
Rasenpflege endlich einfach erklärt: In 5 einfachen Schritten zum Traumrasen
Heute möchte ich euch zeigen, wie ich die Wiese in unserem Garten, die überwiegend aus Moos und Unkraut bestand in nur 6 Wochen mit relativ geringem Aufwand und für kleines Geld in einen saftig grünen Traumrasen verwandelt habe.

Schritt-für-Schritt Anleitung für einen perfekten Rasen
Bevor ich euch nun zeige, wie einfach ihr euren Rasen endlich „in den Griff bekommt“, solltet ihr noch wissen, dass ihr euch nicht vor einer Erstverschlechterung scheuen dürft. Die muss es nämlich definitiv geben, wenn ihr echte Erfolge sehen wollt. Aber keine Sorge: Rasen wächst verdammt schnell und mit der richtigen Pflege werdet ihr euch in ca. 6 Wochen täglich darüber freuen, dass ihr das Projekt schöner Rasen endlich umgesetzt habt.

Schritt #1: Den Rasen mähen
Mitte März habe ich den Rasen zum ersten Mal gemäht. Ideale Höhe: ca. 6 cm. Zu diesem Zeitpunkt sah der „Rasen“ so aus:
Schritt #2: Den pH-Wert messen
Nach dem Mähen habe ich direkt den pH-Wert gemessen. Wie ihr das macht, erfahrt ihr im FAQ Bereich weiter unten in diesem Beitrag. Da der pH Wert unter 5,5 lag, habe ich den Boden gekalkt. Wäre der pH Wert zu hoch gewesen, hätte ich den Boden geschwefelt, um ihn auf den Optimalwert von 6-6,5 zu erhöhen. Bei diesem Wert wächst das Gras nämlich am besten und Moos, Klee etc. haben es schwer.

Tipp: Solltet ihr ein Moos-Problem haben, das ihr schnellstmöglich bekämpfen möchtet, bietet sich vor der pH-Messung eine Behandlung der Moosflächen mit Eisensulfat an. Gebt z.B. 200 g von diesem Granulat Affiliate Link in eine 10 Liter Gießkanne und gießt es auf die vermooste Fläche. Das Moos stirbt innerhalb kürzester Zeit ab und verfärbt sich schwarz. Wirklich umweltfreundlich ist die Eisensulfat- Taktik übrigens nicht. Wer umweltbewusst vorgehen will, kann auch mehr Zeit einplanen und auf die Kombination aus einem korrigierten pH-Wert + vertikutieren setzen.

Good to know: Da das Eisensulfat den vermutlich ohnehin zu sauren Boden noch saurer macht, ist es extrem wichtig, den Rasen nach 2-4 Wochen zu kalken. Sonst verschlimmert sich das Moos-Problem.
Schritt #3: Düngen
Ende März habe ich den Rasen dann zum ersten Mal gedüngt. Dabei ist es wichtig, auf den richtigen Dünger zu achten. Ein Frühlingsdünger Affiliate Link enthält zum Beispiel viel Stickstoff, fördert das Wachstum und das satte Grün. Auf der Verpackung wird die Zusammensetzung des Düngers im NPK-Verhältnis angegeben – z.B. 20-5-8 für 20% Stickstoff (N), 5% Phosphor (P) und 10% Kalium (K). Um beim Thema Dünger den Überblick zu behalten, solltet ihr wissen, dass es 3 Hauptnährstoffe gibt:
- Stickstoff (N): Fördert das Wachstum, schwächt im Winter unnötig.
- Phosphor (P): Stärkt die Wurzeln des Rasens.
- Kalium (K): Fördert die Widerstandskraft bei Trockenheit oder Frost.
Alternativ gibt es Allround-Dünger Affiliate Link wie diesen hier. Aus meiner Sicht ist ein solcher Dünger zwar ok, es ist aber grundsätzlich sinnvoller, den Rasen im Frühling mit mehr Stickstoff und im Herbst mit Kalium zu versorgen. Schließlich soll er ja im Frühling stärker wachsen und im Herbst widerstandsfähig gegen Kälte bzw. Frost werden. Was ihr sonst noch über Dünger wissen solltet:
- Dünger-Granulat lässt sich einfach und gleichmäßig verteilen, während Flüssigdünger besonders schnell wirkt.
- Organischer Dünger wirkt langsamer, ist dafür aber nachhaltig.
- Nach dem Düngen sollte der Rasen unbedingt intensiv gewässert werden, damit das Mittel schnell in den Boden gespült wird.
Tipp: Ihr solltet nicht zu früh düngen, sondern erst, wenn die Bodentemperatur dauerhaft über 8 Grad liegt bzw. die Forsytien blühen (ab ca. 20.03.). Anfang April seid ihr auf der sicheren Seite.
Schritt #4: Mähen, vertikutieren, aerifizieren und nachsäen
Nach 14 Tagen – also Mitte April – folgte dann die eigentliche Arbeit: Ich habe den Rasen kurz gemäht (ca. 3-4 cm), vertikutiert, Unkraut entfernt und anschließend Gras nachgesät.
Beim Vertikutieren fahren übrigens kleine Klingen durch den Rasen und schneiden senkrecht in den Boden. Dabei wird Moos, abgestorbenes Material und Filz herausgerissen.

Tipp: Sollte euer Boden zu dicht oder zu lehmig sein bzw. sollte es Staunässe geben, könnt ihr den Boden nun auch gleich noch aerifizieren. Beim Aerifizieren holt ihr mit hohlen Stäben kleine Erd-Zylinder aus dem Boden. So wird verdichteter Boden gelockert, Wasser und Luft kommen besser zu den Wurzeln. Anschließend sollte für ein bestmögliches Ergebnis Sand eingearbeitet werden. Hier habe ich erklärt, wie wir unseren Boden aerifizieren.

Schritt #5: Wässern
Nach dem Nachsäen habe ich den Rasen für 2-3 Wochen regelmäßig gewässert, damit die Rasensamen keimen konnten. Wenige Wochen später konnte ich mich dann über dieses Ergebnis freuen:

Rasenpflege: Wie geht es nun weiter?
Unsere Rasen-Pflege-Routine sieht so aus:
- Regelmäßig mähen, ca. 4–5 cm
- Löwenzahn und Unkraut inkl. Wurzel entfernen, sobald es auftaucht. Falls ihr noch immer große Probleme mit Unkraut habt, findet ihr weiter unten im FAQ Bereich Tipps für ein Mittel, das ihr ab Mai anwenden könnt. Wir kommen gut ohne aus.
- Bei Hitze: Wässern (länger = seltener, da Wasser tiefer in den Boden eindringt).
- Mitte Juni: 2. Düngung, Sommerdünger Affiliate Link NPK 12-5-5, weniger Stickstoff, mehr Kalium.
- Mitte Oktober: 3. Düngung mit Herbstdünger Affiliate Link NPK 11-4-21, mit viel Kalium.
- Anfang November: Letzter Schnitt auf 3–4 cm
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Rasenpflege
Wie bestimmt man den pH-Wert des Rasens?
Bevor ihr mit der Optimierung eures Rasens startet, solltet ihr den pH-Wert des Bodens bestimmen, denn ein Wert zwischen 6 und 6,5 ist die Grundvoraussetzung für einen gesunden, schönen Rasen. Um den pH-Wert zu bestimmen, könnt ihr ein Analyseset Affiliate Link bestellen oder einfach pH-Teststreifen Affiliate Link für 3,95 € pro 80 Stück + etwas destilliertes Wasser (gibt’s z.B. im Drogeriemarkt) verwenden.
Nehmt zur Bestimmung einfach an ca. 3-5 Stellen mit einem Esslöffel etwas Erde aus ca. 5-7 cm Tiefe. Diese gebt ihr in einen Behälter mit destilliertem Wasser, wobei ihr pro EL Erde einen EL Wasser verwenden solltet. Rührt die Mischung gut um und wartet dann 5 Minuten, bevor ihr den Teststreifen in die Lösung haltet und den pH-Wert notiert. Optimaler Rasen pH-Wert: 6–6,5. Dieser Wert garantiert die beste Nährstoffverfügbarkeit (Stickstoff, Phosphor, Kalium).
Maßnahmen bei falschem pH-Wert des Rasens?
Ist der pH-Wert zu niedrig (pH < 5,5 = zu sauer), wird die Nährstoffaufnahme gestört und Moos kann sich schneller ausbreiten. Die Lösung ist: Kalk. Dieser sollte an einem trockenen Tag (ideal: Frühjahr oder Herbst) auf dem Rasen verstreut werden. Ist der pH-Wert zu hoch (pH > 6,5 = zu alkalisch), wachsen Unkraut und Klee besonders schnell und ein Eisenmangel kann begünstigt werden. Die Lösung ist in diesem Fall: Elementarer Schwefel, der im Frühling oder Herbst verstreut und leicht eingearbeitet werden sollte.
Wie wässert man Rasen richtig?
Es ist sinnvoller, den Rasen 2–3 Mal pro Woche ausgiebig (!) mit ca. 15–20 Litern pro m² zu gießen, als ihn täglich kurz zu bewässern. So wachsen die Wurzeln tief und der Rasen bleibt widerstandsfähig. Ihr erkennt trockenen Rasen daran, dass sich die Grashalme nicht von alleine aufrichten, nachdem man draufgetreten ist.
Ein Rasensprenger Affiliate Link ist eine gut funktionierende, einfache und günstige Lösung.
Falls sich die Nässe auf eurem Boden staut oder euer Boden zu lehmig ist, könnt ihr ihn mit einem Aerifizierer Affiliate Link aerifizieren. Es werden kleine Erdzylinder entnommen, die ihr anschließend mit Sand füllen könnt.
Wie bekämpft man Unkraut im Rasen effektiv?
Ein dichter, gesunder Rasen ist und bleibt die beste Waffe gegen Unkraut. Die Grundlage hierfür ist – wie oben erwähnt – der richtige pH-Wert des Bodens. Konkrete Tipps gegen Unkraut:
- Moos: Eisensulfat in Wasser auflösen und vermooste Flächen gießen. Nach ca. 2 Wochen vertikutieren. Boden kalken, wenn der pH-Wert zu sauer ist. Richtigen Rasen verwenden (z.B. Schattenrasen im Schatten), Nährstoffmangel durch Dünger ausgleichen, Staunässe durch Aerifizieren und Sanden verhindern.
- Klee: Stickstoffdünger verwenden.
- Löwenzahn: Mit einem Unkraut-Stecher [su_button url=“https://amzn.to/3FCOlVl“ target=“self“ style=“default“ background=“#ec295d“ color=“#FFFFFF“ size=“3″ wide=“no“ center=“no“ radius=“auto“ icon_color=“#FFFFFF“ text_shadow=“none“]Affiliate Link[/su_button] inkl. Wurzel entfernen. Pusteblumen vorsichtig einsammeln und entsorgen!!
- Gänseblümchen: Mit dem Unkraut-Stecher ausstechen bzw. bei starkem Befall vertikutieren.
- Giersch: Giersch wird man nur sehr schwer wieder los. Hier hilft im Prinzip nur: Abdecken bzw. komplettes Umgraben.
Chemische Unkrautvernichter wie Banvel M bzw. sein Nachfolger Banvel Quattro Amazon Affiliate Link sind hochwirksam, sollten aber nur gezielt eingesetzt werden. Mit der Anwendung solltet ihr bis Mai warten (nach den Eisheiligen). Nach dem Mähen solltet ihr ca. 5-7 Tage warten, bevor ihr den Unkrautvernichter aufbringt, denn zu kurz geschnittene Blätter des Unkrauts verhindern die Wirkung. Das Mittel sollte abends verteilt werden. Am besten eignet sich ein Tag, an dem es 6 Stunden nach der Anwendung nicht regnet, damit das Mittel nicht abgespült wird.
Funfact: Wenn ihr euch fragt, warum chemische Unkrautvernichter dem Rasen nicht schaden: Sie enthalten einen Wirkstoff, der das Wachstum von zweikeimblättrigen Pflanzen hemmt. Gräser sind einblättrig und bleiben davon verschont.
Worauf sollte man beim Mähen des Rasens achten?
Das regelmäßige Mähen sorgt für ein gesundes Wachstum und eine gepflegte Optik eures Rasens. Achten solltet ihr beim Mähen auf folgende Punkte:
- Der Rasen sollte trocken sein.
- Die Klingen des Rasenmähers sollten scharf sein.
- Eine Schnitthöhe von 4-5 cm ist ideal. Vor dem Vertikutieren: 3-4 cm. Im Sommer bei hohen Temperaturen: 5-6 cm.
- In der Wachstumsphase wird ein regelmäßiges Mähen 1x pro Woche empfohlen.
- Um den Rasen zu schonen, solltet ihr maximal ein Drittel der Halmlänge kürzen.

Kann man Rasen im Herbst (Ende September) neu anlegen / nachsäen / Lücken schließen?
Ja. Später solltet ihr aber nicht starten.
Kann man Rasen im Herbst vertikutieren?
Richtig vertikutieren kann man bis September, „lüften“ immer.
Ist günstiger Dünger (z.B. von Action) empfehlenswert?
Das kann man pauschal nicht sagen, denn es kommt auf die Inhaltsstoffe an. Den günstigen Action-Dünger habe ich mir angeschaut und fand ihn nicht überzeugend. Mit 4,59 € für 3 kg organischen Dünger aus Geflügelmist und Knochenmehl ist er zwar sehr günstig, er hat aber ein NPK-Werte-Verhältnis von 4/3/5, was aus meiner Sicht nicht überzeugend ist. Der Stickstoffgehalt sollte bei mind. 10-15% liegen.
Empfehlenswerte Produkte zur Rasenpflege
- Unkrautstecher Amazon Affiliate Link zum Entfernen von Löwenzahn, Disteln, Brennnesseln, Gänseblümchen etc.
- Aerifizierer Affiliate Link
- 2-in-1 Elektro-Vertikutierer bzw. Lüfter Amazon Affiliate Link für Flächen von bis zu 400 qm
- Akku-Rasenmäher Affiliate Link
- Rasenkanten-Schneider Affiliate Link
- Mäh-Roboter Affiliate Link
- Streuwagen Affiliate Link für das gleichmäßige Auftragen von Dünger, Rasensamen, Kalk
- Grünschnitt-Säcke Affiliate Link
Außerdem: Gartenhandschuhe, ein Rechen, eine Harke.
So, nun hoffe ich, dass euch mein Beitrag gefallen hat und bin wie immer gespannt auf euer Feedback und eure Fragen. Habt ihr Tipps für empfehlenswerte Produkte zum Thema Rasenpflege? Oder den BESTEN Rasenmäher überhaupt? Dann schreibt mir gerne!
Liebe Grüße,

Weitere lesenswerte Beiträge findet ihr hier auf meinem Blog:
- Unser Gartentrampolin: Allgemeine Tipps & Kaufberatung
- Aerifizieren leicht gemacht: Unsere DIY Alternative zum Rasenspecht
- So einfach baut ihr eine Poolumrandung aus Paletten
- Unser Rollrasen Erfahrungsbericht
Einfacher Rasenpflegeplan:

Anleitung
- Anfang März: Blätter, kleine Äste etc. vom Boden entfernen.
- Anfang bis Mitte März - also wenn natürliches Wachstum einsetzt: Mähen. Schnitthöhe: Nicht zu kurz. Maximal 1/3 des Halmes abmähen (also 4 cm von 12 cm langem Rasen). Mindesthöhe: 5-6 cm. Das Gras sollte vor dem Mähen trocken und das Messer des Rasenmähers scharf sein.
- Mitte März: PH-Wert des Bodens testen und durch Kalk (zu niedrig) oder Schwefel (zu hoch) ausgleichen. Der Boden darf nicht mehr gefroren sein. Kalk einwässern. 2 Wochen warten, bis gedüngt werden kann.
- Ende März/Anfang April: Wenn die Bodentemperatur über 8 Grad liegt bzw. die Forsytien blühen (ab ca. 20.03.): Mit einem Langzeit-Frühjahrsdünger Affiliate Link (z.B. NPK 20-5-8) wie diesem hier düngen. 2 Wochen warten, bis vertikutiert werden kann. Konkrete Empfehlungen zum richtigen Zeitpunkt der Düngung findet ihr hier.
- Anfang/Mitte April: Rasen auf 3-4 cm mähen und vertikutieren (2-3 mm, nicht tiefer), bei verdichtetem Rasen oder Staunässe zusätzlich aerifizieren. Gleich danach: Nachsäen, indem ihr Erde + Rasensamen mischt, die Erde anfeuchtet, 24 Std. wartet und die Mischung dann auf den kahlen Stellen verteilt.
- April – Mai: Bewässerung starten wenn es länger trocken bleibt, 1 x pro Woche mähen, Schnitthöhe ca. 4-5 cm.
- Mitte Juni: Zweite Düngung mit einem Sommerdünger, der weniger Stickstoff und mehr Kalium enthält.
- Mitte Oktober: Dritte Düngung mit einem Herbstdünger mit hohem Kaliumanteil.
- Anfang November: Letzer Schnitt (3-4 cm)






Ein pH-Wert zwischen 6 und 6,5 ist echt entscheidend, damit der Rasen schön grün wird. Ich war echt überrascht, wie schnell man mit der richtigen Pflege Erfolge sieht.
Die richtige Düngerwahl macht echt den Unterschied! Ich lese das gerade zwischen den S-Bahnen und frage mich, habe ich mein Rasen jemals richtig gedüngt