Nicht nur für Fahranfänger: Unfall-Checkliste fürs Auto

Unfall-Checkliste fürs Auto: Wie verhält man sich im Falle eines Unfalls richtig?

 

Nachdem unsere Tochter nun seit 2 Jahren ihren Führerschein hat und unser Sohn kurz davor steht, am begleiteten Fahren teilzunehmen, hatte ich heute die Idee, dass eine Unfall-Checkliste fürs Auto hilfreich sein könnte. Gründe, die dafür sprechen, sind aus meiner Sicht folgende:

 

  1. Im Falle eines Unfalls steht man oft unter Schock.
  2. Die Liste gibt Sicherheit und hilft dabei, die wichtigsten Punkte in der richtigen Reihenfolge abzuhaken.
  3. Gerade junge Erwachsene könnten sich im Falle eines Unfalls von geschickten Aussagen des Unfallgegners überrumpeln lassen. Eine Liste hilft dabei, die eigenen Rechte / Pflichten auf einen Blick zu überschauen.

 

Tipp: Geht die einzelnen Punkte am besten mit euren Fahranfängern durch, bevor ihr die Liste und weiteres Zubehör (Vordruck: Unfallbericht, Stift, etc.)  in einer Mappe im Auto deponiert oder führt eine „Unfall-Simulation“ (siehe unten) mit ihnen durch.

 

Außerdem geht es in diesem Beitrag um folgende Punkte:

  • 3 Dinge, die ihr im Falle eines Unfalls unbedingt beachten solltet
  • Unfall-Checkliste als Vordruck fürs Auto
  • Unfall-Simulation: Im Ernstfall richtig reagieren
  • Parkschaden Checkliste
  • Autopannen Checkliste
  • Druckvorlage: Was ins Auto gehört

 

 

3 Dinge, die ihr im Falle eines Unfalls unbedingt beachten solltet

  • Unterschreibt keine pauschale Abtretungserklärung und keine Formulare, deren Inhalt und Konsequenzen ihr nicht 100%ig versteht. Bittet im Zweifelsfall einen Rechtsanwalt um Rat.
  • Wenn euch eine Schuld am Unfall treffen könnte: Äußert euch gegenüber der Polizei nur zu eurer Person und zum Fahrzeug, aber nicht zum Unfallhergang.
  • Akzeptiert nur bei eindeutigem Verschulden das polizeiliche Verwarnungsgeld, auch wenn sonst ein Bußgeldverfahren droht. Das Zahlen des Bußgeldes kann als Schuldanerkenntnis gewertet werden, was dazu führen kann, dass die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners nicht zahlt. Bußgeldverfahren werden bei unklarer Sachlage regelmäßig eingestellt, was wiederum den Vorteil hat, dass nicht mehr von einem Alleinverschulden ausgegangen werden kann.

 

Besteht bei Zweifeln darauf, dass die Polizei eine Unfallanzeige wegen unklarer Sach- und Rechtslage anfertigt.

 

Folgende Checkliste ist hilfreich, um im Falles eines Unfalls richtig zu reagieren

Schritt #1: Sichere die Unfallstelle! Schalte den Warnblinker ein und drücke die Notfalltaste im Auto, falls es Verletzte gibt. Ziehe eine Warnweste an, verlasse das Auto (an Autobahnen über die Beifahrerseite!) und stelle das Warndreieck auf (Entfernung: 50 m innerorts, 100 m auf Landstraßen, 150 m auf Autobahnen).

Schritt #2: Gibt es Verletzte? Falls ja: Rufe den Rettungsdienst (112)  Leiste Erste Hilfe!

Schritt #3: Rufe die Polizei (110), damit ein Unfallprotokoll erstellt werden kann. Bei kleinen Blechschäden geht es theoretisch auch ohne, das ist aber riskant. Unverzichtbar ist die Polizei, wenn:  Die Unfallstelle abgesichert werden muss, Personen verletzt wurden, es einen hohen Sachschaden gibt, wenn ihr nicht Halter des Fahrzeugs seid (z.B. bei Miet- oder Leasingwagen), eine Straftat wie Alkohol am Steuer im Raum steht oder es Streit mit dem Unfallgegner gibt.

Schritt #4: Sammle Beweise! Nutze hierfür diese Unfallbericht-Vorlage. Notiere den Namen, die Adresse, die Telefonnummer und die Versicherungsinformationen aller beteiligten Fahrer.  Fotografiere die Personalausweise. Notiere die Namen und Kontaktdaten von Zeugen. Mache möglichst viele Fotos von der Unfallstelle, den beschädigten Fahrzeugen und eventuellen Verletzungen. Notiere Zeit und Datum des Unfalls sowie Details wie Wetterbedingungen. Unterschreibe KEINESFALLS einen Unfallbericht, der nicht deiner Sichtweise entspricht.

Schritt #5: Melde den Unfall deiner Versicherung

Tipp: Rufe so schnell wie möglich bei deiner Versicherung an und lass dich über deine Rechte und weitere Schritte informieren. Achte darauf, die Regulierung des Schadens selbst zu organisieren. Ein Schadenservice der gegnerischen Versicherung wird versuchen, die Reparatur im Sinne des Unfallgegners auszuführen.

Die passende Druckvorlage fürs Handschuhfach gibt es hier:

checkliste_autounfall_moms_blog


Unfall-Simulation: Im Ernstfall richtig reagieren

Das konkrete Üben der einzelnen Schritte, die nach einem Unfall auf der Autobahn oder Landstraße beachtet werden sollten, kann zusätzliche Sicherheit für den Ernstfall geben. Mein Tipp wäre daher: Fahrt mit euren Fahranfängern auf einen Parkplatz und geht die einzelnen Punkte durch:

 

  • Den Warnblinker einschalten
  • Schauen, wo sich die Notfalltaste im Auto befindet (sie verbindet euch direkt mit der nächsten Rettungsstelle und ermöglicht eine Ortung eures Fahrzeugs. Ihr könnt sie also auch als Unfallzeuge nutzen, wenn es Verletzte gibt oder wenn es in eurem Auto einen schweren medizinischen Notfall gibt).
  • Die Rettungsweste + die Unterlagenmappe aus dem Handschuhfach nehmen
  • Das Auto über Beifahrertür verlassen (Unfall auf der Autobahn)
  • Die Warnweste anziehen
  • Schauen, wo sich das Warndreieck genau befindet, es aufklappen und daran denken, wie man es trägt (auf Brusthöhe mit der reflektierenden Seite in Richtung der entgegenkommenden Fahrzeuge) und in welcher Entfernung man es aufstellt.
  • Den Verbandskasten bereitlegen, um Erste Hilfe zu leisten. Falls euer Erste-Hilfe-Kurs schon länger zurückliegt, kann eine Auffrischung sinnvoll sein. Alternativ gibt es hier auf Youtube kostenlose Videos.

 

Außerdem: Schauen, ob eine App wie die ADAC App auf dem Smartphone bereits installiert wurde und die Mitgliedsnummer vorliegt. Dann: Einen Parkunfall nachstellen, die einzelnen Schritte (siehe unten in diesem Beitrag) durchgehen und vielleicht sogar mal einen Probe-Unfallbericht ausfüllen.

Parkschaden Checkliste

Wenn ihr einen Unfall beim Einparken verursacht und der Besitzer des Unfallwagens nicht in der Nähe ist, seid ihr verpflichtet, eine angemessene Zeit auf den Besitzer des Autos zu warten. Als angemessen gilt bei einem leichten Schaden eine Wartedauer von

Habt ihr den Besitzer des Fahrzeugs erreicht, kann es sich unter Umständen lohnen, den Unfall ohne die Versicherung abzuwickeln. Handelt es sich nur um einen minimalen Parkschaden, wird häufig ein Einigungsprotokoll verwendet. Dieses kann sinnvoll sein, wenn es sich um einen geringen Schaden von unter 500 Euro handelt, da so eine Hochstufung in der Versicherung vermieden wird.

 

Ein Einigungsprotokoll enthält:

  • Name und Adresse der Unfallbeteiligten sowie der Fahrzeughalter, falls diese nicht mit den Fahrern übereinstimmen.
  • KFZ-Kennzeichen beider Fahrzeuge
  • Vereinbarter Betrag
  • Hinweis auf einmalige Zahlung und Ausschluss weiterer Ansprüche
  • Art der Zahlung (bar?)
  • Datum und Unterschriften aller Beteiligten

 

Achtung: Wurde das Einigungsprotokoll unterschrieben und die Zahlung geleistet, können keine Ansprüche mehr an den Unfallgegner gestellt werden. Bestehen auch nur die geringsten Zweifel, dass es sich um einen Bagatellschaden handelt oder sind mehr als zwei Parteien am Unfall beteiligt, sollte unbedingt die Versicherung hinzugezogen werden.

Auch wenn die Versicherung informiert wurde, habt ihr noch die Option, den Schaden selbst zu übernehmen und eine Hochstufung der Beiträge zu vermeiden. Die Stiftung Warentest bietet übrigens einen Rückstufungrechner an, mit dem ihr ausrechnen könnt, ob es sich lohnt, einen verursachten Schaden selbst zu übernehmen, um Versicherungsbeiträge zu sparen.

Handelt es sich um ein Leih- oder Leasingfahrzeug, solltet ihr immer die Polizei informieren.

 

 

Autopannen Checkliste

Wenn euer Auto aufgrund einer Panne liegen bleibt, solltet ihr folgende Punkte beachten:

  • Warnblinker einschalten
  • Möglichst einen Parkplatz oder eine Haltebucht ansteuern. Wenn das nicht möglich ist: Auf dem Standstreifen oder rechten Fahrbahnrand anhalten.
  • Das Auto an stark befahrenen Straßen / Autobahnen über die Beifahrertür verlassen
  • Warnwesten anziehen und Beifahrer in Sicherheit bringen (z.B. hinter der Leitplanke).
  • Das Warndreieck aufstellen
  • Den ADAC per App kontaktieren bzw. eine Alternative anrufen
  • Wenn das Auto die Fahrbahn blockiert bzw. den Verkehr gefährdet: Die Polizei anrufen.

 

 

Was ins Auto gehört

Dinge, die ihr immer im Auto dabei haben solltet:

 

Außerdem:

  • Parkscheibe -> ich kann diese Parkscheibe Affiliate Linkempfehlen, die sich automatisch einstellt, sobald man das Auto parkt.
  • Gurtschneider/Notfallhammer
  • Taschentücher, Mikrofasertuch, Eiskratzer
  • Wichtige Telefonnummern:
  • Nummern von Kontaktpersonen für Notfälle
  • Telefonnummer eures Anwalts (falls vorhanden)
  • Werkstatt
  • Im Falle einer Panne: Nummer / Mitgliedsnummer vom ADAC (bzw. alternativer
    Autoclub

 

Die passende Druckvorlage gibt es hier:

checkliste_was_ins_auto_gehoert

 

Nun hoffe ich, dass euch dieser Beitrag gefallen hat, und freue mich wie immer sehr über euer Feedback.

 

Liebe Grüße

 

mamablog ruhrgebiet

 

 

Weitere lesenswerte Beiträge findet ihr hier auf meinem Blog:

Ich freue mich, wenn du meinen Beitrag teilst:
Über Patricia 554 Artikel
Ich heiße Patricia, bin 45 Jahre alt und lebe mit meinem Mann und unseren 16 und 19 Jahre alten Kindern am Rande des Ruhrgebiets. Dieser Blog ist mein„digitales Notizbuch“. Schön, dass du hier bist!

1 Kommentar

  1. Das ist eine sehr hilfreiche und gut durchdachte Idee! Eine Unfall-Checkliste kann in stressigen Situationen wirklich Sicherheit geben. Besonders für junge Fahrer ist es wichtig, einen klaren Plan zu haben, um sich nicht von der Situation überwältigen zu lassen. Ich werde diese Liste definitiv mit meiner Familie besprechen und im Auto hinterlegen. Auch die Idee einer Unfall-Simulation finde ich großartig, um die theoretischen Kenntnisse praktisch zu üben. Vielen Dank für diese wertvollen Tipps und die umfangreiche Checkliste!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*