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Thema: Sicherer Schulweg!

 

Die Vorgeschichte

Als meine Tochter in die Schule kam, war der Gedanke, dass sie von nun an ganz alleine zur ca. 1,5 km entfernten Schule laufen (bzw. rollern) könnte, für mich ziemlich absurd. In meinem Kopf lauerte hinter jeder Ecke ein Verrückter, der nur darauf warten würde, dass mein „Baby“ vorbeiläuft – von abgelenkten Autofahrern, die mein Kind beim Abbiegen übersehen könnten oder möglichen Stürzen ganz zu schweigen.

Rückblickend klingt das ziemlich übertrieben, dennoch erinnere ich mich noch sehr genau an meine Ängste und es dauerte einige Wochen, bis ich mich mit dem Gedanken angefreundet hatte.

 

Das Risiko ist eigentlich überschaubar!

Wenn man die Situation ganz sachlich mit etwas Abstand betrachtet, ist das Risiko natürlich viel geringer, als der Schaden den man anrichtet, wenn man das Kind ständig in Watte packt. Damit nimmt man ihm die Möglichkeit, selbstständig zu werden und eigene Erfahrungen zu sammeln.

 

 




 

 

Hier habe ich nun einige Punkte zum Thema „sicherer Schulweg“ aufgeschrieben, die uns damals geholfen haben:

 

Wie macht man Kinder fit für den Schulweg?

  1. Den Schulweg gemeinsam trainieren. Wichtig: Es sollte nur EINEN Schulweg geben! Keine Abkürzungen / Umwege / Ausflüge etc. Der Grund: Sollte das Kind einmal nicht pünktlich nach Hause kommen, ist es hilfreich wenn man nur EINEN Weg abfahren muss.
  2. Mögliche Gefahrenstellen (Ampeln, Radwege, Einfahrten, Zebrastreifen) besprechen.
  3. Auf eine sichere Ausrüstung achten (Reflektoren, etc.).
  4. Klären, was im Notfall zu tun ist und überlegen, wo das Kind Hilfe holen kann.
  5. Genau festlegen, wer das Kind notfalls auch spontan von der Schule abholen darf.
  6. Mit Klassenkameraden gemeinsam zur Schule laufen. Bei gefährlichen Strecken kann sich auch ein durch Eltern begleiteter „Walking Bus“ anbieten.

 

Wie sollte das Kind reagieren, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert?

Es kann immer mal zu einer Situation kommen, in der das Kind nicht ganz sicher ist, wie es reagieren soll:

  • Ein Freund fragt, ob das Kind nach der Schule noch kurz mit zur Eisdiele kommt.
  • Ein Elternteil bietet spontan an, das Kind bei Regen mit dem Auto mitzunehmen.

 

Entscheidungshilfe für Kinder

Um die Entscheidung einfacher zu machen, finde ich diese 3 Fragen sehr hilfreich, die meine Kinder in der Schule im Rahmen eines Theaterstücks zum Thema „Mein Körper gehört mir“  besprochen haben:

 

  1. Wissen Mama oder Papa, wo du bist?
  2. Kannst du jederzeit Hilfe holen?
  3. Hast du ein gutes Bauchgefühl?

 

Falls das Kind nicht ALLE 3 FRAGEN MIT JA beantworten kann, muss die Antwort: NEIN heißen! (Bei der 1. Frage in meinem Beispiel oben wäre die Antwort also zum Beispiel „Nein“, weil Mama oder Papa nicht wissen, wo sich das Kind aufhält).

 

Hier gibt es die Fragen noch mal zum Downloaden & Ausdrucken (für die Pinnwand):

sicherer_schulweg_fragen

 

 

Übrigens: Meine Tochter ist inzwischen 12 Jahre alt und fährt nun seit über 2 Jahren mit der Straßenbahn zur weiterführenden Schule. Auch das war wieder ein großer Schritt, an den wir uns aber inzwischen ebenfalls längst gewöhnt haben. 😉

Wie macht ihr das? Ab welchem Alter durften eure Kinder alleine zur Schule gehen? Oder fahrt ihr sie mit dem Auto? Ich bin gespannt auf eure Kommentare.

 

Liebe Grüße,

 

patricia

Ich freue mich, wenn du meinen Beitrag teilst:

5 comments on “Sicherer Schulweg: Diese 3 Fragen sollten Schulkinder immer mit JA beantworten!”

  1. Sehr schön. Ich denke man muss einfach auch auf die Einsicht der Kinder setzen. Denn Schulwegsicherung ist nicht nur durch Schranken oder Poller zu realisieren. Die Kinder müssen das Risiko selbst kennen und verstehen.

  2. Kinder habe ich ja noch nicht, aber ich durfte immer alleine zur Schule laufen und hatte sogar mehrere Schulwege und Mama war das egal, da ich immer pünktlich nach Hause kam.
    Nur meine Schwester hat ein paar Mal Ärger bekommen, als sie zu einer Freundin gegangen ist, ohne das anzukündigen.

    Was du dir da für deine Kinder überlegt hast, klingt in meinen Augen aber sehr sinnvoll. Und in Zeiten von Handys kann man ja auch immer Bescheid geben, wenn es doch später wird 😉

    Liebe Grüße

  3. Hallo Patricia!
    Wir wohnen in einem kleinen Dorf und unser Sohn müsste dann vor 4 Jahren direkt mit dem Bus in die nächste Grundschule fahren. Ich hab aber genau solche Ängste wie du auch gehabt. Das Kind kann ja nicht lesen und ich lass ihn mit dem Bus fahren . Vor lauter Sorge hab ich direkt ein Kilo abgenommen. Im Nachhinein völlig umsonst, es hat alles wunderbar geklappt und die älteren Kinder haben sich toll um ihn gekümmert. Meine Tochter ist letzen Sommer in die Schule gekommen und ich hab mir nicht halb so viele Sorgen gemacht, mein Sohn war ja auch dabei und schon ein alter Hase . Jetzt kommt er demnächst auf die weiterführende Schule und fährt dann auch wieder mit dem Bus und bisher sehe ich dem noch locker entgegen. Da der Bus hier losfährt und an der Schule direkt hält. Aber ich glaube, ich werde dann doch wieder sehr nervös sein. Aber auch das wird wieder klappen, wie immer. Man muss nur Vertrauen in seine Kinder haben, die können mehr wenn man sie mal los läßt. Liebe Grüße Nicole

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