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Was ist denn nun besser: Leitungswasser oder Mineralwasser?

 

Vor einiger Zeit habe ich angefangen, mich intensiv mit dem Thema Wasser auseinanderzusetzen. Den Anfang machte dabei ein Bericht über die Qualität bzw.  mögliche Belastung unseres Leitungswasser durch Hausanschlüsse (inkl. Erklärungen, warum eine einmalige Laboranalyse des Leitungswasser besonders für Eltern von Kleinkindern und Allergiker sinnvoll sein kann). Heute möchte ich erklären, warum es in meinen Augen überhaupt keinen Sinn macht, teures Mineralwasser zu kaufen. Hier geht es also um:

 

  • Die Vorteile von Leitungswasser im Vergleich zu Mineralwasser.
  • Antworten und Lösungen für Argumente, die gegen eine Verwendung von Leitungswasser sprechen.
  • Informationen zum Mineralstoffgehalt von Leitungswasser.

 

Außerdem passt dieses Thema gut zu meinem aktuellen Minimalismus Projekt, denn ich kaufe nicht nur weniger und produziere somit weniger Müll – ich habe auch weniger Stress, weil das Einkaufen der Getränke sowie das Wegbringen des Leerguts wegfallen. Ausnahmen bestätigen die Regel: Hin- und wieder kaufe ich mir natürlich nach wie vor eine Flasche Cola 😉

 

5 Vorteile von Leitungswasser

 

1. Leitungswasser ist extrem günstig! Kostet nur ca.  0,2 Cent pro Liter

2. Leitungswasser wird strenger auf Schadstoffe etc. kontrolliert als in Flaschen abgefülltes Mineralwasser (erstaunlich!)

3. Leitungswasser ist jederzeit zu Hause verfügbar – kein Schleppen von Wasserflaschen / kein Transport der Wasserflaschen mit LKWS´s etc. bis in die Geschäfte.

4. Keine nervige Pfand-Rückgabe: Wer regelmäßig mit einer Ikea-Tasche voller leerer Plastikflaschen im schlecht riechenden Vorraum des Discounters steht, weiss was ich meine… 😉

5. Keine gefährlichen Stoffe, die von den Kunststoff-Flaschen ins Wasser gelangen könnten.

 

Die Vorteile des Leitungswassers liegen also eigentlich auf der Hand. Da es aber immer wieder Kritiker gibt, die mir erklären möchten, warum Mineralwasser die bessere Alternative ist, habe ich hier mal meine Antworten zusammengefasst.

 

Antworten und Lösungen für Leitungswasser-Kritiker:

 

Problem 1:  Was macht man, wenn man nur Wasser mit Kohlensäure mag?

Die Lösung: Einen Wassersprudler kaufen! Wir haben uns für einen SodaStream Wassersprudler (-> Glasflaschen!) entschieden und sind  sehr zufrieden. Meinen ausführlichen Erfahrungsbericht findet ihr -> hier.

 

Problem 2: Was macht man, wenn Besuch kommt? 

Irgendwie ist es ja immer noch ein „Kopfproblem“: Dabei ist es doch eigentlich gar kein Problem, dem Besuch ein Glas Leitungswasser anzubieten. Eine Lösung habe ich trotzdem: Eine schöne Karaffe kaufen. Diese passt in den Kühlschrank, so dass das Wasser  auch im Sommer die perfekte Trinktemperatur hat. Alternativ gibt es für ca. 4 € große Glas Pitcher / Kühlschrankkrüge(<- Amazon Affilate Link).

 

 

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Problem 3: Die Kinder mögen aber  nur „Wasser mit Geschmack!“

Wenn z.B. Kinder zu Besuch kommen, die kein Wasser mögen, mische ich in einfach ca. 1 Liter Spudelwasser aus dem SodaStream mit etwas Bio-Fruchtsirup (z.B. Cassis oder Holunderblüte) und schon habe ich einen ganzen Krug Apfelschorle!

 

 

Problem 4: Fehlen dem Leitungswasser nicht wichtige Mineralien?

Auch zu diesem Thema habe ich viel gelesen und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass der Körper die benötigten Mineralien in ausreichender Menge durch die Nahrung aufnimmt (eine einigermaßen ausgewogene Ernährung vorausgesetzt). Außerdem enthält auch das Leitungswasser, je nach Region, mehr Mineralien als diverse Mineralwasser.

Details dazu finden sich häufig auf den Websites der jeweiligen Wasserversorger. Ich habe mir hier die Jahresmittelwerte der Stadtwerke Duisburg für den Duisburger Süden angesehen:

 

Mineralstoffe in mg/L Leitungswasser
(Stadtwerke Duisburg)
Gerolsteiner Volvic Bonaqua
Calcium 113 140 12 68
Kalium 3 3 6 0
Magnesium 12 49 8 28
Natrium 23 12 12 180

 

Andere Stoffe im Mineralwasser, wie z.B. Natrium, sind sogar eher negativ zu bewerten: Die meisten Menschen nehmen ohnehin schon über die  Nahrung zu viel Salz (Natriumchlorid) zu sich –  natriumarmes Wasser ist also ein Vorteil. Einzige Ausnahme: Ausdauersportler sollten während einer Extrembelastung (z.B. einem Marathon-Lauf) nicht ausschließlich Leitungswasser trinken sondern zusätzliche Mineralien zu sich nehmen!

 




 

Problem 5: Unser Wasser ist sehr hart / kalkhaltig. Ist das schädlich für die Gesundheit?

Die Antwort: Nein, das ist es nicht! Im Gegenteil! Der Kalk im Trinkwasser besteht aus Calcium und Magnesium und ist nicht wie oft angenommen schädlich für die Gefäße sondern sogar gesund! Arteriosklerose wird nur umgangssprachlich als Verkalkung bezeichnet, sie entsteht z.B. durch schlechte Fette. Kalkhaltiges Wasser ist also besonders für Menschen die keine Milchprodukte vertragen ein wichtiger Calcium-Spender!

 

Problem 6: Ich trinke gerne Wasser mit einem hohen Gehalt an Hydrogencarbonat, um Säuren zu neutralisieren!

Die Lösung: Statt Hydrogencarbonat aus teurem Heilwasser kann man aber auch einfach eine Brise Natriumhydrogencarbonat/Natron* (-> Amazon Link) in ein Glas Leitungswasser geben, das hat den selben Effekt und kostet einen Bruchteil (ca. 10 € für 5 kg!)

 

 

Problem 7 (Nachtrag):  Medikamentenrückstände im Leitungswasser vs. Pestizidrückstände im Mineralwasser

Mich erreichte ein Kommentar zum Thema „Arzneimittel und PFT Rückstände im Trinkwasser“.  Meine Meinung sieht wie folgt aus: Es ist tatsächlich ein Problem, dass die eigentlich sehr strenge Trinkwasserverodnung keine Grenzewerte für Arzneimittelrückstände beinhaltet. Das sollte dringend nachgeholt werden und wird auch regelmäßig geprüft! Die Werte dieser Stoffe sind zur Zeit noch so gering, dass man, selbst wenn man sein Leben lang Leitungswasser tränke, rechnerisch im Laufe von ca. 70 Jahren nur auf die Menge einer „Tagesdosis“ der meisten Medikamente käme, was wiederum laut Bundesumweltamt unbedenklich ist. Gleichzeitig gibt es Berichte wie diesen (z.B. von der Stiftung Warentest), die besagen dass z.B. Mineralwasser (welches laut Gesetz nicht aufbereitet werden darf!) häufig Abbauprodukte von Pestiziden, Süßstoffe, Rostschutzmittel und Acetaldehyd (ein Stoff, der von PET Flaschen ans Wasser abgegeben wird). Auch diese Werte liegen unterhalb der Grenzwerte.

An dieser Stelle gibt also sowohl beim Leitungswasser als auch beim Mineralwasser einen Kritikpunkt!

 

Mein Fazit:

Auch wenn es anfangs eine Umstellung war: Für mich macht es definitiv Sinn das bei uns fast kostenlose und qualitativ hochwertige Leitungswasser zu trinken! Falls man doch lieber Mineralwasser trinken möchte, würde ich welches aus Glasflaschen empfehlen und auf jeden Fall Tafelwasser (das nichts anderes ist als in Flaschen abgefülltes Leitungswasser) von Nestle & Co vermeiden. Mehr Info´s zum Thema Wasser von Nestle findet ihr z.B. in diesem Beitrag der ARD, der mich sehr nachdenklich gemacht hat:

 

 

Nun interessiert mich eure Meinung: Trinkt ihr häufig Leitungswasser? Oder ausschließlich Mineralwasser? Und wenn ja: Warum? Ich freue mich über Kommentare!

 

Liebe Grüße,


Ich freue mich, wenn du meinen Beitrag teilst:

11 comments on “Check: Leitungswasser vs. Mineralwasser!”

  1. Ich habe lange nach einem geeignetem Wasserfilter gesucht, weil ich schon immer sehr gerne Leitungswasser trinken wollte. Das einzige was mich gestört hat war der Geschmack. Selbst beim zubereiten von Tee un Kaffe fand ich hat es den Geschmack verfälscht, weswegen ich dann auch mit stillem Mineralwasser Kafe und Tee zubereitet habe.
    Mittlerweile habe ich eine Wasseraufbereitungsanlage hier bei uns im Haus installieren lassen. Seitdem schmeckt das Leitungswasser hervorragend! Ich habe nicht mehr vor mir Mineralwasser in Flaschen zu kaufen, wodurch ich eine ganze Menge an Geld spare!
    Viele Grüße

  2. Hallo,
    Erstmal Danke für den Blogbeitrag. Du sprichst mir aus der Seele!
    Ich selbst trinke auch nur noch Leitungswasser seitdem ich alleine wohne. Das hat mehrere Vorteile:
    1) als Studentin erspare ich mir viel Geld und Zeit.
    2) wie du in dem Beitrag schön erläutert hast ist es auch gesund

    In meiner Region (Raum Würzburg) ist das Wasser allerdings sehr sehr kalkhaltig. Aus dem Grund habe ich mir von BWT einen Wasser-Enttkalker besorgt. EInfach Leitungswasser hinein füllen. Durch eine Filterfunktion wird Kalk herausgefiltert und Magnesium dem Wasser zugeführt.
    Schmeckt danach richtig gut.

    LG

    • Liebe Bea, das ist ein guter Hinweis. Ich verwende einen Sprudler mit Glasflaschen, die in die Spülmaschine dürfen. Den Sprudler selbst kann man ebenfalls gut reinigen und die Verbindungsstücke kann man
      zwischendurch mit Desinfektionsspray einsprühen. Liebe Grüße, Patricia

    • Lieber Wasserhorst,
      vielen Dank für deinen Kommentar – ich freue mich durchaus auch über kritische Rückmeldungen.
      Wenn „man“ in meinem Beitrag nichts über das Thema Zuleitung liest, hat „man“ meinen Beitrag vielleich nicht aufmerksam gelesen: Ich verweise nämlich gleich zu Beginn des Beitrags auf meinen Bericht zum Thema „Qualität bzw. mögliche Belastung unseres Leitungswasser durch Hausanschlüsse“ , in dem ich im übrigen auch auf eine mögliche bakterielle Belastung des Leitungswasser durch Perlatoren eingehe, die sich aber sehr einfach beheben lässt -> https://www.moms-blog.de/leitungswasser-gesund-gefahren/

      Über PFT und Arzneimittelrückstände im Trinkwasser liest man tatsächlich nichts, das ist ein guter Hinweise, ich werde das Thema ergänzen. Ich hatte mich zwar damit auseinandergesetzt, weil die Rückstände aber vom Bundesumweltamt als unbedenklich eingeschätzt werden und es im Gegenzug auch Berichte (z.B. der Stiftung Warentest -> http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/stiftung-warentest-verunreinigung-vieler-mineralwasser-mit-a-982627.html) gibt, die besagen, dass viele Mineralwässer mit Pestizidrückständen etc. belastet sind, habe ich dieses Thema vorerst nicht berücksichtigt.

      Noch kurz zum „Werbebericht“: Es handelt sich bei dieser Internetseite um einen privaten Blog in dem ich von Dingen berichte, die mich interessieren und von denen ich denke, dass sie auch für meine Leser interessant sein könnten. Ein weiterer Schwerpunkt sind Produktempfehlungen. Wenn ich also selbst von einem Produkt so überzeugt bin, dass ich es weiterempfehlen möchte, sehe ich kein Problem in einer Verlinkung mit dem jeweiligen Online Shop. Meine Leser wissen diesen Service zu schätzen, denn so müssen sie bei Interesse an einem Produkt nicht erst danach suchen. Für mich hat es den Vorteil, dass ich eine kleine Provision von Amazon erhalte, wenn Artikel über meine Seite verkauft werden – das hilft mir wiederum die Kosten meines Blogs zu decken.
      Viele Grüße,
      Patricia

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