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Ist eine Heißluftfritteuse wirklich sinnvoll?

Ist eine Heißluftfritteuse wirklich sinnvoll? „Nein“ lautete mein erster Gedanke, als ich vor einigen Jahren vom „Luft-Frittier-Konzept“ hörte. Inzwischen ist relativ viel Zeit vergangen und ich habe mich in der letzten Woche spontan dazu entschieden, einfach mal selbst ein Gerät zu testen, um dieses Thema endgültig aus dem Kopf zu bekommen. Von meinen Erfahrungen werde ich euch nun wie immer berichten und euch dabei auch folgende Fragen beantworten:

 

  • Wie funktionieren Heißluftfritteusen?
  • Welche Vor- und Nachteile haben Heißluftfritteusen?
  • Welche Speisen lassen sich in einer Heißluftfritteuse zubereiten?
  • Was kostet eine Heißluftfritteuse, die für eine 4 – 5-köpfige Familie geeignet ist?
  • Gibt es gesundheitliche Vor- und Nachteile?

 

Am Ende des Beitrags gibt es dann mein persönliches Fazit, in dem ich euch auch verrate, ob ich unsere Heißluftfritteuse behalten oder wieder zurückgeschickt habe.


Wie funktionieren Heißluftfritteusen?

Heißluftfritteusen sind im Grunde keine Fritteusen, sondern kleine Backöfen mit Umluftfunktion. Ein Heizlüfter erzeugt heiße Luft, die dann durch einen Ventilator im Gerät verteilt wird. Aufgrund des kleinen Garraums dauert das Vorheizen nur 1-2  Minuten. Einige Geräte verfügen über 2 Ebenen, wodurch unterschiedliche Lebensmittel zeitgleich gegart werden können. Ob das in der Praxis so sinnvoll ist, wie es klingt, werde ich weiter unten im Beitrag erläutern.

 

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Welche Vor- und Nachteile bieten Heißluftfritteusen?

Das hängt davon ab, womit ihr das Gerät vergleicht. Ihr benötigt für die Zubereitung von Pommes natürlich viel weniger Fett, als in einer herkömmlichen Fritteuse – im Vergleich zum (Umluft)-Backofen gibt es hier aber keinen Unterschied.

 

Vorteile:

  • Pommes werden knuspriger als im Ofen (->mit Ober- & Unterhitze).
  • Kein Fettgeruch durch das Braten von Öl!
  • Im Vergleich zur normalen Fritteuse wird deutlich weniger Fett benötigt (= Kalorien werden eingespart).
  • Im Gegensatz zum Ofen muss man z.B. Pommes nicht wenden, sondern nur kurz den Korb schütteln.
  • Der Backofen muss nicht gereinigt werden – die Teile können in die Spülmaschine.
  • Gut für kleine Portionen (z.B. 1 Portionen Pommes).

 

Nachteile:

  • Relativ teuer!
  • Ein zusätzliches Gerät, das ziemlich viel Platz benötigt! (-> Tipp einer Leserin: Sie bewahrt ihre Fritteuse im Backofen auf).
  • Die Garzeit ist oft länger als im Ofen!
  • Panierte Lebensmittel werden nicht richtig knusprig!
  • Man merkt, dass das Fett als Geschmacksträger fehlt!
  • Die Geräte sind z.T. ziemlich laut!

 

Welche Speisen lassen sich in einer Heißluftfritteuse zubereiten?

 

Ich habe auf Instagram mal eine Umfrage unter meinen Lesern gestartet. Das Ergebnis: Die meisten Teilnehmer nutzen ihre Heißluftfritteuse nur zum Zubereiten von Pommes. Auf Platz 2 landete das Aufbacken von Brötchen (da wäre ich gar nicht drauf gekommen). Hier habe ich euch mal die Plätze 1 – 10 zusammengefasst:

 

  1. Pommes, Kartoffelspalten, Bratkartoffeln aus Kartoffeln vom Vortag
  2. Aufbackbrötchen (-> 6 St. in ca. 6 Min.)
  3. Chicken Nuggets, Fischstäbchen & Veggie Schnitzel
  4. Chickenwings
  5. Frühlingsrollen
  6. Hackbällchen
  7. Ganzes Hähnchen
  8. Bacon, Croutons & Müsli
  9. Pizza (-> Zubehör erforderlich)
  10. Tiefkühlgerichte (z.B. Schlemmerfilet, TK-Lasagne, TK-Baguette)

 

 

Was kostet eine Heißluftfritteuse, die für eine 4 bis 5-köpfige Familie geeignet ist? (Und: Welches Modell ist empfehlenswert?)

 

Familien sollten aus meiner Sicht unbedingt auf ein Fassungsvermögen von mind. 1400 g bzw. 5 Litern achten, um das Essen nicht in mehreren Etappen zubereiten zu müssen. Außerdem wäre es mir wichtig, dass die abnehmbaren Teile nach der Benutzung in die Spülmaschine dürfen. Ein Markengerät, das diese Voraussetzungen erfüllt, kostet ca. 150 €  – 250 €. Meine Leser haben mir dieses Gerät empfohlen:

Philips HD9750/90 Airfryer XXL 1,4 kg Fassungsvermögen, Temperatur von 80 – 200 Grad regelbar. Preis: ab ca. 189 €  ***Testsieger & laut meiner Leser leiser als die Actifry**

 

 

 


 


Ich hatte mich für dieses Gerät entschieden: Tefal YV9601 ActiFry 2in1 Heißluft-Fritteuse, 1,5 kg Fassungsvermögen, Temperatur: Nicht regulierbar (-> 150 Grad). Preis: Ab ca. 159 €

 

 

Theoretischer Vorteil: Es gibt 2 Ebenen, um zeitgleich unterschiedliche Lebensmittel zu garen. Der Nachteil: Nutzt man die Grillplatte (oben), werden die Pommes unten nicht mehr knusprig! Der Rührarm für den unteren Bereich ist zwar nicht schlecht, dass kurze Aufschütteln des Korbes bei Konkurrenzprodukten ist aber auch nicht besonders aufwändig. Ich würde mich beim nächsten Mal gegen die 2. Ebene entscheiden.

 

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Der Rührarm der Actifry – eine nette Spielerei, auf die ich gut verzichten kann!

 

 

 


 

Princess XXL Heißluftfritteuse, 5,2 Liter (ca. 1,5 kg) Fassungsvermögen, Temperatur von 80 – 200 Grad regulierbar, Peis: Ca. 90 €.

 

 



Ich denke, ich würde mich in Zukunft für eine günstige Alternative ab ca. 90 € wie -> diese Princess XXL Amazon Affiliate Link mit einem guten Preis-/ Leistungsverhältnis und guten Bewertungen entscheiden!

 

Tipp: Falls ihr keinen Backofen besitzt oder nach einer Lösung sucht, um z.B. in der Küche eures Büros oder im Ferienhaus euer Mittagessen zu erwärmen, könnte dieses XXXL Gerät Amazon Affiliate Link mit einem Fassungsvermögen von 11 Litern (!), einem Rotierkorb und einem Drehspieß für ca. 153 € interessant sein.

 

 

Erfahrungsbericht: Zubereitung von Pommes in der Heißluftfritteuse

Ihr könnt sowohl Tiefkühl-Pommes als auch frische Pommes in einer „HLF“ zubereiten. Die Tiefkühl-Pommes (-> uns schmecken die Golden Longs von Mc Cain und die Wellenschnitt Pommes von Aldi besonders gut *unbeauftragte Werbung*) wandern hierfür direkt in die HL-Fritteuse, wo sie nun ca. 35 Minuten lang „geföhnt“ werden. Da TK-Pommes bereits in Fett vorfrittiert wurden,  spart ihr im Vergleich zum Umluft-Ofen weder Zeit noch Fett. Geschmacklich sind die Pommes aber gut und ziemlich knusprig.

 

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Möchtet ihr Pommes aus frischen Kartoffeln herstellen, solltet ihr eine festkochende Sorte verwenden und die geschnittenen Pommes unbedingt gründlich waschen, um die Stärke zu entfernen. Dünne Pommes (8 mm) werden knuspriger als dicke (12 mm). Vor dem Frittieren sollten die Pommes unbedingt z.B. mit einem Küchenhandtuch abgetrocknet werden. Als Öl eignet sich z.B. Raps- oder Sonnenblumenöl.

 

 

Garzeiten von anderen Lebensmitteln:

Ich war ehrlich gesagt überrascht von den langen Garzeiten in der von mir getesteten Actifry. Hähnchenkeulen mit 1,2 Kg. Pommes dauern ca. 50 Minuten (-> wobei die Hähnchenkeulen erst nach 20 Minuten dazu kommen und die Pommes am Ende nochmal 2-3 Minuten ohne die Grillplatte nachgaren sollten, damit sie wirklich knusprig werden). Weitere Beispiele für Garzeiten in der HL-Fritteuse:

  • Rührei: 14 Minuten
  • Bacon: 5 Minuten
  • Zucchini in Streifen: 30 Min
  • Nuggets, Hackbällchen: 18 – 20 Minuten

 

Sind Heißluftfritteusen gesund? Und verhindern sie eigentlich die Entstehung von Acrylamid?

Falls ihr euer Mittagessen bisher mehrmals wöchtentlich in einer herkömmlichen Fritteuse zubereitet habt, könntet ihr duch eine HL-Fritteuse tatsächlich Fett einsparen. Das wäre aber auch möglich, wenn ihr die Lebensmittel im Ofen mit Umluft-Funktion zubereitet, der ebenfalls ohne die Zugabe von Fett auskommt.

Wie gesund man sich nach dem Kauf einer Heißluft-Fritteuse ernährt, hängt  in erster Linie davon ab, welche Lebensmittel man darin zubereitet. Da es sich hier laut meiner Erfahrung in erster Linie um Pommes, Nuggets & Co handelt, gibt es aus  definitv effektivere Wege, um etwas für seine Gesundheit zu tun. Man könnte Kartoffeln, Gemüse und Co z.B. einfach kochen oder noch besser: Dampfgaren – womit wir dann schon beim nächsten Thema wären!

Interessant finde ich übrigens noch die -> Aussagen der Verbraucherzentrale zur Entstehung von Acrylamid. In dem Bericht heißt es:  Acrylamid kann sich bilden, wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel trocken auf über 120 Grad Celsius erhitzt werden. Ab Temperaturen von 170 bis 180 Grad Celsius steigt das Acrylamid sogar sprunghaft an. Bei der Zubereitung im Backofen (-> die in meinen Augen der Zubereitung in der Heißluft-Fritteuse entspricht) besteht im Vergleich zum Frittieren eine größere Gefahr der Acrylamidbildung. Bei Geräten mit Umluft sollte eine möglichst niedrige Temperatur gewählt werden, die die 180 Grad Celsius nicht übersteigen sollte. Dickere Pommes frites mit einem weichen Kern sind übrignes weniger mit Acrylamid belastet als schmalere, da sich der Stoff an den Außenflächen bildet.

 

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Mein Fazit:

Um es kurzzumachen: Ich habe meine Heißluft-Fritteuse gerade wieder zur Post gebracht. Sie konnte mich nicht überzeugen, weil ich keinen wirklichen Vorteil im Vergleich zum Backofen mit Umluftfunktion entdecken konnte. Mit diesem bekomme ich ebenfalls knusprige Pommes hin, wenn ich:

  • die richtige Marke kaufe
  • die Pommes zwischendurch wende und
  • etwas länger als angegeben (mind. 25 Minuten) im Ofen lasse.

Fett kann ich mit dieser Öl-Sprühflasche Amazon Affiliate Link gut dosieren, Nuggets und Fischstäbchen schmecken mir aus der Pfanne besser und weil wir ohnehin versuchen, Fertigprodukte zu reduzieren, stehen für uns insgesamt die Vor- und Nachteile des Geräts in keiner Relation. Außerdem hat mich der Geräuschpegel  gestört, der stark an unsere elektrische Luftpumpe erinnerte. Richtig leckere Pommes gibt es bei uns also weiterhin in Maßen von der Pommesbude!

So: Nun interessiert mich wie immer eure Meinung zum Thema Heißluft-Fritteuse. Habt ihr eine? Und falls ja: Nutzt ihr sie? Oder steht sie im Keller zwischen dem Entsafter und dem Popcon-Maker? Ich freue mich über Kommentare!

 

Liebe Grüße,

 

 

 

PS: Ich habe mir jetzt mal diesen Korb Amazon Affiliate Link für fettarmes Heißluftgaren bestellt, damit sollten mir die Airfryer Rezepte auch im Ofen gelingen! 😉

 

Ich freue mich, wenn du meinen Beitrag teilst:

2 comments on “Erfahrungsbericht: Wer braucht eigentlich eine Heißluftfritteuse?!”

  1. Huhu,
    Vielen Dank für den tollen Beitrag. Ich überlege auch schon länger mal eine HLF auszuprobieren.
    Wir machen eigentlich nur Pommes in der Friteuse und da schreckt mich doch die Zeit ganz schön ab.
    Beste Grüße Sabrina

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