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Schutz vor gefährlichen Situationen bzw. Fremden: Diese 3 Fragen sollten Kinder immer mit JA beantworten!

Gestern wurde die Tochter von Jessika, der ich auf Instagram folge, in einem Einkaufszentrum von 2 fremden Männern angesprochen, die sie zu einem Eis einladen wollten. Ihr Tochter hat zum Glück richtig reagiert und das Angebot abgelehnt. Die Polizei wurde dennoch eingeschaltet und gab den Ratschlag, die Situation ernst zu nehmen und mit den Kindern offen über die aktuellen Ereignisse in Potsdam zu sprechen, wo -> ein kleines Mädchen aus einem Möbelhaus verschwunden und erst 22 Stunden später wieder aufgetaucht ist . Ich möchte das Thema heute nochmal aufgreifen und habe passend dazu diesen Blogpost aktualisiert. Neben 5 allgemeinen Tipps zum Thema: Schutz vor Fremden  möchte ich euch heute auch 3 Fragen vorstellen, die meinen Kindern dabei geholfen haben, in einer unsicheren Situation die richtige Entscheidung zu treffen.

 

 

Kinder stark machen: 5 Dinge, die wir mit unseren Kindern besprochen haben!

 

Wie  schaffen wir es als Eltern, unsere Kinder vor Gefahren zu warnen, sie dabei aber nicht einzuschüchtern? Wie schaffen wir es, ihnen ein gesundes Misstrauen zu vermitteln und  sie gleichzeitig zu offenen, selbstbewussten und hilfsbereiten Menschen zu erziehen? Ich habe mir in den letzten Jahren sehr häufig Gedanken zu diesem Thema gemacht und habe folgende Punkte von klein an mit den Kindern besprochen bzw. umgesetzt:

 

  1. Euer Körper gehört euch!
  2. Ein „Nein“ ist ein ganzer Satz (und bedarf keiner Begründung)!
  3. Fremde Erwachsene bitten Kinder NIEMALS um Hilfe, machen ihnen keine Geschenke und laden sie auch nicht zu einem Eis ein!
  4. Man sieht Menschen nicht an, ob sie lieb oder böse sind!
  5. Es gibt keine guten Geheimnisse zwischen Kindern und Erwachsenen!

 

Besonders wichtig war mir dabei der Punkt, dass die Kinder grundsätzlich alleine über ihren Körper bestimmen dürfen! Das heißt auch: Keine Höflichkeits-Umarmungen  / Küsschen etc. für Omas, Tanten etc – es sei denn, diese gehen von den Kindern aus. Außerdem war es mir sehr wichtig den Kindern zu vermitteln, das sie immer über ALLES mit uns  sprechen können und das wir IMMER auf IHRER Seite stehen.

 

 

Wie sollte das Kind reagieren, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert?

 

Es kann immer mal zu einer Situation kommen, in der das Kind nicht ganz sicher ist, wie es reagieren soll:

  • Ein Freund fragt, ob das Kind nach der Schule noch kurz mit zur Eisdiele kommt.
  • Ein Elternteil bietet spontan an, das Kind bei Regen mit dem Auto mitzunehmen.
  • Ein Fremder möchte das Kind zu einem Eis einladen.

 

Um Kindern in einer für sie unbekannten Situation zu helfen, die richtige Entscheidung zu treffen, haben wir diese 3 Fragen eintrainiert, die meine Tochter in der Grundschule im Rahmen eines Theaterstücks zum Thema „Mein Körper gehört mir“  besprochen hat:

 

 

3 Fragen, die Kinder vor gefährlichen Situationen schützen und ihnen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen

 

  1. Wissen Mama oder Papa, wo du bist?
  2. Kannst du jederzeit Hilfe holen?
  3. Hast du ein gutes Bauchgefühl?

 

Nur wenn das Kind wirklich JEDE dieser 3 FRAGEN MIT JA BEANTWORTEN KANN, ist die Situation sicher. Falls das Kind auch nur eine dieser Fragen mit NEIN beantworten würde, sollte es die Situation schnellstmöglich verlassen oder um Hilfe bitten.

 

Ich finde diese auf den ersten Blick vielleicht eher unspektakulären Fragen tatsächlich sehr hilfreich und habe sie mir ehrlich gesagt vor einigen Monaten selbst gestellt, als ich mich abends in einer fremden Stadt in einer ungewohnten Situation befand. Selbst für Erwachsene ist es eine Erleichterung, in einer Stress-Situation ein einfaches Konzept zu haben, an dem man sich orientieren kann.

 

 

 

 

Weitere Tipps, mit denen ihr eure Kinder vor Fremden schützen könnt:

 

  • Redet mit euren Kindern darüber, welche Menschen aus eurem engsten Umfeld zu den Vetrauenspersonen gehören, die euer Kind im Notfall z.B. von der Schule abholen dürfen.
  • Lest Bücher wie Ich geh doch nicht mit jedem mit  mit euren Kindern, die das Thema kindgerecht erklären Amazon Affiliate Link
  • Macht ein Codewort für Situationen mit euren Kindern aus, damit sie wissen, ob eine bestimmte Person sie tatsächlich abholen darf!
  • Besprecht mit euren Kindern, an welchen Orten in ihrem Umfeld sie um Hilfe bitten können, wenn sie ein schlechtes Bauchgefühl haben oder in eine gefährliche Situation geraten. Wusstet ihr, dass es in vielen Städten sogenannte Notinsel für Kinder gibt? Das sind z.B. Geschäfte, Banken oder Apotheken, die ihr an einem Sticker im Eingangsbereich erkennt. Hier wird Kindern und Jugendlichen geholfen, wenn diese Hilfe benötigen (also sich z.B. bedroht fühlen, gemobbt werden, sich verlaufen haben, ihren Schlüssel vergessen oder den letzen Bus verpasst haben).
  • Denkt daran, dass Kinder Fremden mittlerweile viel häufiger virtuell als auf der Straße begegnen und unterschätzt diese Gefahr nicht! Ich habe mich in meinem Beitrag -> 7 Handyregeln für Kinder und Jugendliche ausführlich mit diesem Thema befasst!

 

Ein weiterer Tipp einer Polizistin, mit der ich mich zu Kindergartenzeiten meines Sohnes unterhalten habe, lautete: Zieht euren kleinen Kindern möglichst keine T-Shirts / Cappys an, auf denen der Vorname steht. Fremde können durch die direkte Ansprache schnell Vertrauen aufbauen. Ein SOS-Armband  kann hingegen sinnvoll sein, um die Eltern von Kindern, die sich in Freizeitparks, am Strand oder in Kaufhäusern verlaufen haben, schnell wiederzufinden.

 

 

 

Wie soll man reagieren, wenn das Kind plötzlich verschwunden ist?

 

Dazu, wie man reagieren soll, wenn ein kleines Kind plötzlich verschwunden ist, haben meine Kolleginnen vom Blog Tollabea einen Beitrag verfasst. Sie raten dazu, schnell für viel Aufmerksamkeit zu sorgen. -> Wie ihr das genau machen solltet, könnt ihr hier nachlesen.

 

 

 

Mein Fazit: Realismus statt Panik!

 

Zum Abschluss möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass eine Entführung des Kindes für Eltern zwar der absolute Supergau ist, aber nur extrem selten vorkommt. Ich finde es  wichtig, Kinder sachlich und altersentsprechend auf Gefahren hinzuweisen und sie zu bestärken. Ebenso wichtig finde ich es aber, keine Panik zu verbreiten und die eigene Angst nicht auf die Kinder zu übertragen. Das Leben ansich birgt nunmal ein gewisses Risiko und das Sammeln eigener Erfahrungen gehört zum selbständig werden dazu.

 

Nun würde mich interessieren, wie ihr dieses Thema handhabt. Ab welchem Alter durften eure Kinder alleine draußen spielen? Alleine zur Schule laufen? Zum Bäcker gehen?

 

Liebe Grüße,

 

patricia

 

 




 

 

 

 

 

 

 

-> Hier gibt es die 3 Fragen nochmal im Überblick: Zum Ausdrucken bzw. für eure Pinterest Pinnwand! 

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Ich freue mich, wenn du meinen Beitrag teilst:

5 comments on “So schützt ihr eure Kinder vor gefährlichen Situationen bzw. Fremden!”

  1. Sehr schön. Ich denke man muss einfach auch auf die Einsicht der Kinder setzen. Denn Schulwegsicherung ist nicht nur durch Schranken oder Poller zu realisieren. Die Kinder müssen das Risiko selbst kennen und verstehen.

  2. Kinder habe ich ja noch nicht, aber ich durfte immer alleine zur Schule laufen und hatte sogar mehrere Schulwege und Mama war das egal, da ich immer pünktlich nach Hause kam.
    Nur meine Schwester hat ein paar Mal Ärger bekommen, als sie zu einer Freundin gegangen ist, ohne das anzukündigen.

    Was du dir da für deine Kinder überlegt hast, klingt in meinen Augen aber sehr sinnvoll. Und in Zeiten von Handys kann man ja auch immer Bescheid geben, wenn es doch später wird 😉

    Liebe Grüße

  3. Hallo Patricia!
    Wir wohnen in einem kleinen Dorf und unser Sohn müsste dann vor 4 Jahren direkt mit dem Bus in die nächste Grundschule fahren. Ich hab aber genau solche Ängste wie du auch gehabt. Das Kind kann ja nicht lesen und ich lass ihn mit dem Bus fahren . Vor lauter Sorge hab ich direkt ein Kilo abgenommen. Im Nachhinein völlig umsonst, es hat alles wunderbar geklappt und die älteren Kinder haben sich toll um ihn gekümmert. Meine Tochter ist letzen Sommer in die Schule gekommen und ich hab mir nicht halb so viele Sorgen gemacht, mein Sohn war ja auch dabei und schon ein alter Hase . Jetzt kommt er demnächst auf die weiterführende Schule und fährt dann auch wieder mit dem Bus und bisher sehe ich dem noch locker entgegen. Da der Bus hier losfährt und an der Schule direkt hält. Aber ich glaube, ich werde dann doch wieder sehr nervös sein. Aber auch das wird wieder klappen, wie immer. Man muss nur Vertrauen in seine Kinder haben, die können mehr wenn man sie mal los läßt. Liebe Grüße Nicole

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