was so harmlos klingt, kann sich schnell zu einer Mittelohr Entzündung entwickeln, denn durch die Verbindungen im HNO-Bereich entsteht durch eine verschleimte Nase schnell ein „Rückstau“ , der dann wiederum zu einer Ohrenentzündung führen kann.

Ich gebe also sofort abschwellende Nasentropfen, wenn die Nase der Kinder läuft. Ich nehme nasic für Kinder*. Das ist zwar wesentlich teurer als normale Nasentropfen (Online ca. 5,29 € – einfache Nasentropfen gibt es bei Apo-Discounter z.B. schon ab 0,99 Cent!),  die Investition lohnt sich aber, da Nasic die Nasenschleimhaut nicht austrocknet. Alternativ könnte man auch normale Nasentropfen + Nasenöl verwenden. Meerwasser Nasenspray benutzen wir eher zum Befeuchten der Nasenschleimhaut.

 

Was meinen Kindern bei Kopf- und Gliederschmerzen hilft:

Viel trinken (wenn der Körper zu wenig Flüssigkeit hat, reagiert er mit Kopfschmerzen), viel Ruhe, bei starken Schmerzen: Schmerzsaft!

 

Es gibt 2 Wirkstoffe für Schmerz- und Fiebersäfte: Ibuprofen und Paracetamol.

 

Ich bevorzuge Ibuprofen, weil es, neben der schmerz– und fiebersenkenden, auch eine entzündungshemmende Wirkung hat und weil Paracetamol u.a. negative Auswirkungen auf die Leber haben kann.

 

Trotzdem habe ich immer beide Wirkstoffe zu Hause, denn man darf beide Medikamente notfalls kombinieren, wenn das Fieber schon nach wenigen Stunden wieder steigt, kann man die Zeit mit Paracetamol überbrücken.

Die Säfte gibt es in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen

Tipp: Für Babys gibt es zum Dosieren z.B. spezielle Schnuller wie diesen hier:   Medikamenten-Schnuller „Onkel Doktor“

 

 

 

Was meinen Kindern bei Fieber hilft:

 

Fieber ist zunächst einmal sehr sinnvoll, denn es steigert die Stoffwechselaktivität und hilft dem Körper, sich selbst zu heilen. Es gibt z.B. Viren, die erst ab einer Temperatur von mehr als 39,5 Grad absterben.

 

Außerdem signalisiert der Körper durch das Fieber und der damit verbundenen Schlappheit, dass man sich schonen sollte!

 

Wenn die Kinder also nicht über starke Schmerzen klagen, versuche ich sie bei einem grippalen Infekt tagsüber bis zu einer Temperatur von knapp über 40 Grad fiebern zu lassen. Nachts gebe ich ihnen im Zweifelsfall aber Fiebersaft, damit sie sich erholen können.

Zum Fiebermessen hat sich bei uns das
Braun Thermo Scandurchgesetzt. Dieses wird sowohl bei unserem Kinderarzt als auch in modernen Krankenhäusern eingesetzt und misst nach meiner Erfahrung bei korrekter Anwendung absolut genau und zuverlässig! (Ich messe sicherheitshalber immer in beiden Ohren!)

 

Alternativ zum Fiebersaft versuche ich es oft zunächst erst einmal mit Wadenwickeln, denn auch damit lässt sich die Temperatur um bis zu 1 Grad senken.

 

Wie macht man Wadenwickel bei Kindern / Kleinkindern? 

 

Schritt 1:

Prüfen ob die Beine des Kindes warm sind! (Bei kühlen Beinen oder wenn das Kind friert darf man keine Wadenwickel machen!)

 

Schritt 2:

Wenn man keine solchen Wadenwickel für Kinder hat:

 

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Kann man z.B.  Küchenhandtücher oder Mullwindeln mit lauwarmem Wasser befeuchten, diese gut auswringen  und dann um die Beine wickeln. Dann wird ein weiteres großes Handtuch um die Beine gewickelt.

 

Schritt 3:

Sobald die Wickel sehr warm sind (das ist bei den 1. Wickeln quasi schon nach wenigen Sekunden der Fall), können die Wickel erneuert werden.

 

Die Wadenwickel auf dem Foto (-> Wickel für Kinder bei NG-Versand – hier) sind natürlich viel komfortabler: Sie sind besonders für Babys (ab 6 Monaten) und Kleinkinder sehr gut geeignet weil sie perfekt passen und dank des Klettverschlusses auch nicht verrutschen.

 

Schade, dass ich diese Wickel noch nicht kannte, als die Kinder noch kleiner waren… ich hätte sie sofort bestellt!

 

Kann man nicht doch etwas tun, um Infekte zu verhindern?

 

Ja, z.B. darauf achten, dass die Schleimhäute nicht austrocknen (die Schleimhäute schützen den Körper vor Viren), indem man:

 

  • Die Luft befeuchtet (z.B. nasse Handtücher über die Heizung hängt)
  • Regelmäßig lüftet bzw. an die frische Luft geht

 

Außerdem sollte man sich regelmäßig die Hände mit Seife waschen und auf eine vitaminreiche Ernährung achten.

 

 

Was sind eure besten Tipps gegen grippale Infekte? Ich freue mich über Kommentare!

Einen weiteren Beitrag zum Thema Erkältung, Grippe und Antiobiotika könnt ihr hier lesen!

 

P.S.: Zum Schluss noch ein Spartipp: Medikamente sind im Internet oft wesentlich günstiger – ich bestellte z.B. gerne bei Apo-Discounter, weil es dort immer wieder gute Angebote gibt, ab 35 € sogar portofrei! 

 

Sichert euch jetzt einen 5€ Gutschein für eure nächste Bestellung.





Bilder: Viren  muchmania, Fotolia

*Amazon Affilate Link

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5 Comments on Mein Kind ist krank – was kann ich tun? Meine Tipps aus 11 Jahren Erfahrung!

  1. Vielen Dank für deinen klasse Artikel.

    Ich habe deinen Blog schon seit einiger Zeit im Newsfeed
    abonniert. Und jetzt musste mich mal zu Wort melden und „Danke“
    sagen.

    Mache genauso weiter, freue mich bereits jetzt schon auf
    die nächsten Beiträge

  2. Bei Erkältung empfehle ich zum Schleimlösen: Zwiebel aufschneiden und in ein feuchtes Tuch eingewickelt ans Bett hängen…die Dämpfe scheinen sehr gut zu tun!
    Ansonsten: regelmässig Engelwurz auf die Nase und Thymian-Balsam auf die Brust (beides von der Bahnhof-Apotheke Kempten, Online erhältlich)

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