factfulness_rezension_empfehlung

 

Warum die Welt mit jedem Tag besser wird – und Angst unbegründet ist!

 

Heute geht es mal um ein Thema, das mich schon seit Jahren beschäftigt: Warum nehmen eigentlich so viele Menschen die Welt negativer wahr, als sie eigentlich ist? Die Antwort auf diese Frage habe ich in dem Buch Factfulness – Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist Amazon Affiliate Link gefunden, das mir im letzen Jahr zufällig in die Hände gefallen ist. Der Autor des Buches, Hans Rosling, hat es geschafft, mein positives Weltbild in Worte zu fassen und mit dokumentierten Fakten zu belegen. Das hat mich wiederum so begeistert, dass ich die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Buch heute mit euch teilen möchte.

 

 

Es ist nicht alles gut, aber die langfristige Entwicklung der Welt ist positiv!

Wird wirklich alles immer schlimmer? Werden die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher? Steigt die Zahl der Kriege, Gewaltverbrechen und Naturkatastrophen stetig? Ist die Überbevölkerung ein ernstes Problem? All diese Fragen beantwortet Rosling in seinem Buch sehr sachlich und findet dabei aus meiner Sicht einen realistischen und leicht verständlichen Mittelweg zwischen unbegründeten Hoffnungen und übertriebene Befürchtungen.

 

Zum Autor

Hans Rosling (1948 – 2017) war ein schwedischer Arzt und Professor für Internationale Gesundheit am Karolinska Institutet. Er arbeitete für die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und war Gründungsmitglied von Ärzte ohne Grenzen in Schweden. Er verbrachte insgesamt 2 Jahrzehnte mit der Erforschung von Krankheiten in abgelegenen Gebieten Afrika. Später gründete Rosling gemeinsam mit seinem Sohn und seiner Schwiegertochter die Gapminder Stiftung, die internationale Statistiken verständlich und interaktiv darstellt. Das Ziel der Stiftung ist eine auf Fakten beruhende Denkweise, die irrationale Ängste lindert und Energien in konstruktives Handeln umlenkt.

Sein Buch Factfulness fand weltweit Beachtung. Teile daraus wurden u.a. vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos von bedeutenden Wissenschaftlern, Managern von Weltkonzernen und politischen Entscheidungsträgern diskutiert. Barack Obama stufte das Buch als „Buch, das Hoffnung macht“ ein. Von Bill Gates wurde Factfulness als „Eines der wichtigsten Bücher, die ich je gelesen habe“ bezeichnet.

 

 


Warum Schimpansen die Lage der Welt realistischer einschätzen, als die meisten Menschen

Rosling beginnt sein Buch mit einem kleinen Test, der Aufschluss über das aktuelle Weltbild der Leser geben soll. Das Überraschende an diesem Test: Die meisten Menschen haben ein ziemlich negatives Weltbild und liegen bei der Mehrheit der Antworten nicht nur falsch, sie schneiden auch schlechter ab als Schimpansen, die sich nach dem Zufallsprinzip entscheiden. Das wiederum lässt vermuten, dass wir Menschen nicht einfach nur schlecht, sondern tatsächlich falsch informiert sind.

 

Der Grund für unsere negative Weltsicht: Unser Dramenkonsum verursacht Ängste!

Wie kommt es zu dieser Fehleinschätzung? Das Hauptproblem liegt laut Rosling in der gezielten Verbreitung negativer Nachrichten, die zu einem verzerrten Weltbild führen. Sobald irgendwo auf der Welt etwas Schlechtes passiert, gibt es überall Schlagzeilen und Eilmeldungen. Positive Entwicklungen finden hingegen eher schleichend statt, ohne das sie jemand wahrnimmt, denn diese sind weniger spektakulär und schaffen es deutlich seltener, durch die abgestumpften Aufmerksamkeitsfilter in unsere „Neanderthaler-Gerhirnen“.

Das hängt wiederum mit unserer Entwicklung zusammen: Wir Menschen neigen evolutionsbedingt dazu, das Schlechte aufmerksamer wahrzunehmen, als das Gute. Das lässt sich mithilfe unserer Urinstinkte erklären, die uns vor ein paar Tausend Jahren noch sehr nützlich waren, als es darum ging, Gefahren zu erkennen, um als Jäger und Sammler zu überleben. Heute bewirkt der permanente Dramenkonsum das genaue Gegenteil: Menschen entwickeln Ängste, und diese schaden ihnen mehr, als sie nutzen!

 

 

Life is good: Die tatsächliche Entwicklung der Welt

 

Hier folgen nun einige Beispiele dafür, wie stark unser Bauchgefühl oft von der tatsächlichen Entwicklung der Welt abweicht. Hättet ihr gedacht, dass…

  •  sich die weltweite Kindersterblichkeit, die Anzahl der Kriegstoten und die Tonnen Öl, die ins Meer gelangen, in den letzten Jahren deutlich reduziert haben?
  • die Alphabetisierung, die Anzahl der Naturschutzgebiete, die Anzahl geimpfter Kinder und die Überlebenschancen bei Krebs deutlich gestiegen sind?
  • sich der Anteil der in extremer Armut lebender Menschen in den letzten 20 Jahren ebenso wie die Zahl der Todesfülle pro Jahr durch Naturkatastrophen in den letzten 100 Jahren deutlich mehr als halbiert hat?

Die Einzelheiten und Quellen zu diesen Entwicklungen könnt ihr in Roslings Buch nachlesen.

Ähnlich sieht es bezüglich der angeblich drohenden Überbevölkerung unseres Planeten aus. Heute leben 2 Mrd. Kinder im Alter von 0-15 Jahren auf der Welt – ebenso viele werden es im Jahr 2100 sein, auch wenn der Blick auf die aktuellen Kurven andere Zahlen vermuten lassen könnte. Die Erklärung für dieses Phänomen: Wachstumskurven lassen sich nicht einfach mit dem Lineal fortführen! Sie flachen ab, sobald die Menschen in den „armen“ Ländern die nächste Stufe erreichen und weniger Kinder bekommen, weil ihr eigenes Überleben u.a. durch eine bessere medizinische Versorgung und den Zugang zu Wasser und Strom nicht mehr von der Anzahl der Kinder abhängt. (-> Was es mit diesen Stufen genau auf sich hat, könnt ihr ebenfalls im Buch Factfulness nachlesen).

Ihr seht: Die Welt entwickelt sich grundsätzlich in die richtige Richtung – wir müssen nur lernen, dass richtig einzuordnen. 

 

Warum wir lernen müssen, unseren Dramenkonsum in den Griff zu bekommen

Nun möchte ich kurz auf die  Auswirkungen unserer subjektiven Wahrnehmung der Realität eingehen. Also: Angst löst nicht nur chronischen Stress aus, sie hält uns auch davon ab, die Welt realistisch einzuschätzen und sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Wenn wir Angst haben, ist kritisches Denken fast unmöglich, denn es bleibt kein Platz mehr für Fakten. Außerdem führt der permanente Alarm in unseren Köpfen dazu, dass wir abstumpfen und wirkliche Dringlichkeit nicht mehr erkennen können. Mich erinnert das an die Geschichte mit dem Jungen, der vor dem Wolf warnt.

Rosling vergleicht die menschliche Sucht nach Dramen übrigens mit dem Verlangen nach Zucker und Fett. Diesen Vergleich finde ich ziemlich treffend. Nur weil Zucker jederzeit verfügbar ist, würde kaum jemand diesen permanent in sich hinein stopfen – selbst wenn der Impuls grundsätzlich da ist. Wir haben im Lauf der Jahre gelernt, dass uns das langfristig nicht gut tut. Mit dem Konsum von Dramen ist es ähnlich! Dieser schadet uns und sollte dringend gedrosselt werden. Außerdem sollten wir unbedingt  damit anfangen, unsere Ängste zu analysieren und zwischen begründeten und unbegründeten Ängste zu unterscheiden!

 

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Begründete und unbegründete Ängste

Wann ist Angst begründet? Und wann nicht? Das lässt sich mit einer einfachen Formel berechnen: Tatsächliches Risiko =  Gefahr x Ausgesetztsein. Im Grunde sind die meisten Ängste absolut unbegründet bzw. willkürlich und haben nichts mit dem tatsächlichen Risiko zu tun. Viele Menschen haben Angst vor Flugzeugabstürzen (ca. 500 Todesfälle pro Jahr) oder Haien (im Durchschnitt weniger als 10 Todesfälle weltweit pro Jahr), während sich kaum jemand ernsthaft vor Durchfall (2,2 Mio. Todesfälle pro Jahr) oder Toastern (ca. 700 Todesfälle weltweit pro Jahr) fürchtet.

Hättet ihr zum Beispiel gedacht, dass pro Jahr mehr als doppelt so viele Menschen bei Unfällen im Haushalt (2015: 9815) wie bei Unfällen im Straßenverkehr (2015: 3.500) sterben? Quelle: Spiegel.de  Ein weiteres Beispiel: In den USA sind laut Rosling in den letzten 20 Jahren 3.172 Menschen durch Terroranschläge umgekommen, während 1,4 Mio. Menschen an den Folgen des übermäßigen Alkoholkonsums ums Leben kamen. Ihr seht: Vieles relativiert sich, wenn man sich die konkrete Bedrohung anschaut.

 

 

Wieso schaffen wir es oft nicht, unsere Ängste in den Griff zu bekommen?

Die sachliche Auseinandersetzung mit Ängsten ist nicht  einfach, denn die Berichterstattung der Medien konzentriert sich zunehmend darauf, mit künstlich aufgebauschten Horror-Nachrichten die Aufmerksamkeit der Leser zu erreichen. Mir reicht schon ein Blick in´s  Smartphone , wo mich täglich eine Zusammenstellung aus Pseudo-Horror-Nachrichten erwartet, die mit „was dann passiert, ist einfach nur grausam / unglaublich / etc.“ anfangen und dazu führen, dass ich (falls ich ausnahmsweise doch mal auf einen der Beiträge klicke) nach dem Lesen dümmer bin als vorher. Bei diesem immer größer werdenden Ungleichgewicht von guten und schlechten Nachrichten kann ich durchaus verstehen, dass der Eindruck entstehen könnte, dass die Welt immer schlimmer wird.

 

 

Was kann dabei helfen, Ängste in den Griff zu bekommen und ein realistisches Weltbild zu entwickeln?

 

Aus meiner persönlichen Erfahrung gibt es da zum Beispiel folgende Möglichkeiten:

  1. Das konsequente Meiden von Magazinen (Print & TV) sowie Internetseiten, die ihre Leser mit ständigen Horrormeldungen bombardieren! -> Accounts wie: „Goodnewsdeutsch“ (-> Instagram) oder „Nur positive Nachrichten“ (-> Facebook) sind eine gute Abwechslung.
  2. Die Vermeidung von Brennpunkt Sondersendungen, in denen alle Katastrophen der letzten Jahre in einer Endlosschleife laufen.
  3. Eine ausführliche und sachliche Auseinandersetzung mit aktuellen Themen.
  4. Regelmäßige Gespräche mit Menschen, die andere Meinungen vertreten!
  5. Sich die Frage: „Wem nutzt diese Meldung eigentlich?“ stellen!
  6. Überlegen, wie groß das tatsächliche (statistische) Risiko ist, dass eine bestimmte Gefahr das eigene Leben verändert.
  7. Sich fragen, ob es eine Lösung für das aktuelle Problem gibt. Falls ja: Aktiv werden und etwas ändern. Falls nicht, lohnt es sich nicht, sich aufzuregen. Warum? Das hat Gaur Gopal in seinem „WHY WORRY“ Video, das ich euch in meinem Beitrag -> Inspirierendes zum Thema Glück verlinkt habe,   auf den Punkt gebracht.

 

 

Mein Fazit:

Die Welt ist gut und wird von Tag zu Tag besser. Das heißt aber natürlich nicht,  dass es keine Probleme gibt! Um die bestehenden Probleme in den Griff zu bekommen, kann ich mich Rosling nur anschließen, der zu folgendem Fazit kam: „Um auf diesem Planeten finanzielle Stabilität, Frieden und einen Schutz der Ressourcen zu gewährleisten, bedarf es einer internationalen Zusammenarbeit, die auf einem gemeinsamen, faktengestützten Verständnis der Welt beruht“. Das erscheint mir absolut sinnvoll!

So, nun interessiert mich wie immer eure Meinung. Könnt ihr die Gedanken von Rosling nachvollziehen? Oder habt ihr eine ganz andere Einstellung zu diesem Thema? Ich bin gespannt!

 

 

 

Ich freue mich, wenn du meinen Beitrag teilst:

2 comments on “Warum die Welt mit jedem Tag besser wird – und Angst unbegründet ist!”

  1. Liebe Patricia, all das sehe ich ganz genauso und schotte mich von den Horrormeldungen dieser Welt ab. Das heißt aber nicht, dass ich weltfremd bin. Ich habe nur für mich und mein Wohlbefinden entschieden, dass ich nicht mehr jeden Mist konsumiere. Punkt. So einfach ist das. Liebe Grüße Kerstin

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