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Bauchschmerzen bei Kindern: Milcheiweißallergie vs. Laktoseintoleranz

Letzte Woche habe ich in einem relativ ausführlichen Beitrag über das Thema Bauchschmerzen bei Kindern berichtet, heute möchte ich das Thema noch einmal etwas vertiefen und über die Unterschiede zwischen einer Laktoseintoleranz und einer Milcheiweißallergie informieren.Dass es relativ viele Menschen gibt, die auf den Genuss von Kuhmilch mit Bauchschmerzen bzw. Verdauungsproblemen reagieren, ist bekannt.  Die meisten von ihnen (laut Wikipedia immerhin 75 % der erwachsenen Weltbevölkerung bzw. 15 % der Erwachsenen in Deutschland) leiden unter einer Laktoseintoleranz – also einer Milchzuckerunverträglichkeit. Diese entsteht, weil der Körper zu wenig von dem Verdauungsenzym Lactase produziert, welches benötigt wird, um den Milchzucker (also die Laktose) zu verarbeiten. Es gibt aber auch Menschen, die zwar die Laktose in der Milch vertragen, jedoch mit einer allergischen Reaktion auf das Kuhmilcheiweiß reagieren. In diesem Fall spricht man von einer Milcheiweißallergie.

 

Was ist eine Milcheiweißallergie?

Eine Milcheiweißallergie (auch Kuhmilchallergie, Kuhmilcheiweißallergie oder Kuhmilchproteinallergie genannt) ist eine Allergie, bei welcher der Körper mit einer Immunreaktion auf das Fremdeiweiß (Kuhmilch-Eiweiß) reagiert, weil das Immunsystem das Milcheiweiß fälschlicherweise als „gefährlich“ einstuft. Eine solche allergische Reaktion auf Kuhmilch kommt bei Säuglingen / Kindern relativ häufig vor.

 


Wie häufig ist eine Milcheiweißallergie?

Schätzungen zu Folge reagieren 2 – 3 % der Neugeborenen negativ auf das Kuhmilch-Eiweiß, das sind bei ca. 700.000 Geburten in Deutschland pro Jahr ca. 14.000 – 21.000 Babys. Da es nicht immer einfach ist, die Ursachen für Bauchschmerzen bei Babys / Kleinkindern richtig zuzuordnen, ist die Dunkelziffer recht groß.

 

Wann tritt eine Kuhmilcheiweißallergie auf?

Die Symptome treten oft bereits in den ersten Lebensmonaten auf, wenn das Baby die erste Säuglingsmilchnahrung erhält.  Bei voll gestillten Kindern ist eine Kuhmilchallergie seltener, auch hier kann es aber vorkommen, dass die Kinder auf Milcheiweiß, welches die Mutter zu sich genommen hat, reagieren.




 


Welche Anzeichen deuten auf eine Kuhmilcheiweißallergie hin?

Die Symptome können vielfältig sein und ähneln denen der Laktoseintoleranz: Ausschlag, Ekzeme, Koliken, Durchfälle, Erbrechen, Schlafstörungen, Schreien, Unruhe. Bei einem Verdacht auf eine Milcheiweißallergie sollten die Eltern ein Ernährungstagebuch führen, in dem sie ca. 5 – 7 Tage lang notieren, welche Lebensmittel und Getränke das Kind zu sich nimmt und wie es darauf reagiert. Dieses Tagebuch hilft dem Kinderarzt bei seiner Diagnosestellung.

 

Wie wird eine Kuhmilcheiweißallergie diagnostiziert?

Die Kuhmilcheiweißallergie kann mit einem einfachen Allergietest (Pricktest) diagnostiziert werden. Falls dieser positiv ist, kann der Befund mit einem ausführlichen Bluttest abgesichert werden.

 

 

Ernährung bei einer Kuhmilcheiweißallergie:

  1. Vermeidung von Kuhmilch, für Babies gibt es spezielles Milchpulver ohne Kuhmilcheiweiss (-> milchfreie non-allergene Spezialnahrung, nicht zu verwechseln mit „normaler“ HA-Nahrung).
  2. Im nächsten Schritt kann mit der Hyposensibilisierung begonnen werden. Der Patient bekommt zunächst  sehr kleine Mengen stark verdünnter Milch, um sich ganz langsam an diese zu gewöhnen. Die Dosierung wird dann langsam gesteigert, bis die Menge von 250 ml täglich erreicht ist.

 

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Prognose:

Die gute Nachricht: Die Kuhmilch-Allergie verwächst sich meist bis zum Schuleintritt. Schon mit 2 Jahren vertragen etwa 75 % der betroffenen Kinder Kuhmilch ohne Probleme – mit 6 Jahren sind es dann schon 90 %.

 

Habt ihr Erfahrungen mit einer solchen Kuhmilchallergie gemacht und noch Tipps für mich, die ich hier mit meinen Lesern teilen kann? Ich freue mich über Kommentare.

Liebe Grüße,

patricia
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