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Minimal dosiertes Lithium: Sinnvolle Prävention oder übertriebener Hype?
Wenn ich an Lithium denke, fallen mir spontan 3 Dinge ein: Lithium Ionen Akkus, der Song Lithium vom Nirvana Album Nevermind und neuerdings auch Dr. Michael Nehls bzw. sein Spiegel Bestseller Buch Das Lithium Komplott Affiliate Link.
In diesem Buch beschreibt Dr. Nehls, dass es einen Zusammenhang zwischen einem Lithium-Mangel und einer Zunahme von Depressionen, Alzheimer-Demenz, psychischen Erkrankungen, gewalttätigem Verhalten und höheren Suizidraten geben könnte. Lithium bietet aus seiner Sicht in sehr niedrigen Dosen einen natürlichen Schutz gegen chronische Entzündungen, hirntoxischen Stress und Angststörungen. Ich habe mir nun mal einen Überblick über das Thema verschafft und die aus meiner Sicht wichtigsten Infos in diesem Blogpost zusammengefasst. Konkret geht es um folgende Punkte:
- Lithium: Was ist das überhaupt?
- Mögliche Folgen eines chronischen Mangels
- Argumente, die laut Dr. Nehls für einen Lithium Einnahme sprechen könnten
- Argumente, die gegen die Einnahme einer Mikrodosis Lithium sprechen könnten
- Abwägung der Argumente
- Welche Dosierung ist laut Dr. Nehls sinnvoll?
- Wie kann ich meinen Lihium-Bedarf über natürliche Lebensmittel decken?
- Welches Mineralwasser bzw Heilwasser enthält besonders viel Lithium?
- Kann ich meinen Lithium-Bedarf in Deutschland auch über Supplements decken?
- FAQ: Häufig gestellte Fragen
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an einen Arzt.
Was ist Lithium überhaupt?
Lithium ist ein natürliches Spurenelement, das natürlich in der Erde vorkommt und in manchen Regionen ähnlich wie Magnesium oder Zink in hohen Mengen im Trinkwasser enthalten ist. Lithium gilt bisher NICHT als essenzielles Spurenelement (= Element, das der Körper in sehr kleinen Mengen benötigt, das er aber nicht selbst herstellen kann und das daher über die Nahrung aufgenommen werden muss). Es gilt aber als potentiell essenziell bzw. als Ultraspurenelement. Das heißt: Es gibt aber zunehmend Hinweise, die für die Vorteile einer ausreichende Versorgung sprechen.
Achtung: In der Psychiatrie wird Lithium seit Jahrzehnten erfolgreich in hohen Dosen in Form von Lithiumcarbonat (= etwa 110 bis 330 mg elementarem Lithium) zur Behandlung von bipolaren Störungen eingesetzt. Um die Einnahme solch hoher Dosen, die ausschließlich unter strenger ärztlicher Kontrolle erfolgen dürfen, geht es hier ausdrücklich nicht(!) Stattdessen geht es um die möglichen Vorteile von Lithium in Mikrodosen, also Mengen im Bereich von 1 bis 5 mg elementarem Lithium täglich, die in dieser Konzentration auch in klassischem Heilwasser vorkommen können
Mögliche Folgen eines chronischen Lithium Mangels
Laut Dr. Nehls können durch einen Mangel folgende Probleme auftreten oder verstärkt werden:
- Stimmungs- und Verhaltensprobleme: Erhöhte Reizbarkeit, Wut, Aggression, Stimmungsschwankungen, Angst, geringere Stressresistenz und höheres Risiko für Depressionen bzw. Suizidalität.
- Kognitive Beeinträchtigungen: Brain Fog, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit etc.
- Neurodegeneration: Neuere Forschung (z. B. Nature Studie aus dem Jahr 2025) zeigt, dass Lithium-Mangel im Gehirn negative Auswirkungen haben kann und so den Verlauf von Alzheimer-Erkrankungen beschleunigen kann.
Nachtrag: Dr. David Barzilai, Lehrbeauftragter an der Harvard Medical School und Medical Editor des ersten Harvard Special Health Reports zu Longevity, kommentierte die Studie in einem Interview mit mir wie folgt: „In menschlichem Hirngewebe war Lithium das einzige Mineral von mehr als zwei Dutzend getesteten, das bei leichter kognitiver Beeinträchtigung bereits deutlich fehlte – und bei Alzheimer noch mehr, weil Amyloidplaques es regelrecht einfangen. Bei Mäusen, beschleunigte die Halbierung des Nahrungslithiums die charakteristischen Schäden der Krankheit. Eine speziell entwickelte Verbindung – Lithiumorotat – verhinderte diese Schäden und den Gedächtnisverlust und kehrte sie sogar um. In sehr niedrigen Dosen, weit unter dem, was in der Psychiatrie eingesetzt wird – und ohne erkennbare Nebenwirkungen. (Aron et al., Nature, 2025.). Das ist ein bedeutsamer Schritt nach vorne.“ Seine persönliche Risiko-Nutzen-Abwägung könnt ihr hier im vollständigen Interview nachlesen.
Weitere mögliche Effekte: Schlafstörungen, chronische Erschöpfung.
Falls euch die Details interessieren, könnt ihr euch folgende Studien anschauen. Die stärkste Evidenz liefert aktuell diese Nature-Studie aus dem Jahr 2025
Aber auch folgende Studien sind interessant:
- Low-Dose Lithium: A New Frontier in Mental Health Treatment
- Symptoms of Lithium Deficiency: Irritability, Anger, and Rage
- The Hidden Benefits of Lithium Orotate for Mental Health
- Association between naturally occurring lithium in drinking water and suicide rates: systematic review and meta-analysis of ecological studies
Argumente, die laut Dr. Nehls für einen Lithium Einnahme sprechen könnten
Dr. Michael Nehls hat sich als Molekularbiologe, Immunologe und Autor intensiv mit den Ursachen neurodegenerativer Erkrankungen und dem Schutz des Gehirns befasst. Er empfiehlt unter anderem in diesem Beitrag Lithium, das essentielle Spurenelement ca 1 mg elementares Lithium täglich, idealerweise in Form von Lithium-Orotat. Folgende Punkte sprechen aus seiner Sicht für eine Einnahme:
- Neuroprotektive Wirkung: Lithium soll Nervenzellen schützen und die Produktion von BDNF (= Brain-Derived Neurotrophic Factor, ein Wachstumsprotein fürs Gehirn) anregen.
- Stimmungsstabilisierung: Auch in niedrigen Dosen soll Lithium die Stimmung ausgleichen und vor depressiven Episoden schützen.
- Longevity-Effekt: Studien aus Japan und anderen Regionen zeigen, dass Menschen in Gebieten mit höherem Lithiumgehalt im Trinkwasser im Durchschnitt länger leben.
- Demenzprävention: Nehls argumentiert, dass Lithium das Risiko für Alzheimer senken könnte, indem es bestimmte Enzymkaskaden hemmt, die zur Plaquebildung im Gehirn beitragen. Dieses Thema ist zentraler Bestandteil seiner Bücher und Forschungsarbeit.

Argumente, die gegen die Einnahme einer Mikro-Dosis Lithium sprechen könnten
Hier ist eine Unterscheidung sehr wichtig: Die bekannten und zum Teil ernsthaften Nebenwirkungen von Lithium betreffen fast ausschließlich die therapeutischen Hochdosen aus der Psychiatrie. In den bislang untersuchten niedrigen Dosierungen von 1 bis zu maximal 5 mg elementarem Lithium täglich wurden in der wissenschaftlichen Literatur kaum Nebenwirkungen beobachtet. Schwere unerwünschte Wirkungen sind in diesem Dosisbereich bislang nicht dokumentiert. Dennoch solltet ihr folgende Punkte kennen:
- Es gibt bislang keine offizielle Empfehlung als essenzielles Spurenelement.
- Fehlende Langzeitdaten: Es gibt keine großen, langjährigen randomisierten Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit von exakt 1 mg/Tag über mehrere Jahre. Die langfristigen Auswirkungen auf Schilddrüse, Nieren und Gehirn sind bei dieser Dosis nicht ausreichend erforscht.
- Mögliche Schilddrüsenbeeinflussung: Auch niedrige Dosen können bei empfindlichen Personen (besonders Frauen) TSH Werte erhöhen oder eine subklinische Hypothyreose begünstigen. Die Schilddrüse reagiert individuell sehr unterschiedlich.
- Potenzielle Akkumulation bei Risikogruppen: Bei eingeschränkter Nierenfunktion, Dehydration, salzarmer Ernährung oder gleichzeitiger Einnahme von NSAIDs, Diuretika oder ACE-Hemmern kann Lithium sich stärker anreichern als erwartet.
- Schwangerschaft: Selbst niedrige Dosen gelten in der Schwangerschaft als potenziell riskant (Entwicklungsrisiken für das Kind) und sollten vermieden werden.
- Unregulierte Nahrungsergänzungsmittel: Das ist ein grundsätzliches Problem. NEMS unterliegen keiner strengen Arzneimittelkontrolle. Schwankungen im tatsächlichen Gehalt, Verunreinigungen oder ungenaue Dosierung sind möglich.
Ausführliche Infos findet ihr hier im FAQ Bereich von Dr. Nehls.
Abwägung der Argumente
Die Contra-Argumente klingen auf den ersten Blick beunruhigend, relativieren sich aber aus meiner Sicht bei näherer Betrachtung besonders für sonst gesunde Menschen. Das Hauptproblem ist im Prinzip, dass die Langzeitdaten im minimal dosierten Bereich einfach noch fehlen.
Welche Dosierung ist laut Dr. Nehls sinnvoll?
Dr. Michael Nehls empfiehlt etwa 1 mg elementares Lithium täglich. Das ist weit unter den psychiatrischen Dosen. Manche Forscher und Ärzte sehen bis zu 5 mg elementares Lithium täglich noch als Low-Dose-Bereich.
Wie kann ich meinen Lihium-Bedarf über natürliche Lebensmittel decken?
Mit einer guten, abwechslungsreichen Ernährung plus lithiumhaltigem Wasser ist es relativ gut möglich, den Körper mit bis zu 2 mg pro Tag zu versorgen.
- Mineral- / Heilwasser (1 Liter): Stark schwankend zwischen 0,01 mg und 13 mg pro Liter. Das ist die bei weitem wichtigste natürliche Lithiumquelle.
- 1 Handvoll Nüsse & Samen (Sonnenblumenkerne, Haselnüsse, Walnüsse ): 0,03–0,15 mg.
- 1 Portion Vollkorngetreide & Kartoffeln (z. B. 150–200 g gekocht), ca. 0,05–0,2 mg. Vollkornprodukte und Kartoffeln zählen zu den wichtigsten pflanzlichen Lieferanten.
- 1 Portion Gemüse (Tomaten, Kohl, Spinat, Blattgemüse – ca. 150–200 g): Ca. 0,03–0,15 mg. Blattgemüse und Tomaten können je nach Boden etwas höher liegen.
- 1 Portion Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen – ca. 150–200 g gekocht): 0,06–0,25 mg
Welches Mineralwasser bzw Heilwasser enthält besonders viel Lithium?
Hier folgen nun 10 Wassersorten, die laut meiner Recherche besonders viel Lithium enthalten. Das Problem: Viele Marken, die besonders viel Lithium enthalten, enthalten auch besonders viel Uran. Uran ist nierentoxisch und sollte vermieden werden.
- Bad Mergentheimer Albertquelle: 11,8-13,0 mg/l (hoher bis sehr hoher Urangehalt)
- Staatl. Bad Kissinger Rakoczy: 5,0 mg/l (sehr hoher Urangehalt)
- Bad Mergentheimer Karlsquelle: 4,9 mg/l (sehr hoher Urangehalt)
- Rogaska Donat MG: 3,3 mg/l (mittlerer Urangehalt)
- Hirschquelle Heilwasser: 1,31 mg/l (niedriger Urangehalt)
- Bad Vilbeler Römerbrunnen: ca. 1,2 mg/l (niedriger – mittlerer Urangehalt)
- Mainhardter Römerquelle: 1,0-1,2 mg/l (niedriger Urangehalt)
- Heppinger Heilwasser: 0,84 mg/l (niedriger Urangehalt)
- Staatl. Fachingen Heilwasser: 0,77 mg/l (sehr niedriger Urangehalt)
- Bad Liebenzeller Paracelsusquelle II (niedriger Urangehalt)
Mein aktueller Favorit ist das Hirschquelle Heilwasser mit einem Lithium Gehalt von ca. 1 mg (0,98 mg) pro 0,75 l Flasche und einem niedrigem Urangehalt. Wo ihr Hirschquelle Wasser in eurer Nähe kaufen könnt, erfahrt ihr auf dieser Seite.

Kann ich meinen Lithium-Bedarf in Deutschland auch über Supplements decken?
In Deutschland ist Lithium offiziell nicht als freies Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Einige Shops nutzen eine Grauzone: Sie verkaufen es mit Hinweisen wie „nur für Laborzwecke“, „nicht zum Verzehr“ oder als Importprodukt. Shops sitzen teilweise im Ausland, was Kontrollen erschwert. Der Zoll/Behörden greifen meist nur bei größeren Mengen ein. Eine natürliche Versorgung bleibt der sicherste Weg. Alternativ empfiehlt Dr. Nehls, sich ein Privatrezept von einem orthomolekular denkenden und handelnden Arzt ausstellen zu lassen. Hier gibt es eine Übersicht über Apotheken, die sich mit dem Thema Lithium auskennen.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Lithium
Welche Lithium Formen gibt es?
- Lithium-Orotat: Die am häufigsten verwendete Form. Orotat gilt als gut bioverfügbar, also gut vom Körper aufgenommen, und ist die Form, die in den neueren präklinischen Studien untersucht wurde. Es wird als Kapsel oder Fertiglösung angeboten.
- Lithium-Carbonat: Die psychiatrische Form, deutlich höhere Dosen, rezeptpflichtig, nicht relevant für die Selbstanwendung.
- Lithium-Chlorid: Selten als Supplement, eher industriell genutzt.
Wo liegt der Unterschied zwischen Lithium-Orotat-Monohydrate und elementarem Lithium?
Die Dosierung wird zum Teil in Lithium-Orotat-Monohydrat und zum Teil in elementarem Lithium angegeben. Das ist ein großer Unterschied, der viele Käufer verwirrt. Zur Orientierung:
- 5 mg Lithium-Orotat-Monohydrat enthalten nur etwa 0,2 mg elementares Lithium. Um auf die von Nehls empfohlenen 1 mg elementares Lithium zu kommen, braucht ihr also rund 25 mg Lithium-Orotat-Monohydrat.
Noch verwirrender wird das Thema, wenn auf einer Packung steht: „Enthält 1 mg Lithium (aus Lithium Orotat)“, denn z.T. kann man nicht eindeutig erkennen, ob nun eines Lithium gemeint ist, das aus Orotat gewonnen wurde, oder ob Orotat enthalten ist, das noch umgerechnet werden muss. Im Zweifelsfall solltet ihr aus meiner Sicht immer beim Hersteller nachfragen, um die richtige Dosierung zu wählen.
Bei Fertiglösungen mit klarer ppm-Angabe ist die Umrechnung einfacher, weil dort meist direkt das elementare Lithium angegeben wird. Produkte mit 500 ppm enthalten im Normalfall 0,5 mg elementares Lithium pro ml.
Ist Lithium wichtig für Kinder?
Dr. Nehls Empfehlungen für Kinder könnt ihr hier nachlesen.
Mein persönliches Fazit
Ich habe inzwischen mehrere Podcasts von Dr. Michael Nehls gehört (falls euch das Thema interessiert: Gebt seinen Namen als Suchbegriff auf Youtube oder Spotify ein) und halte seine Thesen und die von ihm zitierten Studien für sehr interessant.
Die Datenlage zu Low-Dose-Lithium hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Gleichzeitig fehlen große, randomisierte kontrollierte Studien beim Menschen, die die positiven Effekte eindeutig belegen. Ob es sich lohnt, diese abzuwarten, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Für mich überwiegen aktuell die Vorteile durch eine ausreichende Versorgung, die sich z.B. ganz einfach durch das Trinken von einer Flasche des richtigen Wassers pro Tag sicherstellen lässt. Eine pauschale Empfehlung kann und will ich dazu nicht aussprechen. Was ich euch raten würde: Schaut euch die Quellen selbst an, recherchiert und sprecht bei Fragen mit einem Arzt eures Vertrauens.
Nun interessiert mich wie immer eure Meinung bzw. eure Erfahrungsberichte zu diesem Thema.
Viele Grüße,

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