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Ich habe vor Kurzem ein Rezensionsexemplar der Zeitschrift GEO Wissen Gesundheit mit dem Titel „So bleibt ihr Kind gesund!“ zugeschickt bekommen. Wer meinen Blog regelmäßig liest weiß, dass ich mich sehr für das Thema Gesundheit interessiere und regelmäßig über Dinge berichte, die ich selbst noch nicht wusste und/oder interessant finde.

Deshalb möchte ich heute über die Zusammenhänge zwischen Stress und Bauchschmerzen bei Kindern berichten, die in dem Artikel : „Der Stress, der Schmerz und die SEELE“  sehr gut erklärt werden.

 

 

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Was kann hinter regelmäßig wiederkehrenden Bauchschmerzen stecken?

 

Bauchschmerzen kommen bei Kindern recht häufig vor. Besonders kleinen Kindern fällt es schwer, Schmerzen zu lokalisieren oder ein allgemeines Unwohlsein in Worte zu fassen, so dass sie über Bauchschmerzen klagen, obwohl das eigentliche Problem woanders liegt.

Hierbei muss man zwischen akuten Bauchschmerzen (z.B. durch einen Magen-Darm Infekt oder eine Blinddarm-Reizung) und chronischen Bauchschmerzen unterscheiden.

Klagt ein Kind über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten oder öfter als 1 x pro Woche über Schmerzen im Bauchraum, spricht man von häufigen Bauchschmerzen, die von einem Arzt abgeklärt werden sollten.




Warum haben Kinder Bauchschmerzen?

 

Hier habe ich nun erst mal die häufigsten medizinischen Gründe für Bauchschmerzen bei Kindern aufgeführt. Diese sollten zunächst ausgeschlossen werden:

 


Verstopfung

Anzeichen: Seltener als dreimal pro Woche Stuhlgang, Kind möchte nicht zur Toilette gehen, hat Schmerzen beim Stuhlgang.

Lösung: Viel trinken (hilft gegen die Verstopfung), viel Bewegung und eine ballaststoffreiche Ernährung. Auch Zäpfchen wie WALA Carum Carvi Kinderzäpfchen(mit natürlichen Wirkstoffen wie Kümmel und Kamille) können im Notfall helfen.

 

 

Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktoseintoleranz)

Anzeichen: Krampfartige Bauchschmerzen und oft auch Durchfälle.

Diagnose: Atemtest

Lösung: Produkte mit Milchzucker meiden. Für „Notfälle“ gibt es Lactase Tabletten, die dem Körper helfen, die Laktose zu spalten. Die Einnahme sollte mit dem Arzt abgesprochen werden.

 

 

Unverträglichkeit von Fruchtzucker
(Fructosemalabsorption, nicht zu verwechseln mit Fructoseintoleranz! )

Bei einer erblich bedingten Fructoseintoleranz ist es dem Körper nicht möglich, Fruchtzucker (Fructose) abzubauen. Dies ist eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung und kann zu einem lebensbedrohlich geringen Blutzuckerspiegel sowie Leberfunktionsstörungen führen. Eine Fructoseintoleranz ist sehr selten!

Wesentlich häufiger ist die harmlosere Fructosemalabsorption (Fruchtzuckerunverträglichkeit), bei der Fructose nur zum Teil verdaut werden kann.

Anzeichen: Übelkeit, Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen im Bereich des Unterbauches.

Diagnose: Atemtest

Lösung: Erst Verzicht auf Lebensmittel, die Fructose, Saccharose oder Sorbit enthalten, dann: langsames austesten, um festzustellen, was in welcher Menge vertragen wird.

 

 

Allergien / Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten

Kinder aus Allergikerfamilien leiden auch häufig unter Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten. Diese können sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen.

Anzeichen: Bauchschmerzen, ein Kratzen im Hals, Durchfälle, Übelkeit oder Erbrechen.

Diagnose: Allergietest

Lösung: Auslösende Nahrungsmittel meiden.

 

 

Zöliakie (= Gluten-Unverträglichkeit):

Anzeichen: Bauchschmerzen, manchmal auch ein aufgetriebener Bauch, Durchfall,  Appetitlosigkeit, Wachstumsstörungen.

Diagnose: Bluttest + Magenspiegelung (Gewebsentnahme aus dem Dünndarm)

Lösung: Weizen, Roggen, Gerste und Hafer strikt und dauerhaft meiden.

 

Glutenfreie Cookies
Keine Sorge: Es gibt auch glutenfreie Cookies!

 

 

Kuhmilcheiweiss –  Allergie:

Eine Kuhmilchallergie kommt bei Kindern relativ häufig vor und kann sich durch ganz unterschiedliche Symptome bemerkbar machen. Ausführliche Informationen zur diesem Thema findet ihr in meinem Beitrag „Milcheiweißallergie vs. Laktoseintoleranz“.

Anzeichen: z.B.: Ausschlag, Ekzeme, Koliken, Durchfälle, Erbrechen, Schlafstörungen, Schreien, Unruhe.

Diagnose: Allergietest (Pricktest)

Lösung: Vermeidung von Kuhmilch, für Babys gibt es spezielles Milchpulver ohne Kuhmilcheiweiss.

Die gute Nachricht: Die Kuhmilch-Allergie verwächst sich meist bis zum Schuleintritt.

 

 

Was steckt dahinter, wenn mein Kind immer wieder über Bauchschmerzen klagt, der Arzt aber nichts feststellen kann?

 

Besonders Schulkinder leiden aber häufig unter Bauchschmerzen, für die der Kinderarzt keine eindeutige Diagnose stellen kann. Es handelt sich um sogenannte Nabelkoliken.

 

„Grundlose Bauchschmerzen“ – was ist eine Nabelkolik?

 

Als Nabelkolik bezeichnet man krampfartige Schmerzen im Bauch, die im Bereich des Bauchnabels auftreten und bis zu 2 Stunden anhalten können, für die es erst mal keinen medizinischen Grund gibt. Bei Säuglingen entstehen diese Schmerzen oft durch eine unzureichende Entwicklung der Darmschleimhaut, die mit den Verdauungsvorgängen im Körper überfordert ist. Nach 3 Monaten hat der Körper sich dann an die neuen Anforderungen gewöhnt, und die „3 Monats-Koliken“ sind vorbei.

Bei Kindern und Jugendlichen  ist Stress ein wichtiger Faktor. Besonders sensible Kinder reagieren auf Stress in der Familie, im Kindergarten oder in der Schule mit Bauchschmerzen.

 

Wie kommt es zu stressbedingten Bauchschmerzen bei Kindern?

 

Wie bereits oben erwähnt, habe ich in der Zeitschrift GEO Wissen einen sehr interessanten Beitrag zu diesem Thema gelesen, der das Phänomen folgendermaßen erklärt:

Die Schmerzen entstehen durch ein Wechselspiel zwischen Körper und Psyche, dass sich folgendermaßen darstellen lässt:

 

Stress oder Sorgen + ein Infekt + individuelles Schmerzempfinden = Bauchweh!

 

Aber was genau löst den Schmerz im Körper aus?

 

In dem Artikel wird es folgendermaßen erklärt: Wenn ein Kind, z.B. aufgrund eines Magen-Darm-Infekts, Bauchschmerzen und Krämpfe hat, werden bestimmte Nervenzellen im Bauch sensibilisiert. Diese reagieren dann auch nach Abklingen des Infekts noch empfindlicher, so dass die Kinder schon normale Verdauungsstörungen als Ziehen im Bauch wahrnehmen.

Das Problem: Kommt dann noch Stress dazu (z.B. Ärger mit den Eltern oder Freunden, ein Umzug, Schulwechsel etc.) ziehen sich nicht nur die Muskeln durch die psychische Anspannung zusammen und verkrampfen, die Kinder entwickeln Ängste und nehmen jedes noch so kleine Ziehen im Körper war.

Die nun wahrgenommenen Schmerzen werden mit dem Stress verknüpft und es entsteht eine Negativspirale:

 

Gedanken lösen Ängste aus -> diese befeuern die Schmerzen -> die Angst wird stärker und somit auch der Schmerz.

 

Das Bauchweh ist nun nicht mehr das Symptom, sondern die Erkrankung. Aus den eigentlich harmlosen Bauchschmerzen kann sich eine Schmerzstörung entwickeln.

 

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Wie sollten Eltern auf stressbedingte Schmerzen bei Kindern reagieren?

 

In dem Beitrag der GEO Wissen wird geraten, auf leichte stressbedingte Schmerzen nicht zu sorgenvoll zu reagieren: Kinder empfinden die Schmerzen als besonders stark, wenn sie das Gefühl haben, dass gerade etwas Bedrohliches in ihrem Körper passiert.

Wenn das Kind also nach der Schule über leichte Bauch- oder Spannungskopfschmerzen klagt, ist Bewegung an der frischen Luft wesentlich hilfreicher, als wenn sich das Kind ins Bett legt, wo es sich voll auf den Schmerz konzentriert. Auch ein übermäßiges Umsorgen des Kindes kann sich negativ auswirken: Das Kind freut sich über die Aufmerksamkeit, gewöhnt sich aber gleichzeitig daran, passiv und hilflos zu sein. Experten raten daher, die Schmerzen zwar ernst zu nehmen, aber nicht übertrieben besorgt zu reagieren.

Im Idealfall lernt das Kind, dass es den Schmerz aktiv bekämpfen kann, so dass sich die „falsche Verknüpfung“ wieder lösen kann.

 

 

Wichtig ist es in jedem Fall, den Gründen für die Bauchschmerzen auf den Grund zu gehen:

 

  • Alltagshektik in der Freizeit
  • Leistungsdruck in der Schule
  • Stress und Streit
  • Überforderung

 

Anschließend sollten die Eltern versuchen, die Stressfaktoren zu reduzieren:

 

  • weniger Termine
  • weniger Zeit vor dem Handy/TV/Computer

 

Auch ausreichende Ruhepausen, Zeit zum Spielen, viel Bewegung an der frischen Luft und eine ausgewogene Ernährung sind wichtig.

 

Wenn diese Tipps auch nach Wochen nicht helfen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Dieser kann z.B. eine kognitive Verhaltenstherapie verordnen, bei der die Kinder lernen, negative Gedankenkreisläufe zu durchbrechen. Manche Kinder müssen auch erst lernen, wie sie es schaffen mal abzuschalten und sich zu entspannen – eine Fähigkeit, die auch viele Erwachsene mittlerweile verloren haben.

 

So, das war mein Beitrag zum Thema Bauchschmerzen. Habt ihr Erfahrungen mit dem Thema Bauchschmerzen bei Kindern? Habt ihr noch Tipps, die ich mit aufführen sollte? Ich freue  mich wie immer über Kommentare.

Liebe Grüße,

 

patricia

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3 comments on “Immer wieder kehrende Bauchschmerzen bei Kindern – was steckt dahinter?”

  1. Ab und zu beschwert sich der Sohn über die Bauchschmerzen. Meinen Dank für die mögliche Etymologie davon! Vielleicht sollte erst eine Untersuchung unternommen werden.

  2. Hallo, unsere Tochter hatte mit 5,5 Jahren auch über zwei Monate immer wieder Bauchschmerzen und wir waren beim Arzt, der dann einen Termin zur Milchzuckerunverträglichkeitstestung machen wollte. Dort waren wir auch: negativ. Schmerzen waren aber doch da.
    Die Lösung fanden wir dann einen Monat später heraus, nachdem medizinisch nichts festgestellt werden konnte. ( festgestellt übrigens an einer Latzhose, die sie den Sommer über nicht angezogen hatte)
    Sie war in zwei Monaten um fünf Zentimeter gewachsen. Das hat dann die Schmerzen verursacht. Puh. Glück gehabt.

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