Gebärmutterhalskrebs: Vor- und Nachteile einer HPV-Impfung für Mädchen und Jungen

 

Heute geht es hier auf dem Blog mal um die Vor- und Nachteile einer HPV-Impfung für Mädchen bzw. Jungen. Auf die Idee zu diesem Beitrag kam ich, weil mir sowohl die Berichterstattung über den Impfstoff in diversen Werbebroschüren, als auch die Informationen unseres Kinderarztes zu den Vorteilen der HPV-Impfung zu einseitig vorkamen.

 

Noch kurz vorab: Ich bin KEINE Impfgegnerin (unsere Kinder sind durchgeimpft) und möchte in diesem Beitrag auch nicht den grundsätzlichen Sinn des Impfens in Frage stellen.  Stattdessen möchte ich Informationen sammeln, um euch die Chance zu geben, die Vorteile und Risiken einer HPV-Impfung sowie die tatsächliche gesundheitliche Bedrohung durch HP-Viren abwägen zu können.

 

Worum geht es bei der HPV-Impfung?

 

Die HPV Impfung wird als Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bzw. Peniskrebs vermarktet. Tatsächlich ist es so, dass die Impfung nicht direkt gegen den Krebs wirkt, sondern vor einigen der über 200 potenziell übertragbaren Humanen Papillomviren (=HPV) schützt, die Entzündungen auslösen und so an der Entstehung von Krebsvorstufen beteiligt sein können.

 

HP-Viren sind weit verbreitet und besiedeln Haut- und Schleimhäute, was dazu führt, dass sich die meisten Menschen mindestens 1 x im Leben mit ihnen infizieren. Im Normalfall  bekämpft das Immunsystem die Infektion unbemerkt.

 

 

Wirkt die HPV-Impfung gegen alle Humanen Papillomviren?

Nein, die Impfung bietet keinen 100%igen Schutz. Sie schützt vor den Niedrigrisiko-Typen: 6 und 11 sowie vor den Hochrisiko-Typen 16 und 18.  Der Impfstoff Gardasil9® schützt zudem vor den Typen 31, 33, 45, 52 und 58.

 

  • Welche HPV-Viren sind gefährlich? Zu den Hochrisiko-Typen zählen: 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68, 73 und 82 + evtl. 26,53 und 66.
  • Welche HP-Viren sind harmlos? Eine Infektion mit den Niedrigrisiko-Typen 6, 11, 42, 43, 54, 57, 70, 72 und 90 kann zu harmlosen aber lästigen Warzen im Intimbereich führen.

 

 

 

Wie groß ist die Schutzwirkung der HPV-Impfung?

 

Tumore am Gebärmutterhals bilden laut des Deutschen Krebsforschungszentrums mit 58 % die größte Gruppe unter den HPV-bedingten Tumoren.  Zur Schutzwirkung der Impfung gibt es allerdings ganz unterschiedliche Zahlen: Während die Stiko (=Ständige Impfkommission)  davon ausgeht, dass in 70 Prozent der Fälle die Hochrisiko-Virentypen 16 und 18, die durch die HPV-Impfung abgedeckt werden, den Gebärmutterhalskrebs auslösen, geht die Bundesregierung in der Drucksache 16/9302  von 2008 laut diesem Artikel der Frankfurter Rundschau von nur ca. 35 % der Fälle aus.

 

 

Wie groß ist die Chance, ohne HPV-Impfung an Gebärmutterhalskrebs zu sterben?

Statistisch gesehen sterben 3 von 1000 ungeimpften Frauen in Deutschland im Laufe ihres Lebens an Gebärmutterhalskrebs. Zur Relation: An anderen Krebsarten sterben ca. 227 Frauen. Quelle: gesundheit.uni-hamburg.de

Schaut man sich nur die Zahlen der Frauen an, die regelmäßig zur Vorsorge gehen, sieht die Zahl noch besser aus: Laut Schätzungen erkranken nur 1-2 von 1000 Frauen, wenn diese jährlich zur Früherkennungsuntersuchung gehen.

 

 

Wie groß ist die Chance, mit einer HPV-Impfung an Gebärmutterhalskrebs zu sterben?

Das Sterberisiko sinkt von 3 auf 1 von 1000 Frauen. [Annahmen: 1. Die Impfung vermindert tatsächlich Gebärmutterhalskrebs um 70%. 2. Früherkennungsuntersuchungen werden im für Deutschland bisher typi­schen Ausmaß in Anspruch genommen]. Quelle: gesundheit.uni-hamburg.de

 

 

Welche Faktoren erhöhen das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken?

 

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko einer Erkrankung:

  • geschwächte Immunabwehr
  • schlechte Ernährung
  • häufiger Wechsel der Sexual­partner (HP-Viren werden übertragen)
  • fehlende Anwendung von Kon­domen
  • vaginale Begleitinfektionen
  • Rauchen
  • Einnahme der Pille

 


Es gibt aber auch eine sehr effektive Möglichkeit, um das Risiko von Gebärmutterhalskrebs zu minimieren: Die jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt.

 

Warum ist es so sinnvoll, unabhängig von einer Impfung an der jährlichen Vorsorgeuntersuchung inklusive Gebärmutterhalsabstrich teilzunehmen?

 

Ab dem 20. Lebensjahr haben Frauen jährlich Anspruch auf eine eine gynäkologischen Tastuntersuchung sowie einen zytologischen Abstrich, auch bekannt als Pap–Test. Ab dem 35. Lebensjahr besteht neuerdings außerdem alle 3 Jahre ein Anspruch auf eine Kombinationsuntersuchung aus zytologischem Abstrich vom Muttermund und einem HPV-Test (=Test auf genitale Infektionen mit Humanen Papillomviren). Diese Vorsorgeuntersuchungen halte ich für sehr sinnvoll, denn:

  • Die HPV-Impfung bietet keinen 100 %igen Schutz vor Gebärmutterhalskrebs, eine jährliche Kontrolle wird daher dringend empfohlen.
  • Eine HPV-Infektion der Gebärmutter verursacht keine Symptome und kann so nicht bemerkt werden!
  • Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich stufenweise. Wer alle 6 Monate zur Krebsvorsorge (Pap-Test) zum Frauenarzt geht, kann laut meiner Gynäkologin auch ohne Impfung nicht daran sterben, weil eine negative Entwicklung frühzeitig erkannt und behandelt werden kann.

 

-> Überblick über die Untersuchungen sowie Neuerungen der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs

 

 

Wie kann man sich mit HPV infizieren?

Die Ansteckung erfolgt über Haut- und Schleimhautkontakt – also durch intime Haut- und enge Körperkontakte. Das Virus kann über kleinste Verletzungen der Haut- und Schleimhaut in den Körper eindringen.

 

 

Warum wird eine HPV-Impfung inzwischen auch für Jungen empfohlen?

 

  • HP-Viren können auch bei Jungen Krankheiten wie Mund- und Rachenkrebs, Peniskrebs oder Analkrebs auslösen. Das klingt schlimm, diese Krebsarten sind aber relativ selten und werden nur in ca. 40 – 50 % der Fälle durch HPV-Viren ausgelöst, wovon wiederum nicht alle durch den Impfstoff abgedeckt sind. Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4708146/
  • Im Jahr 2013 erkrankten z.B. laut RKI 1.360 Männer an einer Krebsart, die durch HPV ausgelöst wurde. Am häufigsten wurden Oropharynxtumoren (= Mundrachenkrebs, 47 %) registriert, gefolgt von Analkarzinomen (36 %) und Peniskarzinomen (17 %). Die Anzahl der Todesfälle ist hier relativ gering. Nur mal zum Vergleich: 2016 erkrankten 35.960 Männer am deutlich gefährlicheren Lungenkrebs.
  • Das Hauptargument für eine Impfung liegt aus meiner Sicht darin, dass Jungen bzw. Männer die HP-Viren von einer Frau zur nächsten übertragen können, was dann bei der Frau wiederum Gebärmutterhalskrebs auslösen kann.

 

 

 

Positive Effekte einer HPV-Impfung:

 

  • Durch die Impfung kann das Auf­treten von Krebsvorstufen vermindert werden.
  • Wenn auch gegen die Verursacher von Genitalwarzen HPV 9 und 11 geimpft wird, sinkt das Risiko für (harmlose) Genitalwarzen von derzeit etwa 10 auf 1 von 1000 Frauen. Quelle: gesundheit.uni-hamburg.de
  • Die Impfung könnte in geringerem Maße auch gegen andere krebserregen de Viren wirken als jene, gegen die ge­impft wurde (Kreuzreaktion).
  • In Ländern wie Großbritannien, Dänemark oder Australien konnte die Anzahl an neuen HPV-Infektionen und HPV-bedingten Gewebeveränderungen im Genitalbereich durch die Impfung gesenkt werden.
  • Ab einer Impfrate von 85 Prozent aller Jugendlichen kann die Infektionskette durchbrochen werden (der aktuelle Stand liegt bei ca. 40 % der Mädchen) Quelle: Aerzteblatt.de

 

 

Mögliche Gegenargumente, die ihr vor der HPV-Impfung kennen bzw. mit eurem Arzt besprechen solltet:

 

  • Die Impfung wirkt nur, wenn man zuvor noch nicht mit dem entsprechenden Virus infiziert war.
  • Die Langzeitrisiken und die Dauer des Impfschutzes sind nicht bekannt. 
  • Eine Unterdrückung der aggressiven HPV-Viren 16 und 18 könnte möglicherweise die Ausbreitung andere Krebsvorstufen beschleunigen. Quelle: https://www.fr.de/wissen/experiment-gesunden-11478055.html
  • Die HPV-Impfung verursacht hohe Kosten für unser Gesundheitssystem, die an anderer Stelle eingespart werden müssen (ca. 480 € pro Person).
  • Die Impfung wurde an 16- bis 26-Jährigen getestet, anschließend aber für 9- bis 15-Jährige empfohlen. Quelle: fr.de
  • Beide Impfstoffe (Cervarix und Gardasil 9) enthalten relativ aggressive Aluminiumverbindugnen. 0,5 mg Aluminium-Ion.
  • Zu Nebenwirkungen gibt es unterschiedliche Aussagen*

*Laut dieser Reportage vom SWR könnte es durch die Impfung zu seltenen aber schweren Impfreaktionen kommen. In der Reportage heißt es u.a., dass Japan seine Impfempfehlung 2013 zurückgezogen hat und auf schwere Nebenwirkungen – z.B. Erkrankungen des Zentralen Nervensystems – hingewiesen hat. Warum die BZgA behauptet, es gäbe nach 270 Millionen Impfdosen weltweit keine Hinweise auf Nebenwirkungen, ist nicht bekannt. In der Reportage verweist die BZgA auf das Paul Ehrlich Institut. Dieses nimmt Stellung und sagt: „In klinischen Studien seien unerwünschte Ereignisse aufgeführt. Diese könnten auch ein ernstes Ausmaß annehmen“. Das klingt relativ eindeutig.

Dänische Wissenschaftler haben in zahlreichen Publikationen über schwere kardiologische und neurologische Symptome berichtet, die sie in Verbindung mit der HPV-Impfung bringen. Die Gesundheitswissenschaftlerin Prof. Ingrid Mühlhauser beschäftigt sich seit zehn Jahren mit der HPV-Impfung. Für REPORT MAINZ hat sie hier die Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung analysiert

Dr. Martin Hirte vertritt in seinem Buch Impfen kurz & praktisch (siehe unten) folgende Meinung: Die HPV-Impfstoffe wurden mit neuartigen Wirkungsverstärkern ausgestattet, die ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen bedeuten können und zu Autoimmunerkrankungen, Nervenentzündungen, Eierstockversagen oder chronischen Schmerzstörungen führen können. 

 

Fazit:

Heute gibt es ausnahmsweise mal kein eindeutiges Fazit. Ich kann die Impfung nämlich auch nach Auswertung der mir vorliegenden Informationen weder empfehlen noch klar davon abraten.  Aus meiner Sicht wären Kampagnen für  Vorsorgeuntersuchungen und gesundheitliche Aufklärung eine sehr wirkungsvolle und sinnvolle Alternative.

Habt ihr weitere Infos zu diesem Thema, die ich dringend ergänzen sollte? Dann schreibt mir gerne. Seriöse Quellen (!) schaue ich mir gerne an.

 

Liebe Grüße,

 

 

 

Weitere Informationen findet ihr z.B. im Buch Impfen Pro & Contra vom Kinderarzt Dr. Martin Hirte. Amazon Affiliate Link, das euch als Prime Mitglied kostenlos downloaden könnt. In dem Buch werden u.a. die Wirkung von Impfstoffen innerhalb des Körpers sowie Interessenkonflikte innerhalb der Stiko thematisiert.

 

 

 

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2 comments on “Gebärmutterhalskrebs: Vor- und Nachteile einer HPV-Impfung für Mädchen & Jungen”

  1. Sehr spannende Quellen hast du aufgetan!
    Damals in der Uni habe ich noch gelernt, dass die Impfindikation nur für Mädchen besteht. Da hat sich einiges getan.
    Und ich habe es immer so verstanden, dass beim Kopf-Hals-Tumor Rauch und HP-Viren zusammen ans Werk gehen und bei gesunden Nichtrauchern sich das Immunsystem in der Regel um die Viren kümmert.
    Da würden mich also auch ein paar rohe Zahlen für beide Geschlechter interessieren…
    Ich kann deine Gedanken – ebenfalls als i.d.R. Impfbeführworter – sehr gut nachvollziehen.

    • Liebe Nora,

      vielen Dank für die Rückmeldung. Ja, bei den Kopf-Hals-Tumoren erhöht das Rauchen wohl das Risiko.
      Insgesamt ist ein gutes Immunsystem für mich die beste Grundlage, um Viren in den Griff zu bekommen.

      Liebe Grüße,
      Patricia

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