Bei uns kam die Frage nach Taschengeld zum ersten Mal auf, als unsere Tochter im letzten Kindergartenjahr war.

Ich dachte mir, dass es ja eigentlich nie zu früh sein kann, einen vernünftigen Umgang mit Geld zu lernen und so einigten wir uns auf 50 Ct. pro Woche, die sie aber nur bekommen sollte, wenn sie selbst daran dachte  (-> also quasi nie).  Das änderte sich mit der Einschulung: Plötzlich wurde das Thema Geld interessanter und die Frage nach dem Taschengeld wurde sonntags obligatorisch. 😉

 




 

Nun kommt unsere Tochter schon in die 6. Klasse und weil eine Freundin mich vor Kurzem fragte, wie viel Taschengeld Kinder denn wohl heutzutage bekommen sollten, habe ich hier mal eine Übersicht erstellt:

 

Wie viel Taschengeld sollten die Kinder bekommen?

Das hängt natürlich vom Alter ab. Damit zumindest ein bisschen Geld zusammen kommt (mit Centbeträgen kann man ja nichts kaufen und somit auch nicht den Umgang mit Geld lernen) finde ich folgende Beträge angemessen:

 

 

Alter / Klasse / Taschengeld pro Woche:

 

4-5 Jahre / Kindergarten: 50 Cent

6 Jahre / 1. Klasse: 1 €

7 Jahre / 2. Klasse: 2 €

8 Jahre / 3. Klasse: 3 €

9 Jahre / 4. Klasse: 4 €

 

Tipp: Kleinen Kindern kann man das Taschengeld in kleinen Münzen geben, so lernen sie, dass diese vielen Münzen den selben Wert haben wie eine 1 € Münze und bekommen durch das Zählen und Sortieren ein besseres Zahlenverständnis.

 

Ab der 5. Klasse haben wir uns entschieden für unsere Tochter ein Taschengeld Konto anzulegen. Auf dieses Konto wird ihr Taschengeld am Anfang des Monats überwiesen und sie kann es dann selbst mit ihrer eigenen Kundenkarte abholen.

 

Es ist nun noch etwas mehr Verantwortung, sich das Geld für 4 Wochen einzuteilen.

Außerdem lernt sie so die Benutzung des Bankautomaten, das Kontrollieren des Kontostandes, das Abheften der Kontoasuzuüge etc… (Dabei fällt mir auf: Vielleicht hätte ich selbst das auch mal lernen sollen – ich habe da nämlich so eine „Schublade“….)

 

 

taschengeld

 

 

 

Hier ist nun die Übersicht, wie viel Taschengeld Kinder ab 10 Jahren bekommen sollten:

 

Alter/ Taschengeld pro Monat:

 

10 – 11  Jahre: 20 €

12 – 13  Jahre: 25 €

14 – 15  Jahre  40 €

16 – 17 Jahre  50  €

ab 18 Jahren: 80 €

 

Was dürfen  die Kinder von ihrem Taschengeld kaufen? 

Wir regeln es so: Die Kinder dürfen grundsätzlich von ihrem Taschengeld kaufen, was sie möchten, solange es altersgerecht ist (z.B. bei Computerspielen). Das sind dann z.B. so Dinge wie:  Zeitschriften, Lipglos, Sammelkarten, Flummis, Kaugummis, besondere Stifte, etc.

 

Das musste ich allerdings erst mal lernen, denn wenn das Kind vor dem 20. (völlig überteuerten) Stift steht, nur weil es gerade Geld dabei hat und dieses jetzt UNBEDINGT auch ausgeben muss, dann fällt es schwer nicht zwischendurch immer wieder zu fragen:

„Meinst du wirklich? Möchtest du nicht doch lieber noch eine Woche sparen und etwas kaufen, was du wirklich haben möchtest? Oder wie wäre das hier, das ist doch viel praktischer…“

 

Wichtig ist also, dass die Kinder tatsächlich frei über IHR Geld verfügen dürfen, sonst lernen sie ja nichts dabei  („try and error“). 

 

Den größten Lerneffekt hat es doch, wenn man sich frei entscheiden darf und dann hinterher selbst feststellt, dass die super coole Armbrust in der Kinderzeitschrift wirklich SCHROTT ist und nichts mit dem zu tun hat, was die Bilder versprochen haben. Wurde diese Zeitschrift zudem vom eigenen Taschengeld gekauft, tut es doppelt weh…

 

Ein Beispiel, was meine Kinder sich schon von ihrem Taschengeld gekauft haben, ist z.B. dieser goldene Schlüssel-Rohling (!!), über dessen Anschaffung ich mich im ersten Moment doch etwas gewundert habe:

 

Ein von Patricia (@moms.blog) gepostetes Foto am

 

Was müssen die Kinder von ihrem Taschengeld bezahlen?

 

Grundsätzlich würde ich sagen:

 

Alles was über das „normale“ Maß hinaus geht, müssen die Kinder selbst bezahlen.

 

Das soll jetzt nicht heißen, dass wir den Kindern nicht zwischendurch auch mal etwas außer der Reihe kaufen, aber wenn sie selbst einen Wunsch haben, also z.B. spontan ein Spaghetti-Eis statt „2 Kugeln im Hörnchen“ essen möchten, können sie die Differenz selbst bezahlen. 

 

Genau so ist es in Souvenier Läden in Freizeitparks oder Zoos. Gelegentlich dürfen sich die beiden hier eine Kleinigkeit aussuchen. Soll es dann aber z.B. der Harry Potter Zauberstab für 40 € sein (wie nach dem Besuch der H.P. Ausstellung in Köln), dann muss auch hier das zuvor gesparte Taschengeld dran glauben.

 

Auch Dinge, die die Kinder „extra“ kaputt machen (also weil ihnen der Wert, der dahinter steckt gerade egal war, wie z.B. ein zerschnittenes Bettlaken)  oder verloren gegangene Gegenstände (das 3. verlorene Lineal pro Schuljahr) müssen gelegentlich vom Taschengeld ersetzt werden, damit den Kindern bewusst wird, dass hinter all den Dingen ein „Wert“ steckt, den man sich vorher verdienen muss.

 

Kleidung und „normale“ Freizeitaktivitäten wie Schwimmbad, Kino, etc. müssen bei uns nicht vom Taschengeld bezahlt werden.

 

Dürfen die Kinder sich Geld bei den Eltern leihen?

Das mache ich nur sehr ungern und entsprechend selten.



Mir ist es wichtig, dass die Kinder lernen ihre Bedürfnisse aufzuschieben und es auszuhalten, dass nicht jeder Wunsch sofort erfüllt werden kann / muss.

 

Die Freude ist um so größer, wenn man auf etwas hin spart und es schließlich schafft, sich den Wunsch zu erfüllen. Ein Leihen großer Summen führt in meinen Augen eher zu einer „Jetzt kaufen, später zahlen /  Ratenkauf-Mentalität“, die viele junge Menschen in die Schuldenfalle lockt. Bei sehr kleinen Beträgen oder wenn das Geld nur zu Hause vergessen wurde, mache ich natürlich eine Ausnahme.

 

So, das war mein Beitrag zum Thema Taschengeld. Wie viel Taschengeld bekommen eure Kinder und was müssen / dürfen sie davon kaufen? Ich freue mich über Kommentare!

Liebe Grüße,

 

patricia

 

Ich freue mich, wenn du meinen Beitrag teilst:

12 comments on “Thema: Kinder und Taschengeld!”

  1. Kinder und Taschengeld ist ja echt so eine Sache … Manche können sich das irgendwie nicht einteilen und jammern dann gekonnt rum. Und ich finde es sehr schwer, da konsequent zu bleiben. Aber Erziehung ist nun mal kein Spaziergang. Ich persönlich finde es gut, wenn Kinder ab einem gewissen Alter auch etwas Geld verdienen. Die schulischen Leistungen sollen natürlich nicht darunter leiden.

  2. Hallo Patricia, GENAU so habe ich es mit meinen Kindern damals auch gehandhabt und mache es jetzt bei meinem 7jährigen Sohn so. Er ist jetzt in die 1.Klasse gekommen und bekommt jeden Sonntag 1€ (vorher 0,50€) Mit 12 Jahren gab es ein Taschengeldkonto und es hat prima geklappt. Übrigens bin ich auf dein Blog gestossen, weil ich nach einem Belohnungssystem gesucht hatte. Ich bin gerade dabei die Sterne auszudrucken. Eine tolle Seite hast du, die ich auf meinem Bog gespeichert habe. Lg Vicky

  3. Mir geht es eigentlich weniger um die Höhe des Taschengeldes, da existieren genügend Liste im Internet, die nahezu alle das Gleiche aussagen. Nein, ich bin der Meinung, das Kinder ab der Einschulung über ein eigenes Konto verfügen sollen, auf dem das TAschengeld eingezahlt wird. So erlernen sie frühzeitig den Umgang damit

    • Hallo Jayjay,
      ich finde, mit 6 Jahren sind Kinder noch zu jung, um das Taschengeld auf ein eigenes Konto überwiesen zu bekommen… unsere Tochter bekommt ihr Taschengeld seit sie 10 Jahre alt ist auf ihr Konto überwiesen und selbst das war rückblickend ziemlich früh. Ich denke je nach Kind wären 10 – 13 Jahre ein gutes Alter, um den Umgang mit einem eigenen Konto zu lernen.
      Viele Grüße,
      Patricia

    • Hallo Erika, die 20 € entsprechen meiner persönlichen Empfehlung. Unsere Tochter ist 11 Jahre alt und kommt mit diesem Betrag sehr gut aus. Zur Zeit spart sie einen Großteil ihres Geldes… ich bin mal gespannt ob das so bleibt 😉 Ich denke grundsätzlich das Taschengeld sollte nicht zu niedrig sein, damit die Kinder auch tatsächlich die Möglichkeit haben den Umgang mit Geld zu lernen bzw. ihre „Sparziele“ für eine besondere Anschaffung auch zu erreichen.
      Liebe Grüße,
      Patricia

  4. Finde ich super, wie ihr das gelöst habt. Wir haben auch mit ganz kleinen Beträgen angefangen und ab der 5. Klasse gab es dann ebenfalls ein Kinderkonto. Ich finde es ganz wichtig, dass man solche Dinge heute bereits mit kleinen Kindern übt. Zu Beginn war uns wichtig, dass die „Münzen“ eine Bedeutung und einen Wert bekommen. Dazu gibt es übrigens auch viele gute Bücher. Mit dem Kinderkonto hat unser Ältester dann langsam gelernt wie die Sache mit dem Bankkonto funktioniert. Da muss ich auch sagen: super, dass es solche Konten bei den Banken gibt.
    Viele Grüße

  5. Ich melde mich mal als Kind zu Wort 😀
    Ich habe anfangs auch 50Ct pro Woche bekommen. Dies jedoch erst in der 2 Klasse. Damals wollte ich unbedingt Bibi & Tina Zeitschriften haben und war immer Tod-traurig, wenn ich die Fortsetzung nicht kaufen konnte, da ich für eine Zeitschrift 4 Wochen warten musste.
    Mittlerweile bin ich 18. und bekommen laut der hier aufgezeigten Verteilung das Taschengeld einer 13. Jährigen. Davon kann ich alles kaufen was ich möchte. Kleidung & Schulsachen werden von meinen Eltern bezahlt. Obwohl bei uns jedes Kind einen bestimmten „Klamottenwert“ hat, der im Monat nicht überschritten werden soll. Falls das der Fall sein sollte, müssen wir uns die Klamotten selbst kaufen.
    Der Sport, bzw die Mitgliedschaft in einem Sportverein wird auch bezahlt, weitere Freizeitaktivitäten nicht.

    Ich muss ehrlich sagen, dass meine Eltern vermutlich kein richtiges Konzept hinter der Verteilung des Taschengeldes haben. Ich habe noch zwei Geschwister und die haben im ähnlichen Alter wie ich ganz andere Beträge bekommen.

    Vermutlich wird es mal Zeit nach zu fragen woraus das Taschengeld sich zusammen setzt etc

    Lieben Gruß

  6. Taschengeld ist ja immer so eine Sache. Als das Thema aufkam, haben wir auf der Jugendamtseite mal nachgeschaut. Deren Tabelle haben wir nicht übernommen, sehr wohl aber die Ratschläge zum Taschengeld als solches (immer ohne Aufforderung geben, ohne Bedingungen (= weil du nicht artig warst…) auszahlen und die Kinder kaufen lassen, was – sofern altersgerecht – sie möchten).
    Begonnen haben wir mit der Einschulung und da wöchentlich. Seit einem Jahr nun monatlich. Die Große (Klasse 6) bekommt 10€, die Mittlere (Klasse 3) 5€, die Jüngste ist noch zu klein.
    Das ist – vor allem im Vergleich mit deiner Tabelle – sehr wenig. Allerdings finden die Kinder es völlig ausreichend und die Große hat tatsächlich schon eine beachtliche Summer zusammen gespart. Und da wir Zeitschriften und Comics, Eis und Kino generell ab und an springen lassen, müssen sie davon überhaupt nix kaufen. Die Erhöhung erfolgt immer zum Klassenwechsel.
    Wichtiger als die Summe des Geldes finde ich das Gefühl, dass die Kinder dabei haben: Es gehört mir, ich kann damit machen, was ich will und ich bekomme es immer, egal was sonst ist.

    Grüße
    Janine

    • Hallo Janine,

      ich finde du hast absolut Recht, dass das Taschengeld nicht an Bedingungen geknüpft werden sollte. Vielleicht werde ich diesen Punkt noch in meinem Beitrag ergänzen. 🙂 Danke.

      Liebe Grüße,
      Patricia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.